KI,Content Creation, Content Strategie mit Andreas Berens und Carsten Bolk - Content Strategy Rocks Staffel 3 Episode 03
Shownotes
Website von Andreas Berens und Casten Bolk: https://www.stories4brands.com/
Andreas Berens und Carsten Bolk im Porträt: https://www.rheinwerk-verlag.de/create-content/autoren/
NEU Content Creation mit KI - 3. Auflage https://www.rheinwerk-verlag.de/content-creation-mit-ki/
LinkedIn-Profil von Andreas Berens: https://www.linkedin.com/in/ahbsy/
LinkedIn-Profil von Carsten Bolk: https://www.linkedin.com/in/carsten-bolk-673701107/
Interview von Kevin allein im Marketing: „Warum ich in Zeiten von KI kein Prompt sein will. Mit Andreas Berens und Carsten Bolk" https://youtu.be/rZbGRM94I2k?si=MYyzeSjI3tA_1Sxu
Transkript anzeigen
Steffi: Willkommen zu einer neuen Folge von Content Strategy Rocks. Ich bin Steffi, eure Podcast Hosterin und bekennende Sauerteigbrotverfechterin im Kampf gegen KI Graubrot. Heute freue ich mich sehr, Carsten Bolk und Andreas Berens bei mir begrüßen zu dürfen. Die beiden kennen sich nicht nur mit Content Kreation und Strategie aus, sondern auch mit der großen Was passiert eigentlich, wenn KI plötzlich nicht mehr nur Werkzeug ist, sondern Junior, Sparringspartner, Inspirationsmaschine, Kritiker, Research und manchmal auch ein bisschen übereifriger People Pleaser. In unserem Gespräch sprechen wir darüber, was Content Creation mit KI heute wirklich bedeutet. Wir schauen auf Chancen, Missverständnisse und auf die Frage, warum ein guter Prompt alleine noch lange keinen guten Text macht. Es geht um Workflows statt Wunderknöpfe um Dialog statt einmal prompt um synthetische Personas, agentische Teams, AI-Slop, Fakes und die ganz große Kunst, auch mit KI die eigene Handschrift zu behalten. Und natürlich klären wir, warum KI zwar beim Schreiben, Sortieren und Recherchieren und Bewerten helfen kann, aber das Herzblut, die Erfahrung und die guten Geschichten immer noch von uns kommen müssen.
Steffi: Denn Graubrot geht immer. Aber wenn wir richtig gutes Sauerteigbrot wollen, müssen wir den Teig schon selbst mit ansetzen. Los geht's. Wie würdet ihr beschreiben, was Content Creation mit KI heute wirklich bedeutet und wo die größten Chancen seht? Vielleicht auch, wenn ihr das mit Euren ersten Buch 2023 und der ersten Auflage. Mit KI dann drauf auch vergleicht. Wie hat sich das für euch so entwickelt?
Andreas Berens: Also ich glaube, was sich wirklich geändert hat, dass man nicht mal jeden einzelnen Handgriff selber machen muss, das ist, glaube ich, was, was uns alle bewegt. Wir haben plötzlich jemanden an unserer Seite. Wir haben damals immer gesagt, es ist ein Tool. Die Wahrheit ist aber es ist kein Tool. Es ist ein Junior, der an unserer Seite sitzt. Wenn man ihn richtig brieft, wenn man mit ihm im Dialog ist, dann strukturiert er mir, dann recherchiert er mir, dann liefert er mir erste Entwürfe. Und das hatten wir früher in der Form tatsächlich in dieser Tool Landschaft, die uns so seit Jahrzehnten umgibt, ja nicht. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen auch die Chance, dass wir unsere eigenen Fähigkeiten, also das eigene strategische Denken, das kreative Moment, dass wir das wieder zurückgewinnen, dass das in Sparring mit einer KI plötzlich wieder eine neue Dynamik bekommen hat.
