Art-Direktion trifft auf Content-Strategie - Content Strategy Rocks Staffel 2 Episode 03

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00:00:00: Willkommen zur neuen Folge von Content Strategy Rocks. Ich bin Steffi, eure Podcast-Hosterin, bekennende Redaktionsplan-Liebhaberin und Sticker-Enthusiastin, weil To-Dos sich erst so richtig erledigt anfühlen, wenn ein Smiley daneben klebt. Heute freue ich mich, Karin Postert bei mir zu haben. Karin hat eine spannende Karriere hingelegt, von der Art-Direktorin zur Content-Strategin. Und weil sie beides vereint, weiß sie genau, warum Content nicht nur durchdacht, sondern auch visuell stimmig sein sollte. Sonst sieht es am Ende aus wie ein Moodboard im kreativen Ausnahmezustand. Wir sprechen darüber, wie man eine Marke visuell klar positioniert, warum Redaktionspläne manchmal Smileys brauchen und wie so ein Moodboard oft ein hilfreicher Kompass ist. Wenn ihr euch fragt, wie ihr Strategie und Gestaltung sinnvoll verbindet, bleibt dran.

00:00:50: Content Strategy Rocks! Hallo Karin, schön, dass du beim Podcast dabei bist.

00:01:00: Hallo Steffi, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich.

00:01:02: Sehr gerne. Dann lass uns doch gleich mit der ersten Frage anfangen.

00:01:06: Sehr gerne.

00:01:08: Ich fand das nämlich super spannend, als ich dein Profil auf LinkedIn gelesen hatte. Du hast ja praktisch mit Art-Direktion angefangen, sag ich jetzt mal, so deine Karriere und deine Berufslaufbahn und hast dich dann aus so Richtung Content-Strategie entwickelt. Wie bist du dazu gekommen?

00:01:24: Ja, eigentlich war das so eine ganz natürliche Weiterentwicklung der Dinge, denn ja, ich habe tatsächlich die letzten 20 Jahre als Art-Direktorin gearbeitet, auch lange für ein Hamburger Konzern, immer mit Fokus auf Foto- und Videoproduktion. Und da ist mir oft aufgefallen, dass meine Kundinnen kamen dann mit Muts, also wie sie gerne sozusagen ihren Content umgesetzt haben möchten. Und bei der Nachfrage, ja, was wollt ihr damit erreichen, was ist denn das Ziel dahinter, hatten sie keine Antwort. Also es ging eigentlich eher darum, dass sie halt gesagt haben, ja, unsere Mitbewerber machen das ja auch so. Und was für die gut ist, muss für uns ja auch gut sein. Und das ist, wie wir ja wissen, überhaupt nicht der Weg, wie man an so eine, ja, wirklich sinnvolle Strategie rangeht. Und ehrlich gesagt hat mich das irgendwann auch wütend gemacht, weil Ich dachte, ihr müsst doch wissen, was ihr erreichen wollt mit Content. Ihr könnt doch nicht nur schöne Bilder produzieren.

00:02:20: Und ja, dann habe ich mich halt viel mehr mit der strategischen Seite dann von Kommunikation noch auseinandergesetzt und ja, habe das jetzt eigentlich sozusagen zu meinem Hauptfokus gemacht. Und es ist halt eine ganz tolle Verbindung zwischen der Art-Direktion, also der künstlerischen, gestalterischen Seite und eben der Strategie. Das ist auch eine sehr sinnvolle Verbindung für mich.

00:02:44: Die Content-Strateginnen, die zwar wissen, dass es den Begriff oder den Beruf Art-Direktion gibt, aber sich darunter nichts konkret vorstellen können. Möchtest du noch mal erklären, was es mit dem Beruf auf sich hat?

00:02:59: Ja, also da gibt es verschiedene verschiedene Ausprägungen des Berufs. Also Es gibt welche, die sich sehr konzeptionell auf grafische Arbeiten konzentrieren. Und aus meiner Historie heraus bin ich sehr fotografisch, videografisch, visuell fokussiert. Und bei mir ist das so, dass ich halt tatsächlich von dem Bildkonzept, das heißt also zum Beispiel eine Fashionbrand kommt auf mich zu, sagt, ich habe die Kollektion für das nächste Frühjahr, Die herrschenden Farben sind irgendwie Türkis und Grün. Und wir wollen das gerne irgendwo am Strand. Dann entwickle ich sozusagen die Bildsprache dazu. Und bei mir greift das auch so ein bisschen in die Produktion über. Das heißt, ich überlege mir auch noch, an welcher Location.

00:03:44: Dann bekommen sie eben Moodboards. Und wir besprechen dann sozusagen eine fixe Bildsprache. Und dann vor Ort bin ich dann sozusagen dafür zuständig, dass das vorher Besprochene auch umgesetzt wird. Das heißt also, auch die Fotoregie ist da sozusagen in meiner Verantwortung und auch die Steuerung der Teams dann vor Ort. Und ja, dann bin ich also sozusagen die Kontrollinstanz, da es eben das Bildkonzept nachher so umgesetzt wird, wie der Kunde sich das wünscht oder die Kundin.

00:04:16: Jetzt ist mir was hinter diesem Berufsbegriff steckend.

00:04:18: So ist es.

00:04:21: Zweite Frage. Wie gehst du vor, die Zielgruppe deiner Kundschaft wirklich zu verstehen und in der Kundenstrategie zu berücksichtigen?

