Podcast und Content Strategie – Content Strategy Rocks Staffel 2 Episode 04

Shownotes

Thorsten Ising auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/thorstenising/

Website von Thorsten Ising: https://www.thorsten-ising.com/

Social Media Schnack: https://social-media-schnack.de/

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[0:00] Willkommen zu einer neuen Folge von Content Strategy Rocks. Ich bin Steffi, eure Podcast-Hosterin, Content-Strategin mit Herz und Verstand und seit längerem verliebt ins Thema Audio. Ja, ich gebe es zu, ich bin noch Podcast-Mewbie, aber sowas von neugierig. Und genau deshalb freue ich mich riesig, heute jemanden im Podcast zu haben, der nicht nur weiß, wie man gute Inhalte macht, sondern auch, wie man sie hörbar auf den Punkt bringt. Thorsten Ising, Berater und Dezent für Strategie und vieles mehr. Mit Thorsten spreche ich über die Schnittstelle zwischen Podcast und Content-Strategie. Was macht einen Podcast strategisch wertvoll? Wie fandet man das richtige Format? Und überhaupt, muss jetzt jedes Unternehmen podcasten oder reicht ein guter Blog? Spoiler, es geht nicht nur um Mikrofone, sondern um Haltung, Planung und jede Menge Content-Kompetenz. Also, Audio ab! Content-Strategie rocks!

[0:52] Wie siehst du die Rolle von Podcasts in einer modernen Content-Strategie? Auf jeden Fall ist es ein Part, der zu überlegen ist. Es ist nicht so, dass ich sage, es muss auf jeden Fall sein und jeder braucht einen Podcast und wir müssen an alle, wir müssen Audio denken, sondern ich würde mal sagen, es ist wie mit jedem anderen Mittel, mit jedem anderen Medium, mit einer Plattform und mit dem, was wir da draußen sowieso immer so machen, wir sollten das prüfen. Und ob es dort Möglichkeiten gibt, ob es dort Chancen gibt, ob es das Publikum tatsächlich gebrauchen könnte und auch, ob wir in der Lage sind, das so zu stemmen, wie wir es bei uns ordentlich und gut in den Rest der Strategie mit einbinden können und ob es für uns überhaupt irgendeine Art von Zuträglichkeit hat.

[1:42] Die erste Frage beantwortet. Die zweite. Was sind deiner Meinung nach die häufigsten Fehler, die Unternehmen beim Start eines Podcasts machen können? Lass es uns mal auf fünf Fehler eingrenzen. Ich bin mir sicher, du könntest auch noch weitaus mehr nennen. Ja, ich würde auch ganz gerne nur zwei nennen. Oder auch so. Denn tatsächlich, also ich glaube, dass zwei Fehler aus meiner Sicht die größten sind. Das Erste, sie haben zu große Erwartungen.

[2:13] Sie möchten meistens irgendwas ganz Spezielles damit erzielen, vielleicht sogar in Zahlen ausgedrückt, vielleicht sogar relativ schnell. Und diese Erwartungen lassen sich manchmal nicht direkt umsetzen und erfüllen. Ja, Podcast braucht Zeit und vielleicht eben auch ein bisschen mehr als nur drei Folgen und sowas, um sich mal wirklich richtig zu entwickeln. Und von daher glaube ich, dass manchmal die Erwartungen zu groß sind und das eine der Sachen ist, die tatsächlich schon einen Fehler in sich tragen. Und der zweite Teil, ich glaube, sie geben zu schnell auf. Also das ist nicht unbedingt der Start alleine, sondern ich glaube, sie geben sich zu wenig Zeit, zu wenig Raum, zu wenig Möglichkeiten, um so einen Podcast tatsächlich sich etablieren zu lassen. Und auch, vielleicht dann zweieinhalb, an den zweieinhalb Fehler, dass sie sich auch kombiniert mit dem ersten, mit den hohen Erwartungen vorstellen, dass da draußen viel zu viel Publikum sich für sie interessieren könnte. Vielleicht auch mit kleinen Zahlen zufrieden sein. Wenn es die richtigen sind, dann hat es immer einen Nutzwert, finde ich. Also das Wichtigste, was Unternehmen haben sollte, ist Geduld in Sachen.

[3:26] Ja, genau. Vernünftigen, klaren Gedanken, gute Pläne, gute Ideen, natürlich eine vernünftig gedachte, nicht überdimensionierte Produktion und sowas. Alles gehört natürlich auch dazu, aber eben diese Erwartungshaltung, die gesunde Erwartungshaltung und auf der anderen Seite eben auch die Möglichkeit, mal ein bisschen abzuwarten, das funktioniert halt nicht so schnell wie Google Ads. Ja, also von daher muss man dann vielleicht auch ein bisschen Zeit einplanen oder dem Ganzen ein bisschen mehr Raum geben. Da könnte man jetzt diskutieren, was die bessere Qualität hätte. Ich wäre für Podcast, aber das ist dann. Ja, natürlich, aber alles hat natürlich auch unter Umständen seine Bewandnis. Ich meine, so Google Ads oder überhaupt Ads funktionieren ja relativ schnell und gut, wenn es eben auch eine gute Strategie dabei hat. Und für viele Verwendungszwecke ist es auch besser als ein Podcast.

[4:23] Wann ist es sinnvoll, ein... Na, das hatten wir doch gerade eben.

[4:27] Werte Frage schon. Oh mein Gott, wir sind so schnell. Welche Kennzahlen oder Indikatoren empfiehlst du, um den Erfolg eines Podcasts zu nutzen? Das ist eine verdammt gute Frage.

[4:38] Also natürlich gibt es jede Menge Möglichkeiten, überhaupt auf Zahlen zu blicken. Zahlen zu blicken, ob jetzt irgendjemand abonniert oder wie viele Downloads es gibt oder wie viel Zeit insgesamt gehört wurde. Das alles finde ich in sich durchaus interessant. Also ob es unbedingt für jeden wichtig ist, ist eine andere Sache. Aber das kommt eben auch darauf an, was ich transportiere. Wenn mein Podcast sich im Laufe der Sendung entwickelt und ich viel zu sagen habe und viele Informationen unterbringe, dann ist die Durchhörzeit natürlich wesentlich interessanter als die Abrufzahl an sich. So sehe ich das vielleicht als den wichtigsten Indikator. Abonnenten sind toll, damit kann man toll draußen werben, aber auf der anderen Seite nutzt mir auch nichts, wenn Tante Erna aus Buxtehude meinen Podcast abonniert hat, aber eigentlich nicht zum Fach gehört und nie eine Folge wirklich durchlaufen hat lassen.

[5:40] Also von daher würde ich die Durchhörerzeit sicherlich als eine der interessanteren Metriken sehen. Du hast ja auch einen eigenen Podcast, den Social Media Schnack. Ist das dann auch etwas, wo du dann guckst, so wie die Hördauer dann auch bei deinem eigenen Projekt ist? Oder achtest du dann noch auf andere KW? Tatsächlich achte ich da gar nicht drauf.

[6:03] Also ich habe den Social Media Schnack, welcher ja nur einer von mehreren Podcasts ist, die ich begleite und die ich mache. Ich habe ja auch noch den mit dem Kai in aller Offenheit. Aber der Social Media Schnack läuft seit 150 Folgen in etwa. Und dort führe ich hauptsächlich Gespräche, so wie du jetzt mit mir, dass Menschen dabei sind, ab und zu auch mal alleine und ab und zu mache ich mal irgendwie ein Veranstaltungsreview und spreche mal über Bücher. Kommt immer drauf an, aber meistens eben mit Menschen. Und wenn ich diese Menschen im Interview habe, dann ist es für mich ein Gespräch, was ich sowieso hätte gerne führen wollen. Und dieses Gespräch, was ich dann eben führe, Das nehme ich mit auf und dann schneide ich das anschließend. Es ist schön zu wissen, dass Menschen das auch hören und honorieren. Ab und zu kriege ich mal irgendwo so eine Mail, du bist da in den Charts und da in den Charts. Natürlich ist das nett fürs Ego, wenn das ankommt. Und auch wenn man mit diesem Podcast in Verbindung gebracht wird und darauf angesprochen wird, ist alles toll, alles super. Aber ehrlich, ich gucke nicht auf die Zahlen. Mich interessieren die Zahlen nicht. Ich habe ganz am Anfang mal gesagt, ja, es wäre toll, wenn ich mal irgendwie tausend Hörer habe, HörerInnen habe. Ja, das war dann irgendwann auch soweit.

