KI-Suche und Content Strategie mit Thomas Peham - Content Strategy Rocks Staffel 3 Episode 01
Shownotes
Website von Otterly.AI: https://otterly.ai/
Website von Thomas Peham: https://thomas-peham.com/
Linkedin-Profil von Thomas Peham: https://www.linkedin.com/in/thomaspeham/
Studien und anderer nützlicher Input:
The URL AI Citation Study 2026 (Mai 2026) https://otterly.ai/blog/url-ai-citations-study/
How to Optimize Content for AI Search (Februar 2026) https://otterly.ai/blog/how-to-optimize-content-for-ai-search/
The AI Citation Economy (Februar 2026) https://otterly.ai/blog/the-ai-citations-report-2026/
Google AI Mode vs AI Overviews Study (Dezember 2026) https://otterly.ai/blog/google-ai-mode-vs-ai-overviews/
Transkript anzeigen
Steffi:
[0:00] Willkommen zu einer neuen Folge von Content Strategy Rocks. Ich bin Steffi, eure Podcast-Hosterin und heute vermutlich irgendwo zwischen klassischem SEO-Nostalgie-Album und KI-Suchmaschinen-Kristallkugel unterwegs. Heute freue ich mich sehr, Thomas Peham bei mir begrüßen zu dürfen. Thomas ist Größender von Otterly AI, langlehriger Software-Marketer und jemand, der den Wandel von SEO zu KI-getriebener Suche nicht nur beobachtet hat, sondern direkt aus einem echten Marketing-Paint-Point ein Produkt gebaut hat. Also quasi erst Bauchgrummel bei ChatGPT, dann Autobahn-Aha-Moment, dann Startup. Kann man machen. In dieser Folge sprechen wir darüber, wie sich Suche verändert, warum Geo-AI-Search-Optimization oder Answer-Engine-Optimization mehr ist als nur das nächste Buzzword-Bingo-Kärtchen im Marketing-Meeting und weshalb Sichtbarkeit in KI-Antworten ganz neuen KI-PI mit sich bringt. Wir schauen uns an, warum eure Webseite vielleicht großartigen Content hat, aber für KI-Crawler trotzdem ungefähr so sichtbar ist wie ein Ninja im Dark Mode. Gar nicht. Außerdem geht es um Google-AI-Overviews, AI-Mode, Gemini, technische Hausaufgaben, PR als heimliche Geosuperkraft und die Frage, warum Marketing-Teams künftig nicht nur Menschen, sondern auch KI-Agenten als Persona verstehen sollten. Also, Robotext polieren, Brennsprache kurz mal vom Hohen Ross holen und los geht's.
Steffi:
[1:27] Content Strategy rocks!
Steffi:
[1:34] Wie hast du persönlich den Wandel von klassischen SEO zur KI-getriebenen Suche erlebt? Und was war da vielleicht dein Aha-Moment?
Thomas Peham:
[1:42] Ja, also sehr, sehr spannende Frage, Stefanie. Ich finde es deswegen auch spannend, weil mich das ja auch die letzten Jahre schon etwas umgetrieben hat, dieser Wandel vom klassischen SEO hin zur KI-Suche. Warum? Also vielleicht auch von meinem Background kurz erklärt. Also ich bin seit über 12, 13 Jahren im Software-Marketing tätig, habe für verschiedenste Startups, Scale-Ups, größere Interpreisfirmen in verschiedensten Marketingfunktionen gearbeitet und war so die letzten Jahre, also von 2020 bis 2024, als VP-Marketing für Storyblock tätig. Storyblock ist ein Content-Management-System und habe dort ein Marketing-Team aufgebaut und bis zu guter Letzt ein 30-köpfiges Marketing-Team geführt. Und dieser Wandel, den du jetzt gerade gefragt hast, das war halt sehr spannend. Und da gab es jetzt bei mir nicht einen Aha-Moment, sondern tatsächlich mehrere. Ich glaube, der allererste war dann irgendwann mal kurz nachdem ChatGPT gelauncht ist, kamen so die ersten Fragen bei mir auf, so in Richtung, naja, wir geben jetzt sehr viel Geld bei Google aus, sowohl im Paid-Programm als auch im Organic-Programm. Ich hatte damals eigene Teammitglieder, die sich nur um Content gekümmert haben. Wir hatten einen sehr starken Content-Background, Content-Marketing-Background. Wir hatten SEO-Agenturen in Europa, in den USA.
Thomas Peham:
[3:04] Irgendwie hat mich das etwas unrund gemacht, dass ich nicht so wirklich wusste, was gerade bei ChatGPT passiert.
Thomas Peham:
[3:10] Wir haben halt auch eine sehr technische Zielgruppe. Für mich war da relativ schnell klar, dass diese Zielgruppe auch ChatGPT zum Beispiel nutzt als KI-Tool. Und von dem her habe ich mich da mal so gefragt, naja, okay, wie sichtbar sind wir jetzt dann eigentlich so als Marke, als Unternehmen? Natürlich kann ich jetzt selber als Thomas zu ChatGPT gehen und fragen, was ist denn das beste Content-System für Marketing-Teams, aber das hat sich jetzt wirklich nicht so skalierbar für mich angefühlt und, Das Thema, das war jetzt, wie gesagt, nicht so ein großer Aha-Moment, aber das waren eben so die ersten Fragen und ich kann mich noch gut erinnern, ich saß dann mal im Auto am Weg in die Arbeit und hatte einen Podcast gehört und bei dem Podcast ging es um genau dieses Thema nämlich und es gab damals, also damals vor zwei, drei Jahren noch keinen Begriff für das Thema, nennen wir das jetzt GEO oder AI Search Optimization und wie auch immer. Und ich weiß noch ganz genau, wie ich im Auto saß, den Podcast hörte und einer der Hosts meinte eben so, naja, wir werden jetzt in Zukunft verschiedenste Produkte im Bereich AI-SEO sehen. Und für mich war so das erste Punkt, AI-SEO, ja stimmt, also es geht um diese KI-Suche, um diese KI-Suchmaschinenoptimierung. Und ich kann mich noch gut erinnern, ich bin von der Autobahn abgefahren und habe, glaube ich, dreimal diesen Podcast zurückgespult und nochmal mir angehört, weil ich wusste, das ist es. Also genau das Thema ist es. Und ich habe plötzlich Wörter und Beschreibungen für dieses Problem gefunden.