00:04:29: Also An der Stelle muss ich sagen, dass ich wirklich viel Wert darauf lege, dass die Kundinnen ihre Zielgruppe selbst verstehen und selbst analysieren und selbst wissen, zu wem sie sprechen und mit wem sie es zu tun haben. Ich steige da natürlich auch sehr tief mit ein, gar keine Frage. Aber es bringt halt nichts, eben meinen Kundinnen das so überzustülpen, denn das Wissen über die Zielgruppe muss ja eben auch im Unternehmen bleiben und da auch existent sein, weil die Zielgruppe steht in der Content-Strategie eigentlich über allem sozusagen. Und die Kenntnisse dazu sind super wichtig. Das heißt also, in der Regel gucke ich mir dann an, was gibt es schon an Informationen. Also wenn jetzt eine Brand schon länger auf dem Markt ist, dann haben die natürlich sehr viele Infos zu den Kunden, Kundendaten, in die man schauen kann. Und andere arbeiten da vielleicht etwas anders, aber ich arbeite immer noch mit Personas auch. Das heißt, meine Kunden sind oft Selbstständige oder Unternehmerinnen.

00:05:31: Und für die ist es halt wichtig, so eine auch etwas greifbarere Vorstellung von ihren Kundinnen zu bekommen. Das heißt also, wir gucken wirklich, was sind die Wünschbedürfnisse? Ja, auch wo wohnen sie und ja, was sind so ihre Alltagsproblemchen, dass man also wirklich so ein ganz rundes Bild bekommt von der Zielgruppe und eben danach dann auch gucken kann, welche Themen haben Relevanz.

00:05:56: Hast du denn vielleicht noch ein, zwei Tipps? Ich sag jetzt mal für das Hineindenken in die Kundschaft, sei es jetzt, ich sag jetzt mal auf Kundenseite, dass man versucht, sich da besser einzudenken oder auch für angehende oder auch alte Hasen in der Content-Strategie. Hast du da noch ein, zwei Tipps, wie das vielleicht ein bisschen leichter geht, sich da so hineinzudenken?

00:06:16: Also tatsächlich finde ich die Persona schon super. Also meine heißt Caro Schneider. Da habe ich auch ein ganz visuelles Bild von. Das heißt also, wann immer ich Content kreiere, denke ich an Caro. Caro hat einen Vertrieb für E-Bikes. Der nennt sich Suno Bikes Und ich habe eigentlich schon ein fast freundschaftliches Verhältnis zu ihr. Das heißt, ich kann mich wirklich sehr intensiv mit ihr identifizieren und ich weiß auch, wo ihre Hürden sind. Tagesgeschäft ist halt gerade dabei, richtige Marketingabteilungen aufzubauen, hat das früher immer alles selber gemacht, hat jetzt die erste Mitarbeiterin.

00:06:51: Und diese gesamte Geschichte, die das Ganze so greifbar und nahbar macht, die hilft absolut, da einzutauchen und zu verstehen, wo dann eben die Hürden sind. So wenn man das erste Mal professionell Content-Strategie angehen möchte zum Beispiel.

00:07:04: Denkst du, es kann auch helfen, sowas zu visualisieren? Sei es jetzt zum Beispiel mal mit so einer Art Vision Board oder so etwas?

00:07:12: Ja, unbedingt. Unbedingt. Also wie gesagt, Wenn ich Persona erstelle, dann kommt da auch ein Bild dazu. Das recherchiere ich auch für meine Kundinnen gerne. Also ich komplettiere dann, wenn die mein Workbook bekommen, die Persona mit Bildern. Und ein Vision Board finde ich super. Also dass man dann auch wirklich die fiktive Person, an die man sich richtet, im Lebensumfeld, im Arbeitsumfeld sieht. Das kann auf jeden Fall helfen, da mehr einzutauchen und auch mal eine Liste zu machen.

00:07:39: Was sind sozusagen die Schmerzpunkte? Was sind die Bedürfnisse? Die darf man sich auch gerne irgendwie als Hintergrundbild auf den Laptop packen oder irgendwo wirklich, wo man immer mal wieder darüber stolpert, weil ich finde, dass das eine hohe Relevanz bei der Kreation von Content hat.

00:07:56: Ich glaube, das ist eine Kundin von mir Paradebeispiel. Die hat sich ihre Wunschkundinnen auch so als Persona sozusagen erstellt, sie aber auch sozusagen direkt an ihrem Arbeitsplatz an der Wand hängen. So dass sie sie immer jeden Tag im Auge hat.

00:08:10: Und da sagst du was Gutes mit den Wunschkundinnen, wenn man ein Business startet, dann kann man ja wirklich auch nur von Wunschkundinnen sprechen. Und ich empfehle das immer, wenn man sich eben so eine Person oder eine fiktive Kundin erarbeitet, die nach einer Zeit wieder zu überdenken. Das heißt also, mit realen Kundinnen zu abzugleichen und dann auch anzupassen. Denn man kann am Anfang sich nur die Dinge wünschen oder ausdenken, wie man eben annimmt, wie es läuft. Aber wichtig ist, dass man sich später wirklich mit den echten, realen Kunden beschäftigt.

00:08:46: Dankeschön. Diesen leichten Abschweif in SwishenBot musste ich dann doch machen, weil ich mir dachte, bei Amazon. Ja, total gerne.