[7:23] Aber ich gucke da nicht drauf. Tut mir leid. Also das muss ich nicht leid tun. Das ist genau das, was ich mit diesem Projekt eigentlich verfolge. Ich wollte mir eigentlich nur einmal eine Staffel ausnehmen mit Leuten, mit denen ich schon seit Ewigkeiten über das Thema Kontostrategie und unterrichtlichen Facetten reden wollte. Und dann wurde das irgendwie zum Selbstläufer. Es kamen zwei Kollegen auf mich zu nach dem Motto, kann ich mit dir auch ein Gespräch aufnehmen? Und jetzt sind wir hier in Staffel 2. Ja, mega. Also es macht ja auch unfassbar viel Spaß, finde ich. Ich meine ja nicht nur, dass wir eben auch mit Menschen mal wieder zu einem anderen Anlass reden können, anstatt sie nur auf der Republika zu treffen, sondern auch, es kommen ja so viele coole Themen im Laufe der Zeit zusammen. Dann stolpern wir über ein tolles Buch oder wir nehmen irgendwie eine Aussage wahr oder Kollege, Kollegin tummelt sich plötzlich in einem anderen Arbeitsumfeld und das sind ja alle super interessante Aspekte und manchmal finde ich im Podcast ein unfassbar gutes Vehikel, um mit Menschen in Kontakt zu bleiben über das normale, ich like mal deinen Beitrag hinaus. Ja.

[8:37] Gute Frage. Welche Rolle spielen Storytelling und Narrative in einem zielgruppengerechten Podcast-Konzept? Oder spielt es überhaupt eine Rolle? Ja, das ist individuell, würde ich sagen. Also es kommt eben auch da wieder drauf an, was machen wir und wie sieht das Konzept an sich aus und was möchten wir erzählen? Und natürlich, Storytelling ist da ein unfassbar gutes Werkzeug, eine tolle Methodik, um Geschichten auch bildtransparent nach draußen zu tragen und den Menschen näher zu bringen. Und Narrative, ja, ich bin nicht der größte Freund davon, Narrative einzusetzen. Außerdem hat das Wort in den vergangenen Jahren immer mal einen sehr negativen Touch bekommen. Und natürlich haben wir immer unsere Berührungspunkte dabei und natürlich sagen sich eben Dinge auch einfacher, wenn wir sie in Narrativen ausdrücken können. Von daher haben sie ihren Platz, wenn es gut reinpasst. Und wenn es zum Konzept passt, dann würde ich sagen, müssen sie bedacht werden oder sollten sie bedacht werden. Sie auszuschließen, wäre aus meiner Sicht ein fataler Fehler. Aber grundsätzlich muss auch nicht jedes Interview, zum Beispiel so wie bei uns, eben einem Storytelling-Format oder einem Narrativfolgen.

[9:54] Wie bindest du Podcast-Inhalte in eine übergreifende Content-Strategie für andere Kanäle wie Social Media oder Blogs ein? Ja, spannend.

[10:04] Also spannend wäre jetzt natürlich auch eine schöne Antwort gewesen. Aber natürlich nein. Es ist so, dass sich natürlich Podcasts in den verschiedensten Varianten weiter verarbeiten lassen können und eben auch in den unterschiedlichsten Plattformen ihre Rolle in unserer Content-Marketing-Strategie spielen können. Wir haben unfassbar viele Möglichkeiten, ganz viele von Podcasts. Der Podcast werden heute nicht mehr rein Audio aufgezeichnet, sondern auch Video aufgezeichnet, denn ganz viele haben diese Darstellung mit den Transkriptionen und den ausgesprochenen Worten dann auch im Video, dem können wir dann folgen, sorgt auch für eine gewisse Aufmerksamkeit.

[10:42] Dann gibt es diese andere Situation. Wir sitzen in einem Interview-Podcast irgendwie in einer netten Umgebung. Jeder hat ein Mikrofon vor der Nase und dann geht es halt los. Aber es gibt auch diejenigen, die vielleicht unter Umständen anders ausgeprägt aufgenommen worden sind, in tollen Studios oder draußen. Ich habe letztens einen Corporate-Podcast in einer Bar gesehen. Das finde ich auch ganz nett. Mal eine schöne Idee, wie so ein Theken-Gespräch. Das war nett. Und diese Informationen dann natürlich dementsprechend umzubauen, einzusetzen, auch für Snipplets zu nehmen oder für kleine Content-Stückchen zu nehmen und damit natürlich dann, wenn es dazu passt, zu den eigentlichen Themen auf der eigentlichen Plattform in die jeweilige Zielgruppe mit diesen Dingen zu spielen, um eben auch auf den Podcast aufmerksam zu machen oder den Podcast so zu positionieren, dass dieser zu den anderen Themen beiträgt.

[11:34] Funktioniert in der Regel sehr gut. Und natürlich geht es auch in allen anderen Möglichkeiten, wie zum Beispiel den Transport in Live-Audio-Elemente. LinkedIn Audio hat sich ja ebenfalls da draußen durchaus in unserer Szene zumindest etabliert. Und wenn wir solche Live-Audio haben, in denen wir gleichzeitig auch die Möglichkeiten haben, den Podcast begleitend oder direkt zu positionieren, dann trägt das natürlich auch wieder einen Teil dazu bei, um auf unsere Content-Strategie einzuzahlen oder einen Beitrag an sich zu liefern dazu.

[12:08] Und von daher finde ich eine Einbindung hier so gut, wie wir es nur machen können, als nötig, richtig und wichtig. Danke, dass du das auch nochmal so stark betont hast, weil auch das beobachte ich bei einigen Unternehmen auch immer wieder, dass sie zwar einen Podcast haben und den dann auch regelmäßig veröffentlichen, auf all diese Dinge achten, aber dann sonst nichts damit tun und viele Leute dann auch im Endeffekt sagen, ach Mensch, ihr hattet einen Podcast, davon wusste ich ja gar nichts, weil die Distribution eben unterschätzt wurde.

[12:43] Welche technischen oder produktionsbezogenen Aspekte sollten bei der Planung eines Podcasts berücksichtigt werden, um die Inhalte strategisch gut zu platzieren? Okay, also das ist jetzt eine komplizierte Frage eigentlich. Denn also erstmal habe ich gedacht, okay, das sind ja zwei Aspekte, also diesen technischen und produktionsbezogenen Teil. Technisch würde man immer sagen, ja, es sorgt für einen ordentlichen Ton. Das wäre gut, wenn das so ist und auf beiden Seiten gut funktioniert. Bau da raus ein schönes Audiostück, das würde unter Umständen dann schon sehr, sehr viele Aufgaben erledigen. Aber das hat ja mit der Platzierung des Podcasts erstmal relativ wenig zu tun. Erstmal. Denn natürlich hat es auch seine Auswirkungen darauf. Ein guter Ton lässt sich einfacher platzieren in den Köpfen als ein nicht so guter Ton. Und wenn wir am Anfang schon mal einen nicht so guten Ton gemacht haben, dann haben wir möglicherweise dann zu diesem Zeitpunkt schon Menschen verschreckt, die uns vielleicht länger hätten zuhören wollen. Und auf der anderen Seite dieses strategisch gut platzieren.

[13:49] Das ist eben auch so eine Sache, ja, wir können immer von diesen kleinen Regeln leben und von diesen Regeln reden, die viele sagen, nimm einen Podcast nicht einfach auf, stell ihn online und dann in zwei Wochen den nächsten, sondern versuch gerade am Anfang ein bisschen Aufmerksamkeit zu erzeugen und stell ein paar Folgen mit rein und hab was vorproduziert, damit die Menschen auch etwas haben, dem sie folgen können und dass sie da auch mehrere Dinge haben, wo sie mal reinhören können, um eben auch dann sich zu Menschen zu entwickeln, die dem Podcast abonnieren, folgen, in der Community beitreten oder immer.

[14:30] Das ist so ein Teil, aber diese Platzierung an sich bedeutet ja auch noch jede Menge mehr drumherum. Texte, grafisches Layout, die Verfügbarkeit auf möglichst den Plattformen, auf denen Menschen Podcasts eben auch hören und konsumieren, dass Sie sie auch immer passend und vernünftig und hörbar in Ihren Podcatchern platziert bekommen und sowas alles. Das gehört natürlich dazu. Also eine gute Strategie zu machen, dann technisch sauber aufzunehmen, das Ganze vernünftig in Szene zu setzen, zu schneiden, grafisch aufzuarbeiten, textuell aufzuarbeiten, findbar zu gestalten, möglichst so zu gestalten, dass die Menschen draußen auch was hören können, wenn sie was hören möchten. Und ja, das würde für mich für den Anfang schon reichen.

[15:20] Fällt spontan ein Beispiel von einem Unternehmen ein, dass das Ganze alles schon richtig gut umsetzt?

[15:26] Das ist ja natürlich so Deutsche Bahn und so. Die machen das super gut. Ich finde aber auch, den nenne ich bei mir hier in der Ecke immer ganz gerne, ist ein Handwerker-Podcast, Handwerk to go heißt der, von der Firma Wöhler in Bad Wünnenberg. Die machen das wirklich toll. Also die machen das aus meiner Wahrnehmung richtig gut. Die sind gut angefangen, die haben sich weiterentwickelt, die haben ein tolles Konzept gebaut, die haben sympathische Moderatoren, Stimmen, zwei gleich dabei. Weil die haben tolle Themen, die nicht nur für ihre Kunden und Kundinnen interessant sind, sondern für Menschen aus dem Handwerk im Allgemeinen. Natürlich mit mehr oder weniger Bezug mal hier, mal da innerhalb der Folgen zum Unternehmen oder zu deren Produkten oder den Anwendungen, aber so insgesamt tatsächlich viele, viele Dinge, die wirklich richtig gut laufen. Das ist für mich wirklich ein gutes Beispiel und an vielen Stellen sicherlich auch ein Lehrstück.

[16:25] Das ist spannend. Das werde ich auch in den Shownotes verlinken. Das ist etwas, was die Leute sich gerne mal anschauen und anhören sollten.

[16:34] Wie kann man als Unternehmen sicherstellen, dass die Themen im Podcast langfristig relevant und attraktiv bleiben? Indem sie sich Mühe geben und ihrer Zielgruppe zuhören. Ja, also ich glaube, das ist eben genau das. Ich meine, wie bei allen anderen Sachen auch, wenn wir die Scheuklappen aufsetzen und immer nur in unsere Richtung laufen, dann kriegen wir relativ wenig mit. Wenn wir nicht auf Feedback hören, was von draußen kommt, wenn wir das auch nicht einfordern, wenn wir nicht mit Menschen sprechen, wenn wir unsere Zielgruppe nicht anhören, dann wird das dazu führen, dass wir in diesen Scheuklappen bleiben. Eine Sicherstellung geht es eigentlich nur, indem wir uns, wie in allen Bereichen, auf unsere Zielgruppe fokussieren und unsere Zielgruppe und unsere Themen dementsprechend ausrichten und matchen. Und dann ist es aus meiner Sicht auch nicht besonders schwer, das über eine bestimmte Dauer oder unbestimmte Dauer durchzuhalten und zu machen.

[17:38] Das heißt ja nicht, dass ein Thema immer so attraktiv bleiben wird. Aber wir sind ja nicht angetreten, um Unternehmen aufzubauen und unsere Themen aufzusetzen und die nur ein halbes Jahr attraktiv zu halten. Es muss ja irgendeinen Grund geben, warum wir glauben, dass auch unsere Unternehmensidee funktioniert. Und bei den meisten ist das ja auch draußen so. Also finden sie auch ihr Publikum. Und wenn wir was zu erzählen haben, dann ist das eben auch meistens nicht in wenigen Episoden auserzählt. Gut, Dankeschön. Nur noch zwei Fragen. Da sind wir auch schon durch.

[18:15] Ja, flott. Ja, du antwortest aber recht on point. Das ist recht angenehm.

[18:21] Ja. Gut. Wie geht man bei der Auswahl der Gäste für einen Unternehmenspodcast vor, um thematisch und strategisch passend zu bleiben? Ist ja auch keine einfache Sache. Nee, das ist wirklich in der Tat nicht so super einfach. Ich meine, es wäre relativ einfach, wenn wir einen Podcast ansetzen würden und sagen würden, okay, unsere potenziellen GesprächspartnerInnen sind nur von unserem Handwerk und dieses Handwerk gibt es da draußen in mannigfaltiger Form. Oder wir haben eine sehr konzentrierte Art, keine Ahnung, wenn wir einen Steuerberater-Podcast und wir fragen jetzt einfach jeden Steuerberater. Also das wäre ja relativ einfach. Aber das ist ja meistens eben nicht das, was wir in einem Podcast machen. Wenn wir zielgerichtet vorgehen und eben Expertise zu Wort kommen lassen möchten und Kompetenztragende zu Wort kommen lassen möchten.

[19:11] Die zu unseren Themen, unserer Geschichte, unserem Podcast an sich passen, dann ist das schon eine Herausforderung. Gerade nach einer Zeit. Also wir haben uns am Anfang vielleicht ein paar überlegt und hatten die Ideen, die wir dann eben auch vielleicht schon umgesetzt haben. und die Menschen haben wir eingeladen, aber dann setzt irgendwann dieser natürliche Teil ein, dass wir drüber nachdenken müssen, wer kommt denn jetzt als nächstes. Und diese Frage, diese Auswahl, die ist sicherlich für einige Unternehmen leichter und für andere deutlich schwieriger. Wenn ich jetzt interne Gäste aus dem Unternehmen zum Beispiel nehme und ich hier die Menschen zu Wort kommen lasse, die mit mir und in meinem Team und in meinem Unternehmen arbeiten und immer ihre unterschiedlichsten Bereiche vorstellen oder Aufgaben oder vielleicht auch einfach Geschichten dazu erzählen, dann ist auch hier irgendwann vielleicht Schluss. Vielleicht finden sich dann keine mehr, die noch vor das Mikrofon wollen oder es kommen die ersten Doppelungen rein und Wiederholungen und sowas.

[20:22] Ja, vielleicht ist das dann nicht mehr so einfach. Aber extern ist es noch ein bisschen schwieriger, wie ich finde. Weil wenn ich hingehe und ich scanne mal unsere Landschaft, ja, jetzt uns angesehen in unserer Branche und wir würden hier in diesem Bereich weiterschauen, dann fällt es uns auch leicht, Gäste zu akquirieren, weil immer wieder neue aus dem Bereich Content, Content Marketing, Marketing, Online, Social Media, Podcasts etc.

[20:48] Irgendwie in den Raum eintreten und wir dann die Möglichkeit haben, mit denen auch ins Gespräch zu kommen. Und jeder von denen hat auch in irgendeiner Art und Weise ein gewisses Sendungsbewusstsein.

[20:58] In anderen Branchen ist das nicht so leicht. Wenn ich mir andere Podcasts zum Beispiel angucke, ich bin total fasziniert von Kerstin Hoffmann, Dr. Kerstin Hoffmann und ihrem Podcast, die holt ja echt Hammer Gäste. Ich kann mir aber durchaus auch vorstellen, dass obwohl sie ihre Position hat und dass sie eben auch da draußen ihren Namen hat und so weiter, dass das nicht unbedingt super easy ist, jetzt den Zugang zu solchen Menschen zu bekommen. Das stelle ich mir schon ein bisschen herausfordernder vor oder es nimmt einfach mehr Zeit. Und so würde ich das in anderem Bereich tatsächlich adaptiv ähnlich sehen.

[21:31] Was hältst du von diesen Recherche-Tools? Es gibt ja diese Online-Plattformen, wo du dich sozusagen als Podcast-Gast registrieren kannst. Und dann wirst du eventuell von Leuten dann gefunden und zum Podcast eingeladen. Was hältst du von solchen Lösungen? Ja, das mag für manche auch eine gute Möglichkeit sein. Ich für mich habe das noch nicht in Anspruch genommen. Ich habe mal ein bisschen geguckt und ich glaube, ich habe mich bei einem mal registriert. Ich habe auch mal ein paar Anfragen bekommen, aber tatsächlich bin ich nie so wirklich dahinterher gelaufen oder habe es nie gemacht. Ich weiß von ein paar Podcasts, bei denen funktioniert das gut, aber ich glaube, je spezifischer das wird und je mehr sich das Thema konzentriert, sind solche Plattformen eher außen vor und dann beginnt die manuelle Suche, man muss eben die manuelle Ansprache erfolgen, man muss das Gäste-Einladungsmanagement auf eine andere Art und Weise erfolgen. Das geht dann meistens nicht so.

[22:31] Ich glaube, die Erfahrung teilst du auch, aber ich glaube, umso persönlicher man sozusagen diese Anfrage stellt, umso eher gelingt es dann tatsächlich auch als Podcaster, Podcasterin, dann auch tatsächlich die Leute dann auch vor das Mikro zu kriegen. Absolut, absolut. Wenn du jemanden anrufst oder wenn du jemanden auf einer Veranstaltung triffst oder mit einer netten Mail anschreibst, dann ist das eine ganz, ganz andere Sache. Aber ich meine, es kommt immer noch ein bisschen darauf an, ob man sich eben auch schon kennt, ob man sich begegnet und man in derselben Welt unterwegs ist und sowas. Aber auf der anderen Seite ist es persönlicher auch für einen näheren Kontakt netter. Aber wenn ich anrufe oder eine Mail schreibe oder dich anspreche auf der Veranstaltung, dann wirst du wesentlich mehr dich emotional mit diesem Thema auseinandersetzen und mit der Bereitschaft, Ja oder Nein zu sagen. Und die Ablehnungswahrscheinlichkeit bei einem fremden Kontakt, keine Ahnung, wenn ich den über Threads anschreiben würde, in vielen Fällen wirst du nicht mal eine Antwort bekommen.

[23:33] Gut, letzte Frage. Welche Erfahrungen hast du mit dem Ressourcen- und Zeitaufwand gemacht? Den ein gut geführter Podcast im Vergleich zu anderen Contentformaten erfordert. Also ein guter Content braucht ja immer Zeit. Das wissen wir. Also ein guter LinkedIn-Beitrag braucht genauso seine Zeit wie ein gutes Instagram-Bild, wie eine Story, wie ein Blog-Beitrag, whatever. Bei Podcast, ich persönlich sehe den Zeitaufwand hier in Relation gesehen durchaus zu Blog-Beiträgen und mehr. Ja, gegebenenfalls. Also da eben auch viele Dinge dazugehören. Da gehört ja nicht nur dazu, dass wir, das ist jetzt am Beispiel einer einzelnen Episode aufbauen, nicht nur die Person einzuladen, anzusprechen, sondern jetzt auch die Terminfindung zu betreiben, wenn wir es nicht automatisiert haben, ein gutes Briefing zu setzen, Vorbereitung zu setzen, zu recherchieren, auch Dinge über die Person vielleicht. Weil ich finde es immer sehr angenehm und charmant, wenn in so einem Interview-Format der Host, die Host mich einführt und vorstellt, anstatt dass man sagt, ja, das ist übrigens der Thomas, ach nee, Thorsten, stell dich doch mal vor.

[24:53] Dann ist das nicht ganz so cool, finde ich. Und wenn wir uns die Mühe geben, uns mit der Person auseinanderzusetzen oder im Falle eines Buchs auch das Buch gelesen haben und nicht nur quer gelesen haben.

[25:06] Konzentriert zu dem Buch auch Fragen stellen könnten und so, dann sind wir eben auch besser auf unserer Seite aufgestellt. Dann kommt die Produktion, die Aufnahme, danach erfolgt der Schnitt, die Optimierung des Tons, dann kommen vielleicht noch ein paar andere Dinge, dann sparen wir das Intro noch ein, dann bauen wir noch ein paar Brücken rein, vielleicht kommt ein bisschen Werbung oder vielleicht machen wir auch keine Werbung rein. Dann bauen wir vielleicht das Outro dran. Dann müssen wir eben Begleittext schreiben. Dann müssen wir die Show Notes schreiben. Dann bauen wir dazu einen Blogbeitrag. Bauen wir dazu ein Coverbild. Dann muss es distributiert werden. Dann laden wir es hoch. Dann muss die Freischaltung abgesprochen sein. Gegebenenfalls haben wir noch eine Freigabeschleife drin.

[25:44] Spätestens wenn wir journalistisch arbeiten, dann bauen wir diese Freigabeschleife mit ein, dass die Person drüber hören kann. Dann vergeht auch wieder ein bisschen Zeit, weil die Person möglicherweise nicht sofort antwortet, nicht sofort hören kann. Also müssen wir das dementsprechend auch in unsere Redaktionsplanung mit einem planen. Dann erfolgt die Distribution an sich. Also das Ding steht online, ist in den Podcatchern drin, aber wir müssen dafür sorgen, dass vielleicht auch das Publikum noch anwächst oder die Menschen must.

[26:10] Darauf angesprochen werden. Also das typische Social-Media-Game müssen wir spielen, dann kommt es vielleicht nochmal in den Newsletter rein. Vielleicht gibt es ein Marketing-Automation, vielleicht bauen wir da mit Promotion noch ein bisschen was drauf. Solche Sachen müssen eben alles geplant werden und dann ist auch zurück zum Tag um. Also wenn wir das alles in Summe an Zeit reinrechnen, also das kann eben durchaus Zeit nehmen, Zeit fressen und in einem Corporate-Podcast nochmal umso mehr. Weil möglicherweise gibt es eben hier nochmal rechtliche Punkte, die wir absprechen müssen. Vielleicht muss mein Gesprächspartner, meine Gesprächspartnerin auf der anderen Seite das rechtlich auch nochmal durch die Instanzen schicken oder eine Freigabe von Vorgesetzten einholen oder sowas. Und dann müssen vielleicht eben auch noch zusätzliche Formate gespielt werden, wie dann baust du noch ein paar Snipplets oder Audiogramme oder sowas, damit da draußen noch ein bisschen mehr gemacht werden kann. Also Sonntag ist da nichts, würde ich sagen.

[27:13] Wenn wir diese Ressourcen und Zeitfrage auch mal anders betrachten, was ist denn für Unternehmen, die jetzt mit einem Corporate Podcast anfangen wollen, am Anfang dann sinnvoller? Erst mal mit einem Experten, also einem externen Experten, das gemeinsam aufzubauen oder dann tatsächlich es vielleicht mit einem internen Team, den der externe Experte trainiert, aufzubauen. Was ist da so dein Erfahrungswert oder was denkst du wäre sinnvoll?

[27:46] Also ich mache das mit Kunden den unterschiedlichsten Stellen ihrer Kenntnisstände fest. Ich habe durchaus den Fall gehabt, dass Menschen kommen aus Unternehmen und sagen, Mensch, wir möchten ja einen Podcast haben und wir haben uns ein Mikro gekauft und wir wissen, wie wir aufnehmen mit unserem Computer und so weiter. Und das Einzige, was wir nicht können, ist das Thema Hosting. Und dann stellt sich im Laufe des Gesprächs raus, dass da noch ganz viele andere Dinge fehlen. Also bauen wir dann vielleicht die Kompetenz dazu auf. Das ist ein genauso guter Weg, wie ich finde, wie den anderen Weg zu gehen, dass Menschen und Unternehmen kommen und sagen.

[28:28] Könnte sein, dass Podcasts was für uns sind, können wir darüber mal sprechen und dann fängt der Weg an, dass wir darüber sprechen, die Ideenentwicklung, Formatentwicklung und sowas. Das alles immer natürlich, solche Dinge wie Probeaufnahmen und so und versuchen das Ganze erstmal irgendwie in eine Fühlbarkeit zu bringen, ob das für das Unternehmen tatsächlich passen kann, um dann vielleicht das Team zu entwickeln oder vielleicht sogar weiterzugehen und ein Studio mit aufzubauen oder eigenes Equipment für das Unternehmen, tatsächlich so zu arrangieren, dass die von jetzt auf gleich sich ins Studio setzen könnten, Studio in Anführungszeichen, diejenigen, die es hören können, meine Anführungszeichen nicht sehen, aber sowas aufzusetzen, daraus tatsächlich etwas wie ein Konstrukt zu bauen, was relativ schnell für die transportabel sogar funktionieren kann, dass sie das von Ort nach Ort mitnehmen können, dass sie vor Ort bei einer Messe und so ein Live-Podcast-Studio aufbauen können, das kann alles sein.

[29:27] Ich glaube, den einen einzigen richtigen Weg gibt es gar nicht. Ich glaube durchaus, dass das auch hier eine absolut individuelle Frage ist, beziehungsweise so zu beantworten ist, weil es sich natürlich daran orientiert, was das Unternehmen kann oder auch bereit ist auszugeben oder eben auch bereit ist reinzustecken an personeller Ressource oder eben auch an Zeit. Kommt drauf an, was für Ergebnisse die haben wollen, worauf die hinaus wollen, was die Ziele sind und so. Das alles ist davon abhängig, wie man vorgehen sollte. Das war Content Strategy Rocks mit Thorsten Esi. Und ich sag mal so, wenn jemand weiß, wie Content und Strategie im Podcast-Kosmos zusammenpassen, dann er. Für mich als Podcast-Neuling war es ein echter Podcast-Feuerwerk. Und vielleicht ging es euch ja genauso. Ob ihr gerade überlegt, einen eigenen Podcast zu starten oder euren bestehenden Strategischer aufstellen wollt. Torstens Impulse sind Gold wert. Wenn euch die Folge gefallen hat, lasst ein Abo da, empfehlt sie weiter an alle, die mehr als nur drauf losquatschen wollen und schreibt mir gerne eure Gedanken. Bis zur nächsten Episode. Bleibt strategisch, bleibt hörbar und denkt dran, nicht jeder Podcast rockt von allein. Aber mit guter Strategie wird's richtig gut.

[30:44] Music.

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