Thomas Peham:
[4:39] Persönlich ging es dann bei mir relativ schnell dann weiter. Also ich habe dann 2024 tatsächlich neben meinem Fulltime-Job mal angefangen, nach Lösungen zu suchen. Also welches Produkt kann ich denn selber bauen, um zu verstehen, wie sichtbar ich als Marke bei ChatGPT und Co. bin. Und da gab es doch gar nicht den Plan, dass das vielleicht mal ein Startup oder ein eigenes Unternehmen wird. Aber wie gesagt, ich wollte am Ende des Tages einfach mein eigenes Problem lösen. Und das hat mich dann so 2024 begleitet und schlussendlich, ich habe mich dann auch mit meinem damaligen Ex-Arbeitskollegen zusammengeschlossen, dem Josef und dem Klaus und wir haben da einfach mal so als Hobby daran gearbeitet. Und Ende 2024 haben wir dann realisiert, dass wir plötzlich tausend Nutzer auf der Plattform hatten, obwohl wir kein Marketing gemacht haben, das einfach mal so als Hobbyprojekt gesehen hatten. Und das war dann für uns eigentlich so der Starting Point, wo wir gesagt haben, okay, da müssen wir uns jetzt mehr darauf fokussieren. Wir haben dann alle unsere Jobs verlassen. Ich bin dann Anfang 2025, also vor ca. einem Jahr, raus aus meiner Marketingrolle.
Thomas Peham:
[5:48] Habe dann auch das Unternehmen mit März letzten Jahres verlassen und wir haben dann eine GmbH gegründet, haben quasi ein Unternehmen gegründet und sind jetzt im letzten Jahr sehr stark von eben diesen 1.000 Nutzer auf ca. 15.000 Nutzer gewachsen und helfen im Grunde Marketing-Teams dabei zu verstehen, wie sichtbar sie bei ChatGPT und Co. sind. Und ja, ich bin mir sicher, wir sprechen da gleich viel mehr über das Thema, aber das war halt so der Punkt, so vom ersten Aha-Moment über ein paar weitere Aha-Moments in Richtung, ich muss jetzt da selber eigentlich was machen und was bauen.
Steffi:
[6:20] Ihr habt ja mehr oder weniger aus einem, ich sag mal in Anführungszeichen, Pain-Point, den ja jetzt eigentlich die Leute auch vor allen Dingen jetzt 2025 auch gespürt haben, habt ihr mehr oder weniger eine Geschäftsidee gemacht. Das ist ja eigentlich recht clever.
Thomas Peham:
[6:31] Ja, also im Nachhinein gesehen, glaube ich, ganz gut gelaufen. Wir sind sehr happy. Wie gesagt, ursprünglich war einfach mal so der Starting Point. Wir wollen unser eigenes Problem mal lösen und besser verstehen. Und ich glaube, es gibt, also wenn ich jetzt was als Gründer mitnehmen kann, dann glaube ich, gibt es nichts Besseres, als sich auf die eigenen Probleme mal zu fokussieren und zu schauen, wie man diese denn mit einem Produkt oder mit einem Service lösen kann.
Steffi:
[6:56] An das Problem kann ich gleich mit der nächsten Frage anknüpfen, weil für viele das wahrscheinlich immer noch so ein Buch mit sieben Siegeln vielleicht ist und auch ein großes Fragezeichen dahinter ist,
Steffi:
[7:07] gerade weil es vielleicht auch in Anführungszeichen noch so ein relativ neues Ding ist. Wie viele, auch andere Experten wie du, reden über Generative Engine Optimization, gerne auch als Geo abgekürzt. Wie unterscheidet sich das denn für dich vom klassischen SEO?
Thomas Peham:
[7:23] Ich würde es mal so anfangen. Ich glaube, auf der einen Stelle muss man einfach mal sagen, dass das Konsumentenverhalten natürlich ein anderes ist. Was meine ich damit? Wir als Konsumenten gehen zu Google, Google.com, wir haben dort ein Keyword, das wir eingeben und wir sehen dann 10, 20, 100 verschiedene Links und schauen uns die verschiedensten Webseiten an. Jetzt ist es halt so, und ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob GEO so der richtige Begriff ist, weil das ja eigentlich, und mir ist das eigentlich auch egal an der Stelle, ob es AI-Search-Optimierung ist, GEO oder Answer-Engine-Optimierung. Aber die Realität ist halt, dass ein ChatGPT-Interface, also die Benutzeroberfläche von ChatGPT, halt eher Antworten ausspielt, als wie diese blauen Links, die wir alle von Google kennen.
Thomas Peham:
[8:11] Warum erwähne ich das? Ich erwähne das deswegen, weil GEO und SEO sich da schon mal fundamental unterscheiden, wie wir den Erfolg messen. Bei Google ging es immer und geht es nach wie vor um die Optimierung von Impressions, Klicks, Klickraten, mit bekommenden Traffic auf die Seite, auf unserer Webseite und idealerweise converted der Traffic dann. Wenn ich jetzt in diesen ChatGPT-Interface denke, dann geht es mal im ersten Schritt darum zu verstehen als KPI, wie sichtbar bin ich als Marke, als Produkt. Wenn ich jetzt bei ChatGPT nach den besten Laufschuhen frage, ich bin Hobbyläufer, dann ist es halt so, dass ich nicht 10 Webseiten vorgeschlagen bekomme, sondern mal wahrscheinlich 5 bis 10 Produkte. Je nach Branche, je nach Search Query gibt es eine unterschiedliche Länge an Produktvorschlägen, aber es geht hier mal im ersten Schritt darum zu verstehen.
Thomas Peham:
[8:57] Bin ich sichtbar, sind meine Produkte sichtbar, ist meine Marke sichtbar und das ist eine Marketing-Marken-KPI, eine Brand-KPI und keine SEO-KPI. Das ist, glaube ich, so mal die eine Kernthematik. Also wir haben hier neue KPIs.
Thomas Peham:
[9:12] Brand, also neue unter Anführungszeichen, Brand KPIs gibt es ja eh schon auch länger, aber jetzt in diesem Interface eine neue KPI. Und es geht aber auch um die Website-Quellen. Also wir nennen es zum Beispiel Citations in unserem Produkt. Also wird unsere Webseite zitiert von ChatGPT. Da geht es eben nicht darum, dass wir dann uns großartigen Traffic erwarten können, weil ja, die Klickraten bewegen sich irgendwo bei 0,1 bis 1% wahrscheinlich im ChatGPT-Interface und als Marketing-Teams finden wir super, dass dann plötzlich Referral-Traffic von ChatGPT kommt. Die Wahrheit ist aber, dass das nur ein ganz, ganz kleiner Bruchteil der wahren Nutzung ist, weil eben diese Link-Citations viel, ich sage mal, viel kleiner sind, wesentlich unprominenter sind als in der klassischen Kugelsuche.