Andreas Berens: Wir sehen eigentlich die Maschine, das haben wir auch von Anfang an gesagt, als Inspirationsmaschine. Also ist im Prinzip gar nicht für uns eine Antwortmaschine, wo das ganze Weltwissen drin ist und im Prinzip die große Lösung bringt für alles und alles automatisiert, sondern wir sehen es als Inspirationsmaschine, die, und das ist vielleicht das Spannende gerade an der Maschine, meine Schwächen ausgleicht. Es gibt ja Menschen, die sind textlich sehr gut unterwegs und andere, die sind visuell sehr stark unterwegs. Das bin ich zum Beispiel. Und dann kann die Maschine einem extrem helfen, zum Beispiel beim Storytelling, beim Geschichtenerzählen, dass man das eben ausgleichen kann. Und deswegen sagen wir auch immer Inspirationsmaschine, das ist nicht die ultimative Antwort, die da kommen wird. Und das ist dann immer der gute Anfang von etwas. Und man muss selber im Prinzip am Ende das entscheiden, kuratieren und da selber auch für verantwortlich sein.
Carsten Bolk: Das ist vielleicht von uns die große Änderung. Wir haben ja ein Buch geschrieben, Wann war das? 2020, 2021 Create Content und all die Regeln, die fürs Textformeln da sind, die für Storytelling und so weiter, die gelten ja immer noch. Die Maschine hebt die ja nicht aus. Wenn ich die kenne, kann ich mit der Maschine wahnsinnig schnell und weit kommen. Das wird auch, muss man sagen, jeden Tag immer besser. Aber wie gesagt, man muss diese Regeln kennen, dann kann man damit toll arbeiten. Und es wird eben multimodal, dass ich natürlich tatsächlich eben auch in einem Durchgang mit einem Prompt, in einem Chatverlauf eben nicht nur Texte schreibe, sondern eben auch Bilder generiere. Wir werden früher oder später auch Videos komplett mit einem Prompt muss es noch Workflows bauen dafür und ich mache dann eben auch Audio.
Carsten Bolk: Also man kann das alles in einem machen und ist plötzlich so eine Art Generalist, der ganz, ganz viele Medien bespielen kann.
Steffi: Dazu eine Frage, wer ja auch von Inspirationsmaschine spricht, vielleicht auch für die Zuhörer innen auch ein bisschen Inspiration. Welche Lieblingsmaschine habt ihr denn dafür? Habt ihr da einen Favoriten von den ganzen Modellen, wo ihr sagt, die nutzen wir eigentlich im Alltag am häufigsten oder sagte, das ändert sich einfach von Fall zu Fall, je nachdem, was ihr eigentlich tut.
Carsten Bolk: Und macht. Man muss generell erstmal unterscheiden. Es gibt ja diese Large Language Modelle, die in Anführungsstrichen das Weltwissen haben, was natürlich mit Vorurteilen behaftet ist, was mit urheberrechtlich geschütztem Material trainiert worden ist, was also wie gesagt moralisch ethisch jetzt auch gar nicht einfach ist, aber was natürlich dieses Wissen hat, meistens westlich orientiert, das sind diese Large Language Modelle und da gehört eben ChatGPT dazu, natürlich aber auch Claude von Anthropic, Gemini von Google. Dann haben wir noch Mistral AI aus Frankreich. Das sind im Prinzip die, die sich immer wieder gerade überholen. Da gibt es ein großes Rennen von den großen und da müssen wir aber sagen, wechseln wir auch dauernd, weil die werden mal besser, mal schlechter. Man hat manchmal auch den Eindruck, funktioniert jetzt nicht so gut. Zum Beispiel wir arbeiten ja gerade mit ChatGPT, weil man es von Anfang an auch gemacht Momentan sind wir jetzt bei 5.2, geht natürlich weiter und da haben wir den Eindruck, das ist nicht so gut textlich.