00:08:52: Ich liebe SwishenBot. Also ich arbeite da auch selbst mit, weil ich einfach finde, dass das ein sehr gutes Mittel ist, Ziele zu erreichen, eben da auch so ein bisschen zu manifestieren, wo man hin möchte. Und dass ich als visueller Mensch bin natürlich total affin. Finde ich super.

00:09:09: Gut, die dritte Frage. Wie entscheidest du, welche Kanäle für eine Marke oder ein Unternehmen am besten geeignet sind?

00:09:17: Ja, da sind wir wieder bei der Zielgruppe. Die steht über allem. Und ja, da muss man halt einfach schauen, wo sind die unterwegs, wo sind sie aktiv, auch entlang der Customer Journey, der Kundenreise. Bei mir sind viele Kundinnen noch Beginner, also viele, die eben auch gerade ihr Business erstarten. Das heißt, die sind noch viel in der Awareness-Phase unterwegs, die wollen Interesse wecken. Da für jede Phase der Customer Journey gibt es ja dann relevantere Kanäle oder eben Kanäle, die näher liegen als andere. Und für die ist jetzt Social Media tatsächlich oft der erste Kanal. Ist halt nun mal so.

00:09:57: Und vielleicht als Ergänzung dann ein Blog, wo man dann viel mit SEO-Optimierung arbeiten kann und eben Sichtbarkeit über dem Thema steht. Ja, dann gibt es natürlich so offensichtliche Dinge wie zum Beispiel, ja, dass sehr visuelle Marken natürlich irgendwie eher bei Instagram unterwegs sind. Wenn man mehr auf Informationstransfer geht, dann ist man vielleicht eher bei LinkedIn oder hat eben Blog oder ist halt da etwas weniger visuell. Ja, am Ende ist es auch so, dass kein Kanal in Stein gemeißelt ist. Ich finde es halt super wichtig, das immer wieder zu kontrollieren, zu analysieren, was läuft, was läuft eben nicht so gut, wie sind die Ergebnisse und die richten sich dann natürlich auch nach den entsprechenden Zielen. Da sind wir wieder. Also welche Ziele sind ins Auge gefasst fürs Unternehmen, welche Ziele sollen durch den Content erreicht werden und das spielt natürlich dann auch irgendwie eine Rolle. Ja, dass man eben nicht nur, weil man sich für den einen Kanal entschlossen hat, da irgendwie beibleiben muss.

00:11:02: Was ich auch empfehle, gerade für Menschen, die ihr Unternehmen gerade gründen, dass sie sich nicht überfordern sollen mit zu vielen Kanälen gleichzeitig. Da neigt man vielleicht zu, weil man eben wahrnimmt, dass andere Marken und Unternehmen auf allen Kanälen zu Hause sind. Da weiß man aber dann oft nicht, wie viele Leute arbeiten da an diesen Kanälen, wie viele sind dafür verantwortlich. Und man kann einfach nur durch das Monitoring von verschiedenen Kanälen nicht beurteilen, welche Strategie andere Unternehmen haben. Da sollte man auf jeden Fall absolut bei sich selbst bleiben.

00:11:40: In den Kanälen gibt es ja auch aktuell aufgrund ständiger Algorithmusänderungen auch immer diese Diskussion zwischen, sollte man überhaupt noch die Algorithmen in den Social Media Netzwerken füttern oder sollte man mehr auf eigene Kanäle, also so Website, Blog, Newsletter setzen? Wie siehst du das denn?

00:12:01: Also ich empfehle immer zweigleisig zu fahren, also beide Säulen zu bedienen, wenn denn dann das Unternehmen schon soweit ist. Ich bin absolut dagegen, nur Algorithmusfutter zu produzieren. Das ist einfach, da nehme ich lieber etwas weniger Reichweite im Kauf, bevor ich mich zum Hampelmann des Algorithmus mache. Man muss natürlich da auf dem Laufenden bleiben. Man muss irgendwie sich informieren, wodurch man eben Reichweite generieren kann. Das ist ja am Ende auch unser Job. Aber ich habe wirklich bei meinen Kunden, ja, viele Menschen, die einfach mit ganz anderen Dingen strugglen, als so tief in die verschiedenen Faktoren des Algorithmus einzusteigen. Und da ich möchte, dass die am Ball bleiben, ist es erst mal wichtig, auch ganz viel Spaß aufzubauen und dass sie sich wohlfühlen mit den Kanälen, die sie bedienen.

00:12:56: Und da möchte ich wirklich vermeiden, so einen Druck aufzubauen und alles nur für den Algorithmus zu tun. Denn ich glaube, dass die Begeisterung für einen bestimmten Kanal dadurch kommt, dass man merkt, dass das mit Liebe gemacht ist und nicht mit Strategie. Also nicht mit der Strategie, die nur den Algorithmus befüttert.

00:13:16: Schön gesagt, danke. Vierte Frage. Was gehört für dich zu einem guten Redaktionsplan, der nicht nur funktioniert, sondern auch langfristig motiviert? Da sind wir vielleicht beim Spaßfaktor. Exakt. Also erst mal, mir ist völlig Egal, ob der digital ist, auf Papier, wie auch immer der gemacht wird, da gibt

00:13:35: es kein richtig und falsch. Wichtig ist nur, dass er eben da ist. Also ich finde, der Redaktionsplan ist so ein echter, wie man so sagt, Game Changer in der Konsistenz der Veröffentlichung, weil man einfach nicht jeden Morgen wieder diesen Druck hat, was veröffentliche ich heute, was ist eigentlich mein Thema, weil das wirklich extrem Stress auslöst und man ist einfach vorbereitet, man fängt nicht immer wieder bei null an. Deswegen ist es erst mal wichtig, dass er überhaupt da ist. Und dann finde ich, dass so ein Redaktionsplan auf jeden Fall auch mehr sein sollte, als nur eine Übersicht von Themen und Terminen. Denn ja, der sollte schon etwas umfangreicher sein. Er sollte auf jeden Fall wieder auch die Zielgruppe berücksichtigen. Da haben wir sie wieder.

00:14:22: Also es muss auf jeden Fall natürlich enthalten sein, was, wann, wo stattfindet, mit welcher Relevanz, welche vielleicht auch Assets, welche Bilder, Videos sind dafür noch vonnöten und vielleicht einen kleinen Status. Wo sind wir da gerade in der Kreation? Und was ich auf jeden Fall empfehle für meine Kundinnen ist, dass sie so in Kategorien oder Themenschwerpunkten arbeiten. Das heißt also, das ist jetzt vielleicht nichts für die totalen Pros, aber auf jeden Fall für die, die gerade starten und die auch sich so ein bisschen fragen, wie geht das überhaupt alles. Da entwickle ich so eine Art Teppich aus Kacheln zum Beispiel für Instagram und dann legen wir zusammen fest, was jeden Montag stattfindet. Also zum Beispiel jeden Montag gibt es jetzt Branchentipps, Mittwochs gibt es einen Blick hinter die Kulissen, freitags wird irgendein Produkt vorgestellt und Das wiederholt man praktisch und füllt das nur mit Leben, erstmal eine Routine zu entwickeln und sich eben nicht zu überfordern und so ein bisschen aus diesem Stress auszukommen. Und was mir auch wichtig ist, dass eben die Tage dazwischen Raum lassen für spontanes Posting. Das heißt also, wir haben nicht nur die Themen, die wir schon vorher festgelegt haben und im Idealfall auch mit Vorlauf schon bearbeitet haben, sondern wir haben an den freien Tagen eben auch noch Platz für Dinge, die man sozusagen ad hoc umsetzen kann. Und ja, es muss Spaß machen, absolut.

00:15:50: Man sollte da auf jeden Fall dranbleiben. Und apropos Spaß, bei mir ist das auch so, ich habe zusätzlich, also ich mache meinen Redaktionsplan in Trello und Zusätzlich habe ich noch einen analogen, der klebt hier an meiner Tür. Und so Sachen wie zum Beispiel Insta-Lives oder Webinare, die hake ich da so richtig händisch ab. Und ich liebe das. Und das zu toppen, kommt dann noch, ich habe so eine Rolle mit neonfarbenen Smilies, da kommt dann noch ein Smiley dran. Und darüber kann man jetzt schmunzeln, aber es ist einfach die pure Freude. Ich finde, das verknüpft halt dieses To-Do so mit so einem emotional positiven Gefühl. Und meine Message ist absolut, was du brauchst, deinen Redaktionsplan zu einem, ja, vielleicht Vergnügen zu machen oder eben einfach zu einem leichten Gefühl.

00:16:38: Do it. Also wirklich, mach es nicht. Es muss nicht schwer sein. Stickern kann man

00:16:43: auf jeden Fall auch seinen Redaktionsplan aufwerten. Aber da gehe ich ähnlich vor. Ich habe da ähnliche Vorlieben. Ich habe auch einen Trello und einen auf Papier. Und ich stimme dir zu, das Abhaken ist einfach jedes Mal so. Ach, wieder eine Kleinigkeit.

00:16:57: Ja, absolut. Und es gibt ja auch einige Personen, die ein bisschen eine Hürde haben, Technik einzusetzen. Und das ist auch völlig in Ordnung. Dann nimmt man sich ein Blatt Papier, einen Stift oder ein schönes Notizbuch und dann macht man das einfach handschriftlich. Das Ergebnis wird einfach dasselbe sein am Ende.

00:17:12: Ja, und der Vorteil ist, wenn es mal wieder irgendwelche Serverprobleme irgendwo gibt, bei dem Tool seiner Wahl, kann man immer noch weiterarbeiten und sich Gedanken und nächste Inhalte machen, wenn man es dann halt auf Papier hat. Hatte ich auch schon ein paar Mal.

00:17:26: Man kriegt zwar keine automatisierten Reminder, welche Themen heute dran sind oder was veröffentlicht werden muss, Aber ja, es ist gar nicht so verkehrt, mit Papier und Stift zu arbeiten.

00:17:36: Eine Frage. Welche Rolle spielt die visuelle Konsistenz in einer Content-Strategie? Und wie findest du die passende Bildsprache für eine Marke?

00:17:45: Ja, als Art-Direktorin ist das natürlich ein Herzensthema, wie man so schön sagt. Ja, es geht ja vor allem die visuelle Konsistenz über alle Kanäle hinweg. Und ja, Das finde ich natürlich super wichtig, denn wir wollen ja eine visuelle Markenwelt schaffen, sodass wir also unseren Kunden, unserer Käuferschaft, unseren Followerinnen eine Wiedererkennbarkeit bieten. Das heißt also, wenn die Follower merken, dass sie auf unseren Kanälen immer dieselbe visuelle Welt entdecken oder vorfinden, dann stärkt das einmal das Vertrauen in die Marke und auch die Glaubwürdigkeit. Und ja, da spielen halt viele, viele Elemente am Ende eine Rolle. Also erstmal sind das natürlich so Sachen wie die Typo, also die Schrift, die man verwendet. Die Farben, die sind natürlich auch eng verknüpft mit der Brand CI, also Welche Farben sind im Unternehmen so oder so vorgegeben? Es können halt auch grafische Elemente eingesetzt werden und eben Bilder. Und das ist natürlich auch ganz besonders mein Thema.

00:18:54: Bei einer stimmigen Bildsprache würde ich auch immer mit berücksichtigen, wovon sich eben auch die Zielgruppe abgeholt fühlt. Es bringt halt, ja Es bringt schon was, sich sozusagen auch ganz autark visuell auszutoben, aber es wäre doch schön, wenn man eben den Nerv der Zeit und den Nerv auch der Zielgruppe findet, damit sie sich einfach identifizieren können mit der Marke. Und die Bildsprache, die entwickle ich in der Regel aufgrund von Markenattributen. Das heißt, also mit meinen Kundinnen identifiziere ich die halt vorher oder analysiere sie. Das heißt also, wie soll sich die Marke anfühlen? Ist sie leicht oder schwer? Wie soll die Bildsprache sein? Eher modern und clean oder verspielt? Das sind alles Dinge, die vorher einmal besprochen werden und dann werden diese Attribute sozusagen in die Bildsprache umgesetzt. Das heißt also, ich erschaffe dann Moodboards, wo ich eben Bilder drauf zeige, die ich eben relevant finde für die Marke und für die Zielgruppe und mit dem Kunden zusammen schauen wir dann, welche davon die Marke am besten repräsentieren. Und ja, am Ende werden diese Bilder dann sozusagen auf die gesamte Strategie und die gesamten Touchpoints ausgerollt und so eben eine ganzheitliche, konsistent visuelle Sprache erschaffen. Und genau ein Thema liegt mir da auch noch besonders am Herzen und zwar geht es ja darum, dass einige Personen eben grundsätzlich Angst vor Sichtbarkeit haben.

00:20:34: Gerade bei Solo-Selbstständigen oder eben Unternehmerinnen, wo es sehr relevant ist, dass sie sich selbst auch mit zur Visualität zeigen und aber Angst haben vor Sichtbarkeit, entwickle ich dann ganz individuell mit den Bildsprachen, die ihnen ermöglichen, so eine Konsistenz überhaupt aufzubauen. Das heißt also, mir ist ganz wichtig, nicht über so ein Wohlgefühl hinweg zu arbeiten, sondern eben auch Raum zu lassen dafür, wie weit sich Menschen zeigen wollen. Und ganz oft ist es dann so, dass, wenn man erst mal mit einem etwas geringeren Maß an Selbstsichtbarkeit rausgeht, so nach und nach, dass sich das Selbstbewusstsein dann auch aufbaut und sich die Angst abbaut, sich zu zeigen. Und das, finde ich, spielt in der Konsistenz eine große Rolle. Denn Wenn das jedes Mal so angstbehaftet ist, wird man nicht konsistent auftreten, auch nicht visuell. Und deswegen ist das für mich echt ein ganz, ganz wichtiges Thema, dass die Komfortzone ein wenig berücksichtigt wird, vielleicht immer etwas angekratzt wird, aber eben ein gutes Gefühl dabei entsteht.

00:21:52: Danke. Da habe ich noch eine Nachfrage, weil die Diskussion auch immer alle paar Jahre mal wieder hochkocht, in den letzten Wochen auch wieder. Man kennt ja immer diese schönen Grafik-Design-Trends, die dann von diversen Plattformen dann immer hochgehalten werden fürs nächste Jahr. Von der neuen Pantone-Farbe des Jahres. Da muss man jetzt auch nicht kurz dazu sprechen. Rokomoos war das, glaube ich. Rokomoos, ja, ja. Genau.

00:22:16: Und meine Frage wäre da, wie siehst du denn das, wenn man jetzt eine feste Bildsprache hat und dann kommen da plötzlich alljährlich diese Trends daher. Denkst du, dass man einfach konsequent auch weiter bei seiner Bildsprache bleiben sollte Oder macht es auch mal Sinn, den ein oder anderen Trend mit seiner eigenen Bildsprache zu kombinieren? Ich sag jetzt mal aus Spaßeshalber oder aus der Experimentierfreude weg?

00:22:40: Ja, absolut. Nee, ich finde auf jeden Fall, dass man sich da Bereiche offen lassen sollte, in denen man experimentieren darf. Ganz klar. Also ich würde auf keinen Fall an grafische Elemente rangehen, die eben eine bestimmte Brandfarbe tragen und die so auch schon gelernt sind und die sollten auf jeden Fall so bleiben. Aber es spricht ja nichts dagegen, wenn jetzt die neue Pantone-Farbe gerade aktuell veröffentlicht ist, dann mit Accessoires zu arbeiten, vielleicht auch einen Pulli in der Farbe zu tragen, wenn einem das Spaß macht. Und nur wichtig ist, dass eine gewisse Treue der eigenen Brand gegenüber weiterhin verkörpert wird und das halt irgendwie in irgendeiner Form authentisch bleibt.

00:23:23: Sechste Frage. Du leitest auch Foto- und Videoproduktionen ja auch weiterhin. Wie übersetzt du da Inhalte einer Strategie in starke visuelle Konzepte? Das mal so ein bisschen aus dem Social Media Bereich mal so ein bisschen zu nehmen, jetzt eher mal über Foto- und Videoproduktion zu sprechen.

00:23:41: Ja, grundsätzlich geht es darum eben auch die Botschaft wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Also was wollen wir eigentlich erzählen? Was ist da auch so ein bisschen unser Ziel? Und die Strategie, die ich dann im Vorfeld sozusagen aufgesetzt habe, wird dann so in klare visuelle Ziele umformuliert sozusagen. Das heißt also, welche Emotionen sollen geweckt werden? Wie soll die Marke wahrgenommen werden? Und das alles ist dann praktisch der Ausgangspunkt dafür, dass ich so einen visuellen Leitfaden entwickle. Das kann bis zu einem Brandbook sich ausentwickeln, also dass ich dann natürlich festlege, auch für weitere Produktionen, wie möchten wir das visuell umgesetzt haben, wie soll sich eben die Brand da visuell entwickeln. Und dann definieren wir eben auch markenrelevante Geschichten. Das heißt also sowohl vom Inhalt als auch visuell natürlich. Also wie soll die Marke im Gedächtnis der Kundin bleiben? Und Dann sind wir wieder an dem Punkt, wo ich vorhin schon erzählte, dann erstelle ich ein Moodboard. Das wird mit dem Kunden abgesprochen und dann eben nutze ich das auch, Briefings zu erstellen fürs Produktionsteam.

00:24:57: Denn es ist immer wichtig, also wenn ich jetzt nur sage, wir haben einen roten Schirm, einen roten Regenschirm im Bild, dann gibt es acht verschiedene Vorstellungen von diesem Regenschirm. Und ich habe aber eine ganz konkrete und ich möchte, dass alle wissen, welche Vorstellung die meinige ist sozusagen. Und deswegen ist so ein Moodboard total wichtig und eben auch entsprechende Briefings. Also eine Produktion ist immer nur so gut wie das Briefing und da habe ich auch schon viele schräge schräge Dinge erlebt. Das heißt also von der Fotografie über Haare Make-up über das Styling und auch die Post-Production am Ende. Alle müssen sozusagen dasselbe Bild von dem Regenschirm haben oder eben auch der Frisur unter dem Regenschirm und also so konkret wie möglich. Also im Grunde. Und was ich allerdings erschätze und da bleibt leider immer weniger Zeit und Raum für, ist also auch während der Produktion Dinge entstehen zu lassen.

00:25:55: Das heißt, wir haben jetzt das Moodboard, wir wissen konkret, was wir tun und das tun wir auch. Aber es ist immer schön, wenn sich aus der Location heraus oder eben, weil das Model einfach so viel Lebensfreude hat, dass es irgendwie noch was bietet, was wir vorher so nicht bedacht hatten, dass man das noch mitnimmt. Das sind einfach oft die schönsten Ergebnisse, wenn man Raum hat, eben auch kreativen Dingen so Luft zu geben, sozusagen. Genau, und dann am Ende der Produktion, da geht es die Qualitätskontrolle, nicht nur technisch, auch, oft werden die Bilder ja weiterverarbeitet. Das mache ich selbst in der Regel nicht. Das heißt also, die gehen dann ins Unternehmen und die bauen dann daraus eben Content. Ganz unterschiedlich. Die kommen in Newsletter oder Social Media oder eben auch oft in Online-Shops zum Beispiel.

00:26:46: Und ich halte da immer ein Auge drauf, dass die vorherige Strategie da auch konsequent weitererzählt wird. Weil selbst wenn die Bilder alle eine Sprache sprechen, das, was danach folgt, das kann ganz andere Geschichten erzählen auf einmal. Und deswegen sehe ich mich da auch beratend, dass also die Bilder auch in der Weiterverarbeitung eben diese konsistente Geschichte erzählen.

00:27:11: Spannend und zeigt auch wieder mehr, dass hinter Visuell immer mehr steckt als man denkt.

00:27:16: Absolut, absolut. Ja,

00:27:18: das mal so ein bisschen, auf dieses Erzählen einzugehen. Wie kombinierst du Content-Strategie mit Storytelling? Kann auch eher Visual Storytelling sein, Inhalt sowohl visuell als auch inhaltlich wirkungsvoll zu machen?