Thomas Peham:
[9:56] Nichtsdestotrotz wollen halt viele Marketing-Teams diese Citations optimieren, also sicherstellen, dass der eigene Content zitiert wird und referenziert wird, damit wir dann natürlich auch zum gewissen Grad die Chance haben, die Antwort zu beeinflussen. Werden es unsere Produkte empfohlen oder werden die Produkte von Mitbewerbern empfohlen?
Thomas Peham:
[10:14] Ich glaube, wenn wir jetzt von dem Unterschied GEO zu SEO reden, dann geht es im ersten Schritt mal um diese neue Definition von Erfolgsmessung. Wenn es dann um die Optimierung geht im zweiten Schritt, dann glaube ich, gibt es auch ein paar Gemeinsamkeiten, wo SEO und GEO sehr ähnlich funktionieren in Richtung EAT-Principles, also den klassischen Content-Signalen auch, das ist, glaube ich, grundsätzlich relativ ähnlich.
Thomas Peham:
[10:45] Aber wiederum auf die Webseite bezogen, die Crawler von OpenAI sind natürlich andere Crawler als die Crawler von Google und ich glaube, auch das muss man mal verstehen, dass eben diese Crawler auch anders funktionieren, anders agieren und dass diese Crawler zum Beispiel noch kein JavaScript verstehen. Das heißt, habe ich eine sehr JavaScript-heavy Webseite, ist Content vielleicht dynamisch irgendwie versteckt, wird nachgeladen. Das ist gerade im E-Commerce oftmals ein Problem, dass Produktkategorieseiten dynamisch generiert werden, Produktdetailinformationen dynamisch nachgeladen werden. Also das sind dann oft Herausforderungen, wo man dann feststellt, dass zum Beispiel die OpenAI-Crawler diesen Content gar nicht crawlen können und somit habe ich gar nicht die Chance, damit quasi zitiert zu werden und ich sage immer, ich habe vielleicht den besten, den schönsten Content, aber wenn der eben versteckt ist hinter diesem JavaScript, dann habe ich nicht mal die Chance, dass OpenAI den dann entsprechend auch zitieren kann.
Thomas Peham:
[11:45] Also das ist zum Beispiel eine technische Gegebenheit, die jetzt mal die GEO von SEO unterscheidet. Und ja, wir haben uns da auch einige Studien angesehen, auch einige selber gemacht an Research. Ich glaube, da gibt es dann schon noch ein paar weitere Feinheiten in Richtung Content, die On-Page-Content-Optimierung, wo man im Detail, also Buzzword-Content-Junking, es geht sehr stark um das Thema Content-Junks, wie kann ich eben diese zitierfähigen Content-Junks bereitstellen gegenüber ChatGBT.
Thomas Peham:
[12:16] Wobei es bei Google eher immer um die, ich sage mal, Page-Optimierung ging, Seiten-Optimierung. Es gibt auch Studien und wir sehen das ähnlich, dass Backlinks und auch die Interlinking-Struktur weniger wichtig ist für die Zitierfähigkeit bei OpenAI und Co. als wie bei Google. Das sind dann so weitere, ich sage mal, weitere Unterschiede, aber ganz generell gesprochen eben nochmal zusammenfassend, es sind neue KPIs, die wir hier haben als Marketing-Team und wir haben eben sowohl technische als auch inhaltliche Unterschiede zwischen diesen verschiedensten KI-Suchmaschinen. Und da muss man einfach auch ganz klar sagen, und ich glaube, wir sprechen dann auch noch weiter darüber, selbst Google hat sich natürlich sehr stark hin zu einer KI-Suchmaschine entwickelt und es ist mittlerweile, glaube ich, nicht mehr so korrekt zu sagen, naja, okay, es ist jetzt eine Suchmaschine Google. Mittlerweile haben wir mit Gemini.google.com, mit dem AI-Mode, mit den Google Airwall Views und der traditionellen Google-Suche. Was sind es? Vier verschiedene Suchinterfaces. Und das macht es halt dann auch an der Stelle etwas komplexer als wie vielleicht noch vor drei, vier Jahren.
Steffi:
[13:21] Da würde ich gleich mal mit einer nächsten Frage andocken, weil ihr das ja auch in eurer Studie auch untersucht hattet. Die zeigt nämlich, dass Google mit dem AI-Mode und den AI-Overviews nach unterschiedlichen Regeln spielt. Welche Unterschiede haben dich da tatsächlich am meisten überrascht oder euch?
Thomas Peham:
[13:38] Es war ganz spannend, weil auf der einen Seite, um da auch nochmal kurz auszuholen, die Google-AI-Overviews gibt es jetzt natürlich etwas länger. Also die Google-Ei-Overviews sind ja quasi ein Featured Snippet, das in der traditionellen Google-Suche jetzt sehr viel Platz einnehmen, in der Regel bei, also je nach Funnel-Stage und in unserer Studie in Deutschland waren es irgendwie 49% aller Keywords, also quasi die Hälfte aller Google-Keywords, der Top deutschen Suchanfragen führen mittlerweile zu einer Ei-Overview. Aber es gibt trotzdem noch 50% an Keywords, wo es keine EIWFU gab in unserer beobachteten Studie. Das ist, glaube ich, mal so der eine Hauptunterschied. EIWFU gibt es auch, wie gesagt, schon länger. Also in den USA ging es live im Mai, Mai 24, im Dachraum in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sie jetzt noch nicht so lange. Das war jetzt März letzten Jahres, Ende März, Anfang April.
Thomas Peham:
[14:35] Und ich glaube, das muss man einfach auch im Hinterkopf behalten, weil Google, glaube ich, da sehr viel experimentiert hat mit den AI-Offuse, auch sehr viel gelernt hat in den USA und in den englischsprachigen Märkten beim Rollout. Aber dann kam plötzlich der AI-Mode um die Ecke vor ein paar Monaten, der nochmals dediziert das eigene Interface, auch eine eigene Oberfläche noch mal ist. Also wenn man heute, wir sehen das wahrscheinlich mittlerweile oftmals Standard bereits in der Google-Suche, auf eben google.com klicken, sehen wir einen eigenen Tab, der nennt sich AI-Mode. Und das Interface, die Benutzungswahrfläche, fühlt sich wesentlich mehr wie ChatGPT an. Also ich sage mal so, es ist eine Mischung vom Interface zwischen ChatGPT und den sogenannten AI-Overviews, den KI-Übersichten. Ich habe rechts ein paar Links, ich habe die Link-Citations und ich habe dann aber ein sehr konversationelles Interface. Was mich überrascht hat, ist, dass obwohl beide Systeme auf einem, und Google sagt jetzt nicht viel, aber Google sagt, die basieren beide auf einem Gemini-Large-Language-Modell, aber eben einen Custom-Large-Language-Modell. Das heißt, die Unterschiede, die wir sehen, also die Webseiten, die zitiert werden, die Marken, die erwähnt werden, sind da durchaus beachtlich, dass es hier Unterschiede gibt. Also im ersten Moment hat mich ganz persönlich einfach mal überrascht.
Thomas Peham:
[15:50] Dass obwohl beides von Google kommt, beides vom Gemini-Large-Language-Modell, Und es hat hier durchaus unterschiedliche Ergebnisse gibt. Ich glaube, ganz generell gesprochen sieht man einfach auch, dass Google in den AI-Overviews und auch in anderen Produkten sehr stark die eigenen, ich sage mal, Google-Properties auch pusht. Also YouTube und Co. Also warum das so ist, kann jetzt jeder selber hinterfragen. Aber ich glaube, das sieht man auch ganz klar, dass da YouTube eine sehr, ich sage mal, überdurchschnittliche Präsenz zum Beispiel einnimmt. Aber ich glaube, die gute Nachricht, wenn ich jetzt auch den AI-Mode mit AI-Overviews und dann vielleicht auch ChatGPT vergleiche, ist, dass wir als Webseiten durchaus auch die Chance haben, hier zitiert zu werden und gefunden zu werden. Also Google im Vergleich zu OpenAI zitiert durchaus häufiger Corporate-Websites, Brand-Websites, wobei man sagen muss, dass die Google-AI-Mode nochmal brandfokussierter sind, also da auch mehr Marken nochmals erwähnen und auch zitieren. Ich glaube, das sind mal so die Kernunterschiede.
Thomas Peham:
[16:52] Das Wichtigste für uns als Marketer am Ende des Tages ist mal A, zu verstehen, was passiert denn auf diesen Kanälen überhaupt, was wird dort ausgespielt und ich glaube, es muss sich dann jeder selber eine Plattform-Strategie überlegen und sagen, naja, okay, wir sehen jetzt einen gewissen Impact in den ER-Wallviews, weil eben ER-Wallviews ausgespielt werden, erhöhen sich die Anzahl der Zero-Clicks, wir bekommen weniger Traffic zu unseren Kern-Querries, gleichzeitig fehlt dann eben oftmals der Insight, naja, was passiert denn in den ER-Wallviews, welche Webseiten werden zitiert, da kommt eben dann ein Tool wie Otterly zum Beispiel rein, wo wir helfen können. Also das mal zu analysieren, macht voll Sinn.
Thomas Peham:
[17:30] Beim ER-Mode bin ich eher in der Situation, dass ich empfehle, das zu beobachten. Ich glaube, der Impact ist noch nicht so spürbar, also glaube ich auch noch nicht so spürbar, weil, ich meine, Google sagt auch wenig, wie viel Nutzung im ER-Mode tatsächlich derzeit passiert, aber ich glaube, auch das mal zu beobachten ist sicherlich spannend und wichtig. Und die dritte Suchmaschine von Google, eben Gemini, gemini.google.com. Gemini hat gerade die letzten Wochen und Monate einen großen Hype erlebt und hat da auch, ich sage mal, sehr gut aufgeholt im Vergleich zu ChatGPT. Da macht es durchaus Sinn, auch das zu beobachten und hier potenziell dann auch erste Optimierungsschritte zu setzen, weil gerade das dann eben, da sehe ich dann durchaus Referral Traffic rumkommen, der bei uns auf der Webseite landet.
Thomas Peham:
[18:12] Und ich sage mal so, erster positives Signal eben.
Steffi:
[18:16] Welche taktischen Erkenntnisse aus der Studie würdest du an einen SEO-Team vielleicht weitergeben, die gerade damit anfangen, mit dem Thema Optionierung für KI-Suche beschäftigen? Was würdest du ihnen da empfehlen? Ich meine, mal abgesehen davon, die ganze Studie zu lesen, vielleicht hast du da so ein paar Highlights draus, die wir sich vielleicht besonders genau anschauen sollten.
Thomas Peham:
[18:36] Gerne die ganze Studie lesen, die gibt es auch als PDF bei uns auf der Webseite. Aber was sind so die Takeaways oder die Tipps? Ich glaube, Punkt eins, das ist vielleicht so ein technischer Faktor. Ich habe durchaus einige Marketing-Teams gesehen, die realisiert haben, dass die eigene Webseite gar nicht crawlbar ist für diese, ich sage mal, neuen AI-Crawler und Agenten. Warum ist das so? Im ersten Schritt ist das mal eine Web-Hosting-CDN-Frage. Also ich habe durchaus Fälle gesehen und auch persönlich erlebt, wo der eigene Web-Poster gesagt hat, naja, wir blockieren mal bei Default all die AI-Crawler. Das sind alle sehr ressourcenintensiv und nee, wir blockieren die. Wenn man da nicht nachfragt im Support oder vielleicht auch in den Konfigurationssettings, das ist halt oftmals ein sehr technisches Thema, liegt dann oftmals nicht im Marketing-Team, sondern in der IT-Abteilung. Also wenn man da nicht mal reinschaut, hat man schon mal die erste Gefahr, dass die eigene Webseite gar nicht sichtbar ist in diesen KI-Suchmaschinen. Wir haben da auch, also das soll jetzt gar keine Eigenwerbung sein, wir haben da ein kostenloses Tool, wo man das mal checken kann, wo man die eigene Webseite eingibt und sieht, haben diese AI-Crawler überhaupt die Chance, auf diese Webseite zuzugreifen. Das ist wirklich Schritt 1, die Hausaufgabe Nummer 1.
Thomas Peham:
[19:51] Hausaufgabe Nummer 2 ist, einfach nochmal die Robots.txt.datei gegen zu checken und zu schauen, erlauben wir proaktiv Zugriff für verschiedenste Crawler auf gewisse Repositories, auf gewissen Content. Auch da, ich kenne Unternehmen und da gibt es ja auch Statistiken weltweit, dass viele Unternehmen sagen, wir blockieren jetzt wirklich auch proaktiv diese Crawler. Wir wollen das nicht, dass unsere Daten für das Training genutzt werden.
Thomas Peham:
[20:18] Die Realität sieht halt so aus, dass es nicht einen OpenAI-Crawler gibt, sondern verschiedenste. es gibt den Training-Bot, es gibt den User-Agenten, es gibt den Search-Bot. Und ich glaube, da muss man sich auch als Marketing-Team mit dieser neuen, ich sage immer, das ist eine neue Personagruppe, die wir kennenlernen müssen. Wir müssen diese Crawler verstehen und wir müssen dann für uns als Unternehmen entscheiden, welche Crawler dürfen Zugriff haben, welche nicht. Das kann man über die Robots-Txt-Datei an sich relativ schön kontrollieren. Das ist in gewisser Weise auch schon quasi auch akzeptiert der Standard von diesen AI-Bots und Crawlern.
Thomas Peham:
[20:51] Punkt 2. Punkt 3 ist der letzte technische Aspekt, eben das Thema dynamischen Content. Obwohl das bei Google nie so wirklich ein Thema war, wird es eben derzeit ein Thema aufgrund dieser Limitierung von einem Open-Air-Caller. Das heißt, auch sich hier nochmal anschauen, wie viel dynamischen Content habe ich, wo sitzt der, wie wird meine Seite geladen im Frontend. Das wird dann auch relativ schnell technisch. Habe ich Static Site Generation im Platz oder habe ich eben hier vielleicht ein paar Challenges? Das sich mal mit dem IT-Team oder dem Team anzuschauen, der die Webseite betreut, ist super wichtig, weil, wie gesagt, ich könnte den besten Content haben, den besten Produkt-Content, aber der ist halt dann, wenn diese drei Dinge nicht gegeben sind, de facto unsichtbar. Habe ich diese drei Hausaufgaben auf technischer Seite gemacht, würde ich sagen, es geht dann im zweiten Schritt um die Content-Optimierung. Und hier sehe ich sehr viele Produkt-, also Produkt-, Content-Hausaufgaben. Also ich glaube, gerade dadurch, dass sich das Konsumentenverhalten sehr stark in diese Zero-Click-Welt bewegt, geht es im ersten Schritt mal um die Optimierung der eigenen Produkte, der eigenen Services. Habe ich ganz klar.
Thomas Peham:
[21:56] Bin ich im E-Commerce-Business-Marktplatz, habe ich verschiedenste, oftmals tausende Produktinformationen, SKUs, sind diese ganz klar strukturiert, haben die gute Schema-Markups, aber auch ganz simpler Faktoren. Wird meine Preisinformation richtig übergeben, ausgespielt im Frontend? Gibt es eine Produktbeschreibung? Gibt es Produktspezifika, die ich ganz klar auch deklariere? Da kommen halt viele Unternehmen, würde ich mal behaupten, auch drauf, dass vielleicht dieser Produkt-Content sich teilweise widerspricht, vielleicht out-to-date ist, an verschiedensten Plätzen dann vielleicht auch existiert. Also dieses Clean-up oder dieses Auditing von diesem Produkt-Content ist super wichtig, weil dann, ich glaube, den größten Hebel hat man wirklich in der Optimierung der Product-Pages. Da geht es jetzt noch gar nicht darum, dass ich eine gute Editorial-Content-Strategie brauche, dass ich hier super viel, ich sage mal, Thought-Leadership-Content bei meiner Website brauche. Natürlich wäre das auch schön und nett und auch im Storytelling ein super Asset, aber im Rahmen der Optimierung, glaube ich, sollte man sich im ersten Schritt mal mit der Produktoptimierung auseinandersetzen, also dem Product-Content, den Produkt-Daten. Und dann vielleicht was, was jetzt SEO von GIO auch nochmal unterscheidet, das Thema Off-Page-Signale.
Thomas Peham:
[23:10] Es geht halt nicht nur darum, werde ich mit meiner eigenen Webseite zitiert, sondern es geht eben auch darum, wer wird denn hier noch zitiert. Und wir haben zum Beispiel im September, Oktober uns ein Datenset von einer Million Webseiten angesehen und haben da eben auch festgestellt, dass ja, zwar 50% aller Citations von Corporate Websites kommen, von Marken Websites kommen, aber dann gibt es auch noch einen beachtlichen Anteil mit, ich glaube es waren ca. 20% News und Media, also.
Thomas Peham:
[23:40] Sehr, sehr wichtig hier auch in Richtung der Off-Page Medienstrategie zu denken, PR-Strategie zu denken. Wie werde ich denn dort porträtiert? Natürlich sind das in Deutschland zum Beispiel, der FATS Kaufkompass ist dann spannend, der viele Testberichte, viele Product Reviews macht. Aber genauso gibt es in jeder Branche Fachmedien. Es gibt lokale Medien, die über den eigenen Bereich berichten, über die eigene Industrie. Und das sieht man dann auch wiederum bei ChatGPT und Co. Auch referenziert und zitiert. Und ich sage immer, je besser ich oder je mehr ich in der Vergangenheit in meine eigene PR-Arbeit gesteckt habe, umso wahrscheinlicher ist es, dass ich auch relativ gut auch in der ChatGPT-Sichtbarkeit abschneide. Aber das sollte man sich durchaus mal anschauen. Wiederum, das kann man selber eben, indem man manuell bei ChatGPT einfach mal nach ein paar Themen sucht oder eben mit einem Tool wie Otteli kann man das dann on scale auch nochmal machen. Aber diese Off-Page-Signale, gerade in Richtung Medien, aber auch User-Generated-Content sind da sehr spannend. Ich habe vorhin YouTube erwähnt. Also ich fand es in den letzten Monaten ganz spannend, weil YouTube immer so schon eine der sichtbarsten Quellen für Google natürlich, aber auch für AI, Wolf Use & Co. war.
Thomas Peham:
[24:57] Seit Dezember haben wir auch einen Anstieg von YouTube in der Sichtbarkeit bei ChatGPT gesehen. Also mittlerweile macht halt auch OpenAI regelmäßige Updates in Richtung der ChatGPT-Funktionen. Und das war ganz spannend zu beobachten, dass jetzt auch YouTube-Content wesentlich häufiger bei ChatGPT zitiert wird. Also das sind dann auch diese, egal ob das YouTube-Videos von, ich sage mal, Influencern, Bloggern, Medien sind oder der eigene YouTube-Kanal. Also da macht es durchaus Sinn, sich auch mit diesen Themen dann auseinanderzusetzen. Also eine Mischung aus technischen Optimierungen, On-Page, Content-Optimierungen und ich sage mal, diesen Off-Page-Signalen hin zu Medien, hin zu der eigenen Community dann auch.
Steffi:
[25:41] Ich glaube, das wird vor allen Dingen auch die PR-Leute, die den Podcast hören, noch so ein bisschen freuen, dass sie noch so eine Daseinsberechtigung haben und nicht schon wieder den Abgesang auf die eigene Zucht sozusagen singen müssen. Das wird da auch mal ein bisschen eine gute Nachricht für die PRler sozusagen bei uns. Da mal ein bisschen angeknüpft, weil ja auch immer viele dann immer stöhnen oder seufzen und sich denken, jetzt muss ich ein weiteres Tool anschaffen, weil unser altes SEO-Tool das eben noch nicht kann. So in Sachen Thema AI-Search-Monitoring haben da ja auch viele so ein Fragezeichen. Was genau kann ich denn mit Otterly AI sehen, was mir die Google-Search-Konsole und klassische Rank-Tracker vielleicht noch nicht zeigen? Da vielleicht mal so ein bisschen einen Einblick.
Thomas Peham:
[26:21] Wir verstehen uns als AI-Search-Analytics-Tool. Das heißt, wir helfen eben Marketing-Teams, Brands, dabei mal im ersten Schritt zwei Dinge zu verstehen. Wie sichtbar bin ich als Marke in den AI-Antworten und wie sichtbar ist meine Webseite. Ich glaube, der Unterschied da ist einfach schon mal ganz klar, dass wir auch sehr stark in das Richtung, wir nennen es Prompt Research gehen. Also wir helfen da auch, Einblicke zu erlangen, was sind denn überhaupt mal relevante Themenfelder, die ich dann überwachen und optimieren mag. Also viele Marketing-Teams und Brands stehen ja vor der Herausforderung, dass wir in der Google Search-Konsole zwar sehen, welche Queries, welche Keywords bei Google eingegeben werden, aber dass wir de facto keine Einblicke haben, was bei der KI-Suche so passiert. Also Prompt Research ist einer der ersten Starting Points mit uns auch, wo wir einfach auch Marketing Teams bei der Hand nehmen und hierbei unterstützen. Das wird dann auch gerne für die Contentplanung genutzt, dass man sich mal anschaut, naja, was sind denn so Prompts, die meine Zielgruppe beschäftigt? Vielleicht auf Basis von meinen SEO-Keywords, auf Basis meiner Webseite, auf Basis meiner Mitbewerber. Also wie gesagt, da haben wir ein Research-Tool, das da ganz nett ist bei diesem ersten Punkt.
Thomas Peham:
[27:32] Dann geht es natürlich immer um das Monitoring, die Analyse. Wie sichtbar bin ich als Marke? Wie sichtbar ist meine Webseite? Das Coole, denke ich, an Otter.dei ist, dass ja nicht nur die eigene Webseite analysiert werden kann, sondern man kann de facto jeder beliebige Webseite, jeder beliebige Marke analysieren. Man kann sich sein eigenes Benchmarking in der Industrie bauen. Also wir haben da sogenannten Visibility Index. Das sieht man auch über so einen, ich nenne es mal Quadranten, relativ schön, wie die Sichtbarkeit der eigenen Marke im Vergleich zu den Mitbewerbern ist. Und da kann man dann schon mal tiefer reintauchen und sagen, naja, okay, ich sehe jetzt, wie sichtbar ich bin im Vergleich zu meinen Top-3-Mitbewerbern. Wie sieht es denn mit der Webseite aus? Dann kann man die Website-Citations analysieren, die eigenen, die Citations der Mitbewerber. Man wird damit auch gewisse Insights bekommen rund um, was sind die Content-Formate, die bei mir gut funktionieren, die beim Mitbewerber gut funktionieren. Man wird die Off-Page-Signale sehen.
Thomas Peham:
[28:26] Unsere Kunden bauen sich damit, ich sage mal, weil du vorhin das PR-Thema angesprochen hast, auch Outreach-Listen, die dann an die PR-Agentur übergeben wird. Also man sieht dann zum Beispiel auf einen Blick, das sind hier zum Beispiel die meist zitierten Medienquellen, wo wir nicht erwähnt werden, aber unsere Mitbewerber erwähnt werden. Also man kann dann auch diese Gap-Listen sich bauen und eben, wie gesagt, dann entsprechende Aktionen tätigen. Und ich glaube, der letzte Punkt, den ich noch mitgeben möchte, ist unser GEO-Audit. Also wir schauen uns hier eben auch, sowohl die technischen Faktoren als auch die Content-Faktoren von Webseiten an. Also wenn ich eine URL habe, wo ich sage, okay, ich möchte jetzt verstehen, wie kann ich diese URL, diese Page optimieren, dann kann man sich mit unserem Tool zum Beispiel mal für ein erstes Audit machen und bekommt dann ganz konkrete Empfehlungen Richtung Technik, Richtung Content und kann dann eben erster Schritt ersetzen in der Optimierung. Also wir verstehen uns hier eben als holistisches Analytics-Produkt Und ja, da wird sich sicherlich, also die Plattformen haben sich viel verändert im letzten Jahr.
Thomas Peham:
[29:30] Da wird sich sicherlich auch noch viel verändern dieses Jahr.
Steffi:
[29:33] Ich stelle mir das so ein bisschen wie ein Schweizer Taschenmesser zum Thema AI-Search.
Thomas Peham:
[29:37] Ja, so kann man das sagen. Also ich habe mit einem Kunden gesprochen heute früh, der meinte, das ist so mein AI-Search-Sidekick, mein AI-Search-Buddy. Genau, aber ich glaube, Schweizer Taschenmesser ist auch ein gutes Bild.
Steffi:
[29:51] Jetzt zu einer Frage, die du von hier und da, glaube ich, in deinen Antworten auch schon angerissen hast, aber das um nochmal ein bisschen zu verdichten oder zusammenzufassen. Wenn du dir typische Websites anschaust, fällt dir auch gleich ein Kunde ein, bei dem das vielleicht der Fall war. Welche zwei bis drei Dinge verhindern am häufigsten, dass Brand Content im KI-Antworten auftaucht und was wäre dein pragmatischer erster Fehler?
Thomas Peham:
[30:16] Also damit die eigene Webseite in den KI-Antworten auftaucht, wie gesagt Technik, also das ist tatsächlich ein Thema bei manchen Webseiten, da geht es eben um das Thema Crawlability, haben die Crawlabab mal Access und dynamischen Content, das ist wie gesagt ein größeres Thema im E-Commerce-Bereich aus meiner Sicht. Das ist definitiv Punkt Nummer eins. Ich glaube, klassisches Problem ist dann sicherlich eher das Thema im zweiten Schritt, nicht Content, der out-to-date ist, also Content, der veraltet ist. Wir als Marketers sind halt sehr kampagnengetrieben oftmals. Wir arbeiten von Produkt-Launch zu Produkt-Launch, von Kampagne zu Kampagne. Wir vergessen dann aber auch oftmals diese Housekeeping-Themen, um uns zu kümmern, dass eben Content vielleicht out-to-date ist. Und wenn zum Beispiel auf meiner Company-About-Seite eine andere Produktbeschreibung geben würde, als wir auf meinen Produktseiten, dann verwirrt das halt auch die Open-Eye-Crawler. Und bei Google war es halt vielleicht weniger ein Problem, weil wir sowieso halt dann verlinkt wurden.
Thomas Peham:
[31:22] Bei ChatGBT wird es offensichtlicher, wenn die Antwort falsch ist, dann ist sie halt falsch. Und dann sehe ich das auf einen Blick. Also ich glaube, das ist halt so ein klassisches Problem, unter Anführungszeichen. Und das geht dann auch in Richtung Alt-Tag-Optimierung, Meta-Tags. Also wenn all diese Dinge veraltet sind, nicht regelmäßig abgedatet werden, dann führt das relativ schnell zu solchen Content-Problemen. Der dritte Punkt, den ich anmerken würde, und ich hoffe, du verzeihst mir, dass ich das so sage, ich bin selber Marketer. Ich bin seit über 16, 17 Jahren im Marketing-Team unterwegs. Als Marketing-Team überlegen wir uns oftmals schöne Wörter, schöne Beschreibungstexte, schöne Landingpages und ich glaube, durch KI-Suche stellen wir fest, dass dieser Text nicht wirklich matcht mit der Sprache unserer Konsumenten, unserer Nutzer. Und unsere Nutzer haben dann oft ganz konkretes Problem, ganz konkrete Fragestellungen. Wenn wir mit unserem Content auf diese Fragestellung nicht eingehen, werden wir auch nicht gefunden werden. Es klingt jetzt zwar alles sehr einfach, aber ja, oftmals widersprechen dann oder vielleicht limitieren die eigenen Brand Guidelines diesem Thema, dass man am besten Fall einfach die Fragen, die unsere Kunden haben, dann auch wirklich beantworten. Gut beantworten, kurz und bündig beantworten, mit einer klaren Wortwahl, mit klaren direkten Aussagen und ja, da braucht es dann vielleicht nicht die hübsche Brand-Sprache auf der eigenen Produktseite.
Thomas Peham:
[32:47] Ich würde mal sagen, das sind so die drei am häufigsten Fehler, die ich jetzt so die letzten Wochen und Monate auch gesehen habe.
Steffi:
[32:53] Ich finde den letzten Gedanken eigentlich vor allen Dingen wichtig, weil früher haben wir auch im SEO-Bereich glaube ich, oder auch im Marketing-Bereich immer betont, wie wichtig es ist, den Kunden zu verstehen. Und jetzt geht es ja nicht nur darum, sich in den Kunden hineinzuversetzen, sondern auch tatsächlich vielleicht auch immer mehr wie der Kunde zu sprechen. Weil im Endeffekt, so wie er spricht, sucht er im Endeffekt ja auch. Vor allen Dingen dadurch, dass ja auch die ganzen KI-Lösungen ja auch mit den ganzen Audio-Funktionen, dass man das halt auch einfach immer weiter berücksichtigt und nicht halt an, wie du so schön gesagt hast, sich an seinen Brand-Guide klammert und das ist das ultimative Tool, sondern halt sich wirklich da vielleicht nochmal auf den Hosenboden setzt und darüber nachdenkt, wie können wir unsere Kunden eben noch erreichen. Das ist eben halt durch die Sprache.
Thomas Peham:
[33:43] Absolut. Und wie du sagst, es wird halt immer konversationeller, egal über Audio oder Text und ich sehe das wirklich als großer Challenge, weil das klingt jetzt sehr einfach. Naja, lass uns die Sprache der Kunden sprechen und das dann auch wiedergeben. Im ersten Schritt muss man sich mal die Frage stellen, wissen wir wirklich, was unsere Kunden beschäftigt, was die Probleme sind, die Herausforderungen sind? Also da, glaube ich, machen gerade viele Marketing-Teams wieder auch vermehrt Customer Service, Customer Research, dass wir einfach viel näher an den Kunden auch rankommen. Und der zweite Schritt ist dann immer, das ist vielleicht auch eine Challenge für größere Unternehmen, gerade wenn es um regulierte Bereiche geht oder vielleicht auch die großen Enterprises. Da geht es dann halt auch um Legal-Themen. Können wir das wirklich so beantworten? Und ja, unsere Kunden haben dann vielleicht gewisse Fragen, aber vielleicht dürfen wir das rein rechtlich gar nicht beantworten oder können auch keine Empfehlung abgeben. Und das sind dann halt oftmals auch so diese, ich nenne es jetzt mal Content-Governance-Themen, wo man sich damit auseinandersetzen sollte, was kann man davon wirklich sauber und gut beantworten oder wo muss man vielleicht an andere Stellen hinverweisen, an öffentliche Stellen oder wo auch immer. Aber ich bin da voll bei dir. Leider klingt es sehr einfach, das zu lösen, aber am Ende des Tages ist das dann auch die spannende Herausforderung, die wir halt gerade auch im Marketing-Team
Thomas Peham:
[35:02] haben und die man dann auch tacklen kann und idealerweise dann auch tacklt.
Steffi:
[35:06] Lass uns da mal mit der letzten Frage vielleicht so ein bisschen in die Zukunft gucken. Stell dir mal vor, wir sprechen in drei Jahren nochmal. Was wird dann im SEO-Alltag vollkommen normal sein und welche Fähigkeiten oder Prozesse sollten Teams bereits heute aufbauen? Was wäre da so das Wichtigste?
Thomas Peham:
[35:21] Sehr spannende Frage. Ich sage immer dazu, es macht mir derzeit extrem Spaß, weil sich einfach so viel verändert in dem Markt, also gerade in unserer Branche. Ich glaube, wir werden in ein paar Jahren auf diese Zeit zurückblicken als Zeit der Veränderung. Ich stelle mir das vor, wie damals das Internet gelauncht ist, so vor Internet und nach Internetzeit. Ich glaube, das war vor AI, das war nach AI. In drei Jahren ist es, Ich glaube, auf der einen Seite, wenn ich jetzt an Richtung KI, KI-Suche denke, dann werden wir diese Kanäle, ich beschreibe es jetzt als Kanal, also ChatGBT als Kanal, nicht mehr als Marketing-Aquise-Kanal sehen. Also wir setzen Aktionen, um dann Traffic, Menschen oder jetzt auch vielleicht Bots und Agenten bei uns auf die Webseite zu bekommen. Sondern ich denke, wir werden Marketingmaßnahmen setzen, die diesen Kanal als Konsumkanal sehen, also als Consumptionkanal. Und der ist dann vielleicht neben unserer Webseite gleichwertig. Und so wie wir heute Content publizieren auf unserer Webseite, werden wir, denke ich, in ein paar Jahren Content publizieren, Dinge machen, die dann auf ChatGPT nativ konsumiert werden. Und ChatGPT ist jetzt ein Beispiel.
Thomas Peham:
[36:38] Ich wage jetzt nicht zu behaupten, welche KI-Suchmaschine, welches KI-Tool sich durchsetzen wird. Ich glaube, Google ist da lange nicht auch abzuschreiben. Google macht auch coole Dinge mit Gemini und Co. Also es wird vielleicht auch eine, ich sage mal, komplexere Welt sein, wo wir verschiedenste KI-Bots und KI-Tools einsetzen werden für verschiedenste Use-Cases.
Thomas Peham:
[36:59] Also es kann durchaus sein, dass es in drei Jahren noch diversifizierter ist, dass wir hier noch mehr Nischenlösungen, noch mehr Nischen-Ki-Tools sehen werden. Aber ich glaube, ganz generell gesprochen werden wir als Marketing-Team bis dahin diese Agenten als Persona auch behandeln, als wichtige Persona behandeln in unserem ICP-Profil. Und wir werden eben Content und Marketingmaßnahmen machen, die gezielt dahin führen, dass unsere Konsumenten, egal ob das jetzt ein Agent ist oder ein Mensch ist, Content dann nativ konsumiert auf diesen Kanälen. Und das ist einfach so, ich sage mal, auch eine Veränderung weg von Akquisekanal hin zu Konsumkanal, der, denke ich, die nächsten Jahre vonstatten gehen wird. Was, glaube ich, auch Spannendes ist, dass wir historisch gesehen immer sehr stark in diesen Silos auch arbeiten im Marketing. Also wir haben ein SEO-Team, wir haben ein Content-Team, wir haben ein PR-Team etc.
Thomas Peham:
[37:59] Ich glaube, viele realisieren gerade, dass all diese Teams noch stärker, noch enger miteinander zusammenarbeiten müssen. Und das ist auch quasi so das verbindende Element, was ich dann wieder spannend finde, Und das ganze Thema, worüber wir auch heute gesprochen haben, das ist keine Revolution, das ist keine neue Marketing-Disziplin, aber es verbindet einfach diese bestehenden Marketing-Disziplinen sehr stark. Und ich glaube, in ein paar Jahren werden wir das ja eng zusammenarbeiten. Wir werden neue Prozesse, neue Workflows haben, wie wir zusammenarbeiten können. Wir werden uns kulturell auch näher annähern. Also PR und SEO, das waren halt immer so Yin und Yang gefühlt in der Vergangenheit. Also ich glaube, das wird einfach noch stärker zusammenwachsen. Und am Ende des Tages geht es um, Ich glaube, es geht um zwei Dinge im Marketing die nächsten Jahre. Das eine ist Brand und Kreativität und das andere ist Technik. Und was meine ich damit? Ich glaube, wir müssen uns A, technischer aufstellen. Wir müssen diese Persona, diese Agenten als Persona wahrnehmen, verstehen. Wir müssen die, ich sage mal, das Thema Agentic Web verstehen und kennenlernen. Und wir dürfen aber nicht vergessen, auch kreativ zu bleiben mit unserem Storytelling und weil am Ende des Tages, ja, das macht halt uns als Marketer dann auch aus, dass wir in der Lage sind, Storys zu erzählen, Dinge zu erzählen, die jetzt vielleicht keiner andere erzählen kann und da sehe ich halt Marketing in diesem Setup halt im Lead,
Thomas Peham:
[39:23] das zu machen und das macht dann auch Spaß, denke ich, auch die nächsten Jahre.
Steffi:
[39:28] Es ist eigentlich ein schöner Abschlussgedanke, dieses ganze AI-Thema einfach nur als weitere Persona zu sehen, die man halt einfach im Rahmen seiner Marketingkampagnen bedienen muss. Ich glaube, das nimmt auch so ein bisschen Angst vor dem ganzen Thema und reduziert das. Macht es vielleicht, ja, es ist komplex, aber auf der anderen Seite, wenn man es eben so betrachtet, vielleicht auch einfach umhandlicher. Und auch einfacher.
Thomas Peham:
[39:50] Ich bin ein Pragmatiker am Ende des Tages. Und ich glaube, genau das braucht es dann auch. Es braucht einen pragmatischen Ansatz. Was verändert sich? Wie funktionieren eben diese Agenten, diese Crawler? Und wie kann man dann gezielte Maßnahmen setzen, um die Crawler vielleicht besser abzuholen, anders abzuholen, zu servicieren? Und ich glaube, wenn man offen dafür ist, dann gibt es Wege, gibt es Möglichkeiten. Und dann kann man auch Spaß daran haben.
Steffi:
[40:18] Danke dir.
Thomas Peham:
[40:20] Ja, danke dir.
Steffi:
[40:21] Vielen Dank, dass ihr auch heute wieder dabei wart. Und ein großes Dankeschön an Thomas Peham für die vielen Einblicke in KI-Suche, Geo, AI-Search-Monitoring und die Frage, wie Marken in einer Welt sichtbar bleiben, in der Antworten immer häufiger direkt ausgespielt werden und nicht mehr über den guten alten blauen Link kommen. Ich hoffe, die heutige Folge hat euch motiviert, eure Webseite nicht nur für Grubbel, sondern auch für ChatGPT, Gemini und Co. Fit zu machen. Und vielleicht schaut ihr jetzt auch mit etwas mehr Liebe auf eure Robotext, euren Produktcontent und eure PR-Arbeit. Wer hätte gedacht, dass technische Crawlability, klare Kundensprache und Fachmedien irgendwann gemeinsam an einem Marketinglagerfeuer sitzen würden. Wenn ihr mehr über Thomas oder die AI, die Studie oder seine Webinare erfahren wollt, findet ihr die Links wie immer in den Shownotes. Und wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert den Podcast, teilt ihn mit euren Lieblings-Jos, PR-Menschen oder allen, die bei AI-Search noch leicht nervös die Augenbraue heben. Schreibt mir gerne euer Feedback oder klickt auf den Link in den Show Notes. Bis zum nächsten Mal, bleibt sichtbar, bleibt strategisch und rollt eure Content-Strategie. Content-Strategie rocks!
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