Carsten Bolk: Wir arbeiten gerade wahnsinnig gerne mit Claude hat ein bisschen damit zu tun, dass es auch ein bisschen anders trainiert wird. Da ist ein bisschen Philosophie auch dahinter, Moral und Ethik. Die haben sich auch selber so eine Art Manifest dazu gegeben, wie sie möchten, wie die Maschine antwortet. Das mögen wir sehr. Google Gemini holt allerdings sehr, sehr stark auf, hat damit zu tun, dass eben, und jetzt kommt der zweite Punkt, Spezialprogramme da drin sind, wie zum Beispiel Nanobanana, die natürlich anders funktionieren oder Midjourney und so weiter, sind spezielle Dinge im Prinzip. Damit arbeiten wir natürlich auch, also mit Veo 3 nennt sich das für die Videogenerierung, aber da wieder wir sprechen heute und in einem Monat ist das andere Programm wieder ein bisschen besser als kann man aber generell sagen, bei all diesen Modellen, es wird immer kontrollierbarer, was man da herausbekommt. Das ist also von der Zufallsmaschine, die im Prinzip ja eigentlich alles statistisch ist, alles berechnet ist, kann man sie aber immer weiter kontrollieren, das ist schon klar. Ich kann immer weiter genau sagen, bekomme ich auch das, was ich gerne haben möchte.
Carsten Bolk: Das war, als wir angefangen haben, 23 war das ja wirklich ganz weit entfernt davon.
Andreas Berens: Und vielleicht ist auch die Frage gar nicht so richtig, dass man Welches Modell nutzt ihr? Also wir versuchen eigentlich immer zu Es kommt auf den Workflow an. Das ist viel wichtiger, dass ich mit der Maschine im Dialog arbeite, dass ich mir genau überlege, welcher Schritt kommt denn eigentlich vor dem nächsten und mich dann nicht selber überhole, sondern mit der Maschine gemeinsam Schritt für Schritt mich in so ein Projekt reinarbeite. Wir erleben es oftmals in unseren Seminaren, dass die Leute der Maschine eine Frage stellen, die Antwort bekommen und damit dann erstmal zufrieden sind. Heißt ganz Schreib mir einen Text so und so. Ach, der Text gefällt mir aber nicht, der ist ja irgendwie durchschnittlich langweilig, dann schreibe ich es doch lieber selber. Und da fängt das Missverständnis dann eigentlich an. Und das Missverständnis wird sich mit jeder Maschine, egal wie gut die Maschine jetzt drauf ist oder wie gut die Maschine in ihrer Version ist, wird immer das gleiche Ergebnis sein. Wir sprechen immer gerne von Grafik, das ist dann so Durchschnittsware.
Andreas Berens: Aber wenn ich einmal kapiert habe, dass das eine Dialogmaschine ist, mit der ich einen Workflow entlanggehe, Schritt für Schritt Dinge iteriere und der Maschine, wenn ich jetzt mal in dem Bild des Junior bleibe, auch nicht gleich alle 10 Briefingpunkte auf einmal dahin schmeiße, sondern erstmal mit ihr gemeinsam etwas recherchiere und daraus etwas entwickle, dann ist das oftmals viel mehr wert, als einfach noch eine größere, noch eine schnellere Turbomaschine, die ich da an meiner Seite vermute.
Carsten Bolk: Man kann das ein bisschen genau, was Andreas gerade sagt. Spezifisch ist, was wir immer erleben. Wir machen sehr, sehr viele Seminare, sind auch sehr viel bei Kunden unterwegs. Man denkt immer sofort im Ergebnis und Das ist der Fehler. Ich möchte gerne einen Text, einen Blogbeitrag haben. Schreibe mir den Blogbeitrag. Dann ist das ein bisschen sehr rudimentär, was man eigentlich haben möchte. Schreib das dann da rein als Prompt und dann kommt was raus und den Das ist generisch.
Carsten Bolk: So würde man aber klassisch auch nie arbeiten. So haben wir auch alle nie gearbeitet. Sondern was machen wir? Wir recherchieren erst mal richtig. Wir machen einen Deep Research zu dem Thema. Ja, ich bin derjenige, der Trend Recherche macht. Ich bin in dieser Rolle. Das muss man irgendwann lernen. Das kostet mich 10 Minuten und eine Viertelstunde.
Carsten Bolk: Und danach fange ich vielleicht erst an, auch konzeptionell sogar vielleicht zu denken, der Maschine zu sagen, der Block sieht so und so aus, hat die und die Aussage nach draußen hin, dafür steht dieser Block. Um dann zu so mit dem Material möchte ich jetzt einen Blogbeitrag und wir sind im Jahr 2026 auch ganz wichtig, weil die Maschine dann auch versteht, dass sie eventuell noch was anderes dazu suchen muss. Und jetzt mache ich mir den Blogbeitrag, dann sage ich aber jetzt bist du mein Lektor oder mein Kritiker, Wie ist dieser Blogbeitrag? Beurteile ihn. Und da sagen wir immer aus Spaß, aus der Sicht eines gelangweilten, uninteressierten Lesenden, weil dann ist klar, ja, das ist aber jetzt gar nicht so spannend, ist ein bisschen generisch, da müsste man noch was anderes machen. Dann schlage mir vor, wie wir weiter vorgehen sollten, dann wieder in die Rolle und dann mache ich wieder die Content Kreation und dann bewerte ich es wieder. Und das ist wahnsinnig schwer zu verstehen, dass man das mit der Maschine alles machen kann, all diese Rollen annehmen kann. Ich bin damit auch streckenweise, ist man damit auch überfordert, weil es so viel an Material plötzlich ist, dieser ganze Ablauf. Aber die Texte werden viel viel besser, muss man sagen.
Carsten Bolk: Die Zeit vielleicht gar nicht mal, dass man die zeitsparend ist, aber man wird viel präziser, man bekommt einen viel besseren Text, der auch vielleicht individueller ist als jemals zuvor. Nicht KI generiert wirkt, sondern ganz anders wirkt. Das sind diese Workflows,
Steffi: dieses Zusammenspiel aus Dialog und der Gedanke, dass es eben nicht nur ein Schritt ist, sondern eben viele kleine Schritte, dass ich eben jede
Carsten Bolk: Rolle eigentlich einnehmen kann mit der Maschine. Am einfachsten sagt man, du bist zum Beispiel, du bist jetzt der Trend, machst Trend Research, jetzt bist du der Content Creator, jetzt bist du der Kritiker. Also ich kann im Prinzip diese Rollen einnehmen und der Maschine das sagen in einem Chatverlauf und dann ist man ganz überrascht. Das ist sehr, sehr schwer, dieses Role Model Prompten. Aber wenn man das einmal kann, dann merkt man einfach, man hat ganz, ganz andere Möglichkeiten der Bewertung. Man sollte nicht immer mit dem Ergebnis sofort anfangen.
Steffi: Angeknüpft an diese Art von Missverständnis, sage ich mal, seht ihr noch weitere Missverständnisse, vielleicht auch bei Unternehmen, wenn die dann einfach KI zur Erstellung von Inhalten nutzen, gibt es da noch weitere Dinge, wo ihr sagt, das wird auch einfach falsch gemacht, weil es die Leute nicht verstanden haben?
Carsten Bolk: Bis heute sagen wir, das Unternehmen hat mit dem Marketing zu tun, natürlich in Amerika und so weiter. Dieses ganze Effizienzversprechen ist schwierig überhaupt in der Content Kreation. Es geht ja am Ende des Tages ja auch um Qualität. Es geht ja nicht darum, dass irgendwie alles nur automatisiert ist. Und dieses Versprechen ist ein bisschen irritierend für alle. Deswegen ist man auch immer enttäuscht. Man schreibt einen Prompt, kommt jetzt gar nicht raus, kann ich auch alles selber machen. Ja, und wir sagen immer so ein bisschen, wo ist der Unterschied? Früher habe ich halt gegoogelt, habe ich eine Linkliste bekommen, dann muss ich selber die ganzen Webseiten durchgucken und musste hoffen, dass da irgendwas von stimmt.
Carsten Bolk: So heutzutage mache ich Deep Research, dann habe ich auch ganz viel, dann kriege ich das zusammengeschrieben. Ich muss aber trotzdem natürlich danach recherchieren. Ich kann ja jetzt nicht allem vertrauen. Das eine fühlt sich schneller an als das andere, ist es aber am Ende auch nicht. Deswegen sