KI-Siegel und Content Strategie mit Christa Goede - Content Strategy Rocks Staffel 3 Episode 02

Shownotes

MI-Siegel: https://www.mi-siegel.de/

Christa Goede Website: https://www.christagoede.de/

Christa Goede LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christagoede/

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Steffi:

[0:00] Willkommen zu einer neuen Folge von Content Strategy Rocks. Ich bin Steffi,

Steffi:

[0:04] eure Podcast-Hosterin und bekennender Fan von Hürden vor Hype. Heute freue ich mich sehr, Christa Goede bei mir begrüßen zu dürfen. Texterin, Konzept-Profi, KI-Workshop-Geberin und eine der treibenden Kräfte hinter dem MI-Siegel, dem Siegel für menschliche Intelligenz. In unserem Gespräch geht es um die Frage, warum Qualität im Content-Kontext gerade jetzt wichtiger ist denn je. Wir sprechen darüber, wie das ME-Siegel entstanden ist, warum ein Schild beim Bäcker manchmal der Anfang einer ziemlich großen Idee sein kann und weshalb gebacken mit Liebe überraschend nah an geschrieben Mithaltung liegt. Christa erklärt, warum es beim MI-Siegel nicht darum geht, KI zu verteufeln, sondern darum, Verantwortung sichtbar zu machen. Also, wer hat dir eigentlich das letzte Wort? die Maschine, der Prompt oder doch noch der Mensch mit Erfahrung, Fachwissen, Bauchgefühl und einem funktionierenden Qualitätsanspruch.

Steffi:

[0:58] Außerdem sprechen wir über Copy & Paste als fragwürdige KI-Strategie, über gruselte Texte im Netz, über das letzte Wortprinzip und darüber, warum erst denken, dann prompten, vielleicht auf jedes Büro-Post-It dieser Welt gehört. Also Gehirn einschalten, Kaffee nachfüllen und los geht's.

Christa Goede:

[1:32] Wir haben schon vor Jahren bemerkt, dass der Textmarkt, ich bin Texterin, dass der Textmarkt auseinanderging. Da waren sehr viele Menschen, die plötzlich SEO-Texte für wenig Cents angeboten haben und so weiter. Ja, das heißt, es wurde immer mehr über Geld diskutiert bei uns in der Branche. Und da kamen wir dann mal auf die Idee, zu überlegen, was könnte denn der Vorteil sein, wenn man Menschen mit so einer umfassenden Ausbildung und so viel Erfahrung wie mich bucht.

Christa Goede:

[2:01] Und da entstand dann in meinem Kopf die Idee von einem Siegel, wo man einfach die Qualität nach vorne hebt, die ja nur entsteht, wenn jemand sehr viel Erfahrung hat und sehr viel weiß. Und ja, so entstand die Idee. Das ging erst mal, also die krasse Geschichte dazu ist, ich lief über die Straße an einem Bäckerladen vorbei und da stand ein Schild, gebacken mit Liebe. Und ich dachte, so etwas Ähnliches brauchen wir auch. Und als Berufsgruppe, als kreative Berufsgruppe. Naja, und daraus wurde dann nach vielen Irrungen und Wirrungen und Diskussionen das Siegel für menschliche Intelligenz.

Steffi:

[2:36] Kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Ich mag solche Geschichten immer am liebsten. Wie unterscheidet sich denn das Siegel von anderen Siegeln oder Labeln im digitalen Kontext?

Christa Goede:

[2:45] Also die Denke hinterm MI-Siegel ist die Qualität. Uns kommt es nicht darauf an, ob jemand KI nutzt oder nicht. Das ist völlig egal.

Christa Goede:

[2:56] Es kommt darauf an, dass wir als Menschen das letzte Wort haben und dass wir mit dem E-Siegel zeigen, dass wir für Qualität und Erfahrung und Wissen stehen.