00:27:32: Also Storytelling, das ist ja so ein bisschen so ein, ich sage manchmal so das Arschgeweih, also unter den Empfehlungen, wie Content transportiert werden soll oder Geschichten eben erzählt werden sollen und das hat absolut trotzdem seine Berechtigung. Also es ist nur so abstrakt und ich glaube viele können sich darunter gar nichts vorstellen. Für mich ist wichtig eben herauszufinden, welche Werte, welche Visionen, welche Botschaften hat eine Marke oder ein Unternehmen Und diese Geschichte wird dann eben über alle Kanäle hinweg erzählt. Und tatsächlich entwickle ich eine Core Story. Das ist halt die Idee von einem Marketing-Experten, der sich eben darauf stützt, das, warum man etwas macht, in den Vordergrund zu stellen. Und wenn man sich diese Story annimmt und wirklich mal überlegt, was ist eigentlich unsere Intention, wofür stehen wir, wofür stehen wir morgens auf, wie setzen wir das am Ende auch und was ist unser Produkt? Kann man daraus eine richtig schöne Geschichte erzählen, die einfach alle Werte und Visionen des Unternehmens in sich bündelt? Ich merke dann immer wieder, dass Kundinnen dann auch sagen Ja, aber das habe ich so irgendwie auch schon mal erzählt. Und dann sage ich ja, wie oft denn? Ja, habe ich schon mal gemacht. Und immer noch ist oft die Angst, zu viel zu erzählen, zu oft dasselbe zu erzählen, so ein bisschen irgendwie auch eventuell den Followerinnen damit auf die Nerven zu gehen.

00:29:04: Also ich werde nicht müde zu sagen, erzähl das. Und zwar irgendwie, wenn du, wenn du möchtest, jeden Tag, weil das bis das mal hängen bleibt, wofür wirklich so ein Unternehmen steht und was die wirklichen Werte sind. Das dauert eine Weile, bis das wirklich so ankommt. Und ja, so visuelles Storytelling, das noch zu ergänzen, das ergänzt praktisch die ganze Welt, haben wir ja vorhin auch schon angerissen. Und es kann halt super unterstützen, eben auch Emotionen zu wecken bei den Menschen. Denn Bilder verknüpfen sich nochmal viel intensiver. Sie schaffen einfach nochmal eine viel stärkere Verbindung. Und ja, ich glaube, die Kombination eben aus strategischer Planung, kreativem Erzählen und dann eben auch der richtigen visuellen Umsetzung, die macht am Ende dann ja so eine Geschichte rund.

00:30:01: Was sind typische Herausforderungen bei der Umsetzung einer durchdachten Content-Strategie und wie gehst du damit Vielleicht wollen wir da so ein bisschen das Visuelle berücksichtigen.

00:30:11: Am häufigsten strugglen meine Kunden an der kontinuierlichen Umsetzung von hochwertigem Content Und auch an der visuellen Umsetzung dann entsprechend. Also, die haben halt nicht so die Möglichkeiten, jetzt alle drei Tage ein Shooting zu machen, haben ein bisschen Angst vor Technik, wissen selber nicht, wie sie sich gut in Szene setzen. Kenber macht das ja für alle eigentlich gerade so easy zugänglich. Aber auch da gibt es immer noch Hürden. Also die ersten Schritte zu gehen, dann ist eben durch Kenber, davon kann man ja grundsätzlich visuell halten, was man möchte, aber ist das Niveau sehr hoch geworden. Also da gibt es schon sehr, sehr visuell ansprechende Umsetzungen. Und das baut aber unter Umständen einfach nochmal den Druck extrem auf. Und deswegen ist es für mich wichtig, ja, eben die Umsetzung der Strategie konsistent am Laufen zu halten, dass man sich da auch realistische Ziele setzt.

00:31:10: Also, dass man sich da nicht überfordert, sondern sich eben Content-Ziele setzt, die man auch einhalten kann, mit denen man sich eben nicht verzettelt, sondern von denen man weiß, dass man das gut umgesetzt bekommt. Und genau deswegen würde ich auch immer empfehlen, so fixe Content-Tage festzulegen. Das heißt also, manchmal hört man das, ja, Unternehmerinnen und Selbstständige sagen, und dann muss ich das auch noch machen. Und das ist nicht noch auch machen, sondern das ist ganz natürlich Teil deines Tagesgeschäfts. Das heißt, es kommt nicht on top, sondern es ist Part deiner Arbeit. Und deswegen empfehle ich unbedingt, sich zwei, drei, vier Stunden alle zwei Wochen, alle vier Wochen, je nachdem, wie man das eben umsetzen kann, sich Zeit zu nehmen und in den Redaktionsplan dann auch zu füllen. Das erscheint erst mal als ein Angang, ja, aber es zahlt sich dann so aus im täglichen Doing, dass man eben da gut vorbereitet ist. Genau.

00:32:15: Und dann, ja, finde ich, dass eben auch eine gewisse Flexibilität noch Relevanz hat. Das heißt also, nichts ist in Stein gemeißelt. Es ist immer wichtig zu gucken, was läuft gut, was läuft nicht gut, wo fühle ich mich gut, wo fühle ich mich nicht gut. Alles, was eine gute Performance hat, davon macht man dann mehr. Was eben eine schlechte Performance hat, das lässt man einfach. Wenn man mal experimentierfreudig war, was ausprobiert hat, aber sich die ganze Zeit schlecht dabei gefühlt hat, dann lässt man das auch, weil das macht keine Freude, das jetzt jede Woche in seinen Redaktionsplan aufzunehmen. Und grundsätzlich sag ich immer, wir brauchen eben einfach gar nicht mehr Content, wir brauchen irgendwie echt besseren Content. Und ja, nur dem ganzen bunten Bilderrauschen auf den Socials zu folgen und immer rauszuhauen.

00:33:03: Das ist also überhaupt nicht das, was ich vermitteln möchte, weil ich finde, das Mehrwert zu bieten, wirklich, wirklich wichtig und nicht nur das Veröffentlichen von Content, damit man halt einfach Content veröffentlicht. Und außerdem ist es so, dass ich das oft erlebe, dann sagen Kundinnen, so und jetzt war ich so gut am Ball. Ich habe letzte Woche jeden Tag was veröffentlicht und haben sich dafür ausgeahbt. Und für die zweite Woche war dann aber schon nichts mehr drin. Also da war weder die Energie da, noch die Zeit da, noch die entsprechenden Themen da und oft auch gar kein Bock. Also man hat sich dann da so verausgabt und ich finde eine Strategie kann dann sinnvoll umgesetzt werden, wenn sie wirklich auch umsetzbar ist. Das heißt, lieber zweimal die Woche hochwertigen Content, als sich da selbst was aufzuhalten, was einfach gar nicht machbar ist.

00:33:57: Und man

00:33:57: sagt immer, Content-Strategie ist ein Marathon und kein Sprint. Also lieber mit den Ressourcen haushalten, sodass man auch auf lange Distanz damit gut arbeiten kann.

00:34:08: Und mit Spaß und Kontinuität. Kommst du jetzt dann nochmal ein wenig besser, würde ich sagen. Letzte Frage. Wie schaffst du es, bei der Content-Produktion alle Beteiligten auf eine klare Linie zu bringen? Ist ja auch nicht immer einfach, insbesondere bei komplexen Projekten.

00:34:26: Ja, da muss ich wirklich sagen, ich mache das ja schon 20 Jahre und Ich bin als relativ junger Mensch, also direkt nach dem Studium, in eine sehr verantwortungsvolle Position gerutscht im Konzern. Und ich habe da wirklich unfassbar viele Produktionen geleitet. Nicht nur Mode, was eigentlich so mein Steckenpferd ist, sondern eben auch alles vom Staubsauger bis zur Waschmaschine. Und tatsächlich hat sich das so entwickelt, dass ich das Drittgeschäft betreut habe, das heißt Töchterfirmen, auch ganz außenstehende Unternehmen. Und für das eine zum Beispiel hat sich das ergeben, dass wir immer sieben Produktionen am Tag gleichzeitig hatten, die ich dann gesteuert habe. Und das kann man nicht anders sagen, als dass man da eine gewisse Gelassenheit mitbringt dann am Ende. Es kann immer was schief laufen, gar keine Frage. Ich hatte das jetzt Montag noch bei einer Produktion.

00:35:20: Montags ist es immer schön, dann kommt man ins Studio. Und es waren der Fotograf, Haaremake-up und Stylingkrank. Ja, ich saß dann mit dem Videografen und dem Modell alleine da. Wir haben das alles hingekriegt, weil ja, so was kommt halt einfach vor. Dann fängt man anderthalb Stunden später an und wichtig ist klare Kommunikation. Auch wenn, wenn alle morgens am Set sind, ist die Kommunikation trotzdem das A und O, dass alle wissen, was zu tun ist. Ich hab schon gesagt, ein vernünftiges Briefing ist wichtig, Moodboards, dass man eben sehr ruhig und fokussiert auch mit den Menschen umgeht. Ich würde tatsächlich sagen, dass meine Qualität auch gewisse Empathie ist.

00:36:00: Das heißt, ich kriege immer relativ schnell mit, wenn irgendwie am Set irgendwas nicht gut läuft, wenn da irgendwie schlechte Stimmung ist oder irgendwas nicht stimmt. Und ich bin total dafür, dass man das dann offen kommuniziert eben, weil man so schon viele Hürden im Vorfeld wieder glätten kann sozusagen. Und ja, dann kommt noch dazu, dass ich ja nicht alleine bin, sondern ich habe eben ein ganz tolles Team in der Regel. Und über die Jahre habe ich natürlich ein Pool von Menschen an meiner Seite, die auch sehr professionell sind, die alle wissen, was sie tun und wo ein sehr vertrauensvolles Verhältnis ist. Das heißt, das hilft einfach auch bei stressigen Tagen, bei viel Workload, weil tatsächlich hat man immer viel mehr Aufnahmen am Tag, als es noch vor 20 Jahren zum Beispiel der Fall war. Also wir machen bestimmt das Dreifache mittlerweile am Tag. Da ist richtig Druck hinter. Aber was ich zum Beispiel noch als mein Geheimrezept sehe, ist gutes Essen, Schokolade am Nachmittag und ja immer viel Spaß und gute Musik am Set.

00:37:08: Ja. Wow, das war ein Feuerberg an Insights. Ein großes Dankeschön an Karin Postert für ihre spannenden Einblicke in die Welt der visuellen Content-Strategie. Ich hoffe, ihr habt genauso viel mitgenommen wie ich, sei es über Bild, Sprache, Storytelling oder den perfekten Redaktionsplan. Falls ihr euch jetzt inspiriert fühlt, eure eigene Content-Strategie mit mehr Struktur und visuellem Feinschliff anzugehen, dann packt's an. Und denkt dran, es muss nicht perfekt sein, aber es sollte zu euch passen. Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert den Podcast, keine Episode zu verpassen. Unterlasst mir gerne euer Feedback, ich freue mich immer riesig über eure Gedanken.

00:37:45: Alle Links und Infos zu Karin findet ihr natürlich in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal, bleibt kreativ, bleibt strategisch und vor allen Dingen rockt euren Content! Copyright WDR 2021

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