Christa Goede:

[3:05] Um das zu gewährleisten, haben wir, wenn jemand das MI-Siegel haben will, einen kleinen Prüfprozess installiert. Das heißt, wir gucken uns die Profile der Menschen, die sich dafür bewerben, ganz genau an und sagen, ja, das passt zu uns. Das ist jemand, der tatsächlich seinen Beruf versteht und der weiß, wovon er spricht oder sie. Und dann steht dem Ganzen nichts mehr im Wege. Wir selbst, das ME-Siegel ist ja mittlerweile ein ganzes Stück gewachsen. Wir sind jetzt ein Verein seit 01.01. Wir machen eine große Schulung, haben wir ja schon länger, die KI- und Content-Qualität-Schulung. Wir werden das alles jetzt ausbauen. Das M-E-Sigle soll zur Plattform werden für Menschen und aber auch für Auftraggebende, die hohe Qualität suchen. Bei uns wird man fündig bzw. Wir bilden uns auch gegenseitig fort zum Beispiel. Wir haben jetzt ein eigenes Forum und so weiter. Wir tauschen Wissen links, wir machen interne Talks, externe Talks. Wir werden auf verschiedene Messen und Barcamps und so weiter gehen. Und einfach klar zu machen, dass es ganz wichtig ist, dass wir über Qualität sprechen, wenn wir über KI sprechen. Weil das weißt du selbst, Steffi, das ist so grässliches Zeug da draußen. Und das ist für Unternehmen absolut schädlich. Also hier kommt es nicht auf Quantität an, sondern auf Qualität. Ganz, ganz wichtig.

Christa Goede:

[4:24] Ja, und da springen wir dann aus der Torte. Wir sind ja mittlerweile ganz viele verschiedene Berufsgruppen. Ja, und wenn jemand das haben will und gehört zu einer Berufsgruppe, wo es noch kein ME-Siegel gibt, dann machen wir gerne eins, entwickeln wir gerne zusammen eins.

Steffi:

[4:39] Also das, was man dann vielleicht sich vor allen Dingen merken sollte, vor allen Dingen für diejenigen, die jetzt zuhören, aber vielleicht gerade keine Kontextprategien sind oder auch Texter oder Texterinnen sind. Es gibt da auch noch Möglichkeiten, mit einer anderen Profession, sage ich jetzt mal, auch ein Siegel zu erhalten.

Christa Goede:

[4:55] Genau. Ja, wir setzen uns dann zusammen und überlegen, wie könnte es, zum MISIGER gehört ja ein Kodex. Wir alle verpflichten uns einem Branchenkodex, wie wir in unserer Arbeit handeln und den können wir anpassen. Also bis jetzt ist mir noch keine Berufsgruppe eingefallen, wo das nicht funktionieren würde.

Steffi:

[5:13] Warum ist auf deiner Sicht ein Siegel für menschliche Intelligenz, ich habe es jetzt mal in Anführungszeichen gestellt, weil ich es halt besonders wichtig finde, so wie du halt auch, heute relevant, insbesondere im Spannungsfeld zwischen den KI-Tools. Es gibt ja immer mehr und die können auch immer mehr, was auch immer richtig

Steffi:

[5:28] gruseliger wird und menschliche Leistung.

Christa Goede:

[5:31] Das große Problem dahinter ist ein Haltungs- und Verantwortungsproblem. Also ich gebe ja selbst KI-Workshops und ich sehe da immer wieder, dass Arbeiten einfach an KI oder an Tools delegiert werden und dann guckt am Ende niemand mehr drüber, sondern das wird einfach so veröffentlicht. Copy-Paste scheint bei vielen Leuten eine super Strategie zu sein. Ja, das Verrückte ist aber, sämtliche dieser Tools haben in den AGB stehen, dass sie überhaupt keine Verantwortung für den Output übernehmen. Ja, das heißt im Zweifelsfall, wenn einem sowas um die Ohren fliegt, dann sind wir als Menschen schuld. Und das ist der Punkt, über den wir sprechen müssen. Ja, also wir haben eine Verantwortung, ganz, ganz bestimmt, weil also gerade, sag mal jetzt im Textbereich, wenn ich anfange, Dinge zu publizieren, die die Wirkung, auch schädliche Wirkung auf andere Menschen haben können und genau das passiert, dann habe ich das Problem, ich kann da nicht sagen, ich war es nicht, war die KI. Noch dazu kommt, dass einfach die gute Kommunikation zwischen Mensch und Maschine sehr viel Know-how und Erfahrung erfordert, auch wenn die Anbieter uns das ganz anders verkaufen. Das ist ja wie so eine Magic Machine und gibst da so einen Prompt ein, da kommen super tolle Sachen raus. Nee, also jeder und jede, die sich mal intensiver damit beschäftigt haben, wissen, das stimmt nicht, sondern wir müssen das lernen, wir müssen damit genau umgehen und so weiter.

Christa Goede:

[6:54] Und darauf kommt es an, also dass wir den Menschen in der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine einfach stärken und auch das ins Bewusstsein rufen, dass wir diejenigen sind, die das entscheiden. Wenn es andersrum kommt, ich möchte das nicht erleben, dass mir eine KI sagt, was ich zu tun habe.

Steffi:

[7:13] Vielleicht ist das auch die Sache, dadurch, dass wir es jetzt gefühlt ein bisschen verlernt haben, den Leuten auch wieder mehr beizubringen, ihr Gehirn mehr zu nutzen. Weil viele ja doch dazu tendieren, also das ist meine Beobachtung zumindest, nach dem Motto, das macht die KI ja für mich. Und dann so ein wichtiger Teil des Denkprozesses, den man vorher einfach selber gemacht hat, auch beim Text zu schreiben oder beim Entwickeln von Strategie und so weiter. Wird da jetzt einfach sozusagen mal irgendwo in eine Technik geschmissen, sag ich jetzt mal. Und dann denken sich die Leute, ja, das passt schon. Da schließt sich dann wieder Kreis, die Qualität leidet dann wieder darunter und dann beschwert sich von mir aus, wenn das jemand in der Agentur ist, auch nochmal, fand es die Strategie vor bei einem Kunden und dann denkt sich der Kunde, das passt jetzt aber eigentlich überhaupt nicht total zu unserem Anwendungsfall. Und dann ist intern bei der Agentur dann wieder die Frage, woran hat es gelegen und wer hat Schuld? und naja, dann war es dann halt wieder der Mensch.

Christa Goede:

[8:08] Großes Problem. Deswegen heißt übrigens auch das M-I-Siegel menschliche Intelligenz. Intelligenz. Dieser Zweiklang. Also sag mal, wenn diese Tools Stochastik heißen würden oder Algorithmus, wir fänden die alle komplett unsexy. Dadurch, dass die diesen Stempel künstliche Intelligenz haben, obwohl sie das ja gar nicht sind. Also es sind mathematische Rechenoperationen, Wahrscheinlichkeiten. Dadurch bekommen wir ein Gefühl der Hochachtung. Ja, so, die sind bestimmt schlauer als wir. Ja, weil die sind ja künstlich und nicht menschlich. Ja, das ist ein großes Problem zusammen damit, dass eben diese Tools auch anthropomorphisch, dieses Wort ist ganz furchtbar, anthropomorphistisch, genau, jetzt habe ich es, agieren, das heißt, die versuchen... Menschen zu simulieren, indem sie von ich und du sprechen, von Teambuilding, von dieser Zustimmung. Das kennt ja jeder und jede, die schon mal damit gearbeitet haben. Hey, das ist eine super Idee bei dem letzten Blödsinn, den man da reintippt. Also das heißt, für uns ist es auch schwer, uns davon zu distanzieren und diese

Christa Goede:

[9:11] Tools tatsächlich als mathematische Rechenoperationen zu sehen. Und deswegen menschliche Intelligenz, weil hier unser Hirn, das ist so wertvoll und wichtig. Und zwar, mein Spruch ist dann immer, den ich den Leuten in meinen Workshops sage, erst denken, dann prumpen. Das ist immer ganz wichtig. Ja, also man kann alles Mögliche damit machen, aber man muss einfach erst mal wissen, was ist das Ziel? Wo will ich eigentlich hin?

Steffi:

[9:35] Ihr habt es gehört. Erst denken, dann prompten. Und dann nochmal das Ergebnis checken, sicherheitlichen.

Christa Goede:

[9:40] Ja, das sowieso, ja. Und zwar ganz intensiv und auch ethisch hinterfragen lassen und sich Links zeigen lassen, wo die Inhalte herkommen und so weiter. Erst wenn man so eine Routine hat, wird der Output besser. Aber ich sage dann immer, Leute, gerade wenn es um Text geht, selbst wenn ihr eine Version habt, lasst euch die nochmal vorlesen. Das kannst du ja in Church in PT oder auch in Word oder so gibt es ja die Vorlesefunktion. Weil interessanterweise hören wir da besser. Wir hören mittlerweile besser zu, als dass wir lesen können. Und so kann man dann ganz viele Sachen finden. Also so Inhaltsdoppelungen, ganz merkwürdige oder komische Absätze. Also so typische Marker für KI-Texte, die mir jetzt als Textprofi sofort ins Auge springen, aber die andere Leute halt nicht so wahrnehmen. Für die ist das halt ein Profitext, aber es ist halt ein simulierter Profitext, der in den allermeisten Fällen nicht gut ist.

Steffi:

[10:32] Jetzt mal ein bisschen spezifischer auf die Zuhörerinnen und Zuhörer mal eine Frage. Wie kann denn das in ihr Siegel Content-Strategien dabei helfen, ihre Arbeit nach außen zu kommunizieren?

Christa Goede:

[10:43] Also das ME-Siegel, der Codex steht auf der Website. Auf unserer Website mi-siegel.de gibt es eine Liste für alle Siegeltragenden. Die sind da auch mit den Websites verlinkt. Also ich habe das zum Beispiel in meiner E-Mail-Signatur, ich habe es auf meiner Website. Wenn ich auf Kongresse, Veranstaltungen gehe, habe ich einen Pulli dazu an. Das heißt, ich spreche ganz, ganz oder ich werde angesprochen ganz oft darauf, was das denn eigentlich ist. Und für meine Kundinnen und Kunden ist das wichtig, weil sie einfach sich auch in diesen Zeiten auf meinen Output verlassen können. Und das gilt natürlich dann auch für Content-Strategen. Einfach zu sagen, hey, ganz egal, ob ich mit KI arbeite oder nicht, mein Hirn hat hier das letzte Wort und ich bin diejenige, die Verantwortung übernimmt und dafür gerade steht für den Output. Ja, also professionelles Arbeiten beschreibt das ja eigentlich, aber das ist irgendwie so ein bisschen unmodern geworden, hat man manchmal den Eindruck.

Steffi:

[11:39] Welche Kriterien oder Werte legt das MI-Siegel zugrunde, wenn es um Verantwortung, Qualität im Content-Kontext geht?

Christa Goede:

[11:46] Ja, wir haben den Begriff, das letzte Wortprinzip prägt. Der findet sich auch mehrfach auf der Website. Also es geht überhaupt nicht darum, ob jemand mit KI arbeitet oder nicht. Ich arbeite selbst mit KI-gestützt. Aber ich bin diejenige, die mein professionelles Wissen sorgt dafür, dass dieser KI-Output dann auch tatsächlich eine hohe Qualität hat. Deswegen kümmere ich mich auch ausschließlich um Text und Konzept. Ich würde jetzt, obwohl KI natürlich auch schöne Bildchen macht. Und Designleistung würde ich nicht anbieten. Ich habe keine Ahnung davon. Das ist so, ich repariere auch nicht mein Auto selbst und ich mache auch meine Steuererklärung nicht selbst. Das hat gute Gründe. Ich bin Expertin für Text und Konzept. Und darum geht es. Also, dass wir als Profis einfach mit diesem Kodex, der sich auf zwei Ebenen bewegt, das ist die fachliche Seite, aber auch die emotionale Seite. Also uns kann man vertrauen. Wir wissen, was wir tun. Ja, wir haben nicht nur einen Kopf, wir haben auch einen Bauch. Wir verstehen uns mit unseren Kundinnen und Kunden. Wir gehen ins intensive Gespräche und so weiter. Ja, also es sind insgesamt neun Punkte. Im Großen und Ganzen werden die angepasst an die jeweilige Berufsgruppe, weil natürlich, wenn jemand IT-Entwicklung macht, ist das eine andere Basis als jemand wie du und ich, die so im emotionalen Bereich arbeiten.

Steffi:

[13:06] Welche Herausforderungen siehst du für Content-Strategien, die ein Siegel wie das MI-Siegel nutzen wollen und wie können sie diese meistern?

Christa Goede:

[13:13] Das ist die Herausforderung, vor der wir alle stehen. Werden uns unsere Kundinnen und Kunden in Zukunft noch buchen oder werden sie alles mit KI selbst machen? Oder bei Content-Strategie kommt ja dazu, dass der Bereich Social Media, keine Ahnung, also das Meta-Konzept ist ja, tatsächlich alle Arbeiten abzunehmen. Also das heißt, Menschen, die dann Werbung im Metakonzern schalten wollen, die geben ihr Thema rein und ein paar Produktfotos vielleicht noch. Und dann kommt die ganze Strategie, die ganze Auswertung, die Content-Produktion und auch das Posten wird im Metakonzern bleiben, wenn es nach denen geht. Also das heißt, du und ich sind flüchtig und ergreifend überflüssig in diesem Prozess. Und das ist der Punkt, an dem ich sehe, dass wir uns engagieren müssen. Wir müssen darauf aufmerksam machen, wo da die Probleme sind. Weil die sind ja nicht nur in der Qualität, sondern die sind auch gesellschaftlich. Wir sind als Gesellschaft nicht darauf vorbereitet, Massenarbeitslosigkeit zu erleben zum Beispiel.

Christa Goede:

[14:18] Bedingungsloses Grundeinkommen gibt es nicht. Wir haben einen Bundeskanzler, der gerne möchte, dass wir mehr arbeiten und nicht weniger krank sind. Also das passt alles gar nicht zusammen. Ja, was du und ich, wir beschäftigen uns intensiv mit diesem Thema und mir macht das Hirnschmerzen, wenn ich dann unsere Politik daneben sehe, die bis heute nicht erkannt haben, was da auf uns zurollt. Und also wir brauchten eigentlich dringend eine riesige Bildungsoffensive,

Christa Goede:

[14:41] ja, aber ich sehe es nicht, leider.

Steffi:

[14:44] Wie kann das MI-Siegel Teil einer größeren Haltung oder Strategie sein, wenn es um Verantwortlichkeit, Glaubwürdigkeit und Qualitätsstandard im Content und auch darüber hinaus geht?

Christa Goede:

[14:56] Ja, also es gibt ja sehr, sehr viele Organisationen, die sich engagieren. Also die ganzen Berufsverbände zum Beispiel. Oder es gibt den urheberrecht.info.de, sollte man sich mal angucken. Das ist eine tolle Seite, da geht es um Urheberrechte und KI. Die Menschen, die da sich engagieren, sitzen teilweise auch in Brüssel in diesen Gesprächsrunden. Das ist total spannend. Die Nina George als Autorin und so, ganz, ganz toll. Also wir versuchen jetzt, also es ist auch ein Teil des Vereins, Wir versuchen uns jetzt noch intensiver zu vernetzen. Und ja, mal gucken, wo die Reise dahin geht. Das bleibt sehr, sehr spannend, weil wir uns natürlich auch dem Entwicklungstempo dieser Duels anpassen müssen. Das heißt, ja, was ich heute sage, kann morgen schon wieder völlig obsolet sein oder überholt. Also es geht darum, einfach möglichst viele Menschen darauf aufmerksam zu machen, wo die Probleme sind und dass das zugegebenermaßen Marketing,

Christa Goede:

[15:52] geniale Marketing von Big Tech eben nicht wirklich der Realität entspricht.

Steffi:

[15:56] Was würdest du Content-Strateginnen mit auf den Weg geben, die darüber nachdenken, das MI-Siegel in ihre Kommunikations- oder Positionierungsstrategie zu integrieren?

Christa Goede:

[16:06] Das Thema ist ja gerade so krass in Bewegung. Diese Woche zum Beispiel haben wir ein großes Forum eingerichtet. Da sind im Moment noch die Leute, die sich aktiv beteiligen. Und als nächstes wird es geöffnet für alle Siegeltragenden. Das heißt, hier geht's. Wissen geben, Wissen nehmen. Das ist ja eigentlich total toll. Und wir versuchen eine Plattform zu sein, wo es speziell um Qualität mit und ohne KI geht.

Christa Goede:

[16:30] Vielleicht werden wir auch mal darüber nachdenken, was sind das eigentlich für Qualitätsstandards, die wir vielleicht entwickeln können. Es gibt so viele Ideen gerade. Ja, und da ist es natürlich wichtig, je mehr wir werden, umso lauter werden wir. Und je mehr wir werden, umso mehr können wir Sichtbarkeit erreichen, Diskussionen. Ja, also ich bin gerne bereit, sag mal hier, ich setze mich gerne aufs Podium und diskutiere. Ich streite mich auch zu diesem Thema. Das funktioniert ganz wunderbar, weil ich glaube, dass wir das einfach brauchen. Wir müssen als Gesellschaft, also nicht nur wir Solo-Selbstständige oder Unternehmen und Marken, wir müssen uns als Gesellschaft positionieren. Und das ist, das im Isigel ist, also einmal für uns als Solo-Selbstständige oder auch für Unternehmen ein klares Zeichen für Qualität und für menschliche Intelligenz. Also dieses das letzte Wortprinzip oder fachlich Human in the Loop. Bei uns gibt es dann einen Vertrag, da sind dann auch Verwendungsmöglichkeiten. Also zum Beispiel, wenn ich Texte schreibe, überreiche ich meinen Kunden das Siegel für diesen Text und sage, wenn ihr meinen Namen drunter schreibt, könnt ihr das MI-Siegel daneben heften, damit einfach klar ist, dass das nicht von KI geschrieben wurde.

Steffi:

[17:40] An welcher Stelle stößt reine Transparenz über die Nutzung von KI an ihre Grenzen? Und warum reicht sie deiner Meinung nach ohne ein Siegel wie das KI-Siegel nicht aus?

Christa Goede:

[17:50] Naja, weil rein technisch ist ein KI-Text nicht zu erkennen.

Christa Goede:

[17:55] Also das Mathe, Mathe rückwärts, funktioniert nicht. Also wenn ich ein Ergebnis 3 habe, fallen mir schon super viele Wege ein, wie ich auf das Ergebnis 3 komme. Und genau so funktionieren auch Algorithmen. Also all diese Tools, die von wegen wir erkennen, ob das ein KI-Text ist, nee. Also bei mir ist es ein Bauchgefühl, ich kann das, beziehungsweise als Sprachprofi sehe ich das schon, wenn es gibt bestimmte Sprachbilder und Aufbau von Texten, der sich da krass wiederholt, zum Beispiel diese völlig schrägen Soft-Returns, die im Moment alle machen. Ja, also das ist so typisch. Angeblich irgendjemand hat da mal behauptet, dass das also Texte mit viel Weißraum bei LinkedIn für mehr Sichtbarkeit sorgen. Also ich lese die gar nicht, weil ich finde das belästigend. Also ich möchte einen Absatz, einen Gedanke fertig. So können wir Texte wahrnehmen, aber nicht, indem wir da drei Wörter in eine Zeile, dann Soft-Return und dann zwei Wörter und dann fünf oder so. Das ist schrecklich, weil nämlich Nicht-Profis den Output nicht bewerten können. Wenn ich nicht Sprachprofi bin, dann habe ich vielleicht ein Bauchgefühl, mich stört irgendwas vielleicht. Aber ich kann nicht sagen, der Text ist schlecht oder gut, weil... Und so geht das ja. Ich kann auch nicht, wenn ich mir mit KI eine Klageschrift vom Amtsgericht zu irgendeinem Thema generieren lasse, kann ich auch nicht beurteilen, ob das Sinn macht oder nicht. Ich bin ja keiner Rechtsanwältin.

Christa Goede:

[19:24] Und genau da kommt das MI-Siegel ins Spiel. Also als zusätzlicher Marker für uns, für die Qualität unserer Arbeit als Profis. Weil wie gesagt, es gibt ja diesen Prüfprozess beim MI-Siegel. Das Ding bekommt nicht jeder und jede.

Steffi:

[19:39] Vielen Dank, dass ihr auch heute wieder dabei wart. Und ein herzliches Dankeschön an Christa Goede für die klaren Worte, die spannenden Einblicke und den sehr wichtigen Reminder, dass menschliche Intelligenz kein nostalgisches Extra ist, sondern ein Qualitätsfaktor. Ich hoffe, diese Folge hat euch inspiriert, beim Thema KI nicht nur auf Tempo, Tools und Output zu schauen, sondern auch auf Verantwortung, Haltung und Qualität. Denn ja, KI kann viel, aber sie übernimmt nicht die Verantwortung für das, was am Ende veröffentlicht wird. Das tun immer noch wir. Wenn ihr also das nächste Mal promptet, denkt an Christas Satz. Erst denken, dann prompten. Und danach bitte nochmal prüfen, hinterfragen, gegenlesen oder euch den Text einfach mal vorlesen lassen. Das Hirn darf mitarbeiten, wirklich. Es ist nicht nur Deko. Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert den Podcast, empfehlt ihn weiter und schreibt mir gerne euer Feedback. Den Link zum MI-Siegel und weitere Infos findet ihr wie immer in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal. Bleibt kritisch, bleibt strategisch und rockt eure Content-Strategie. Content Strategy rocks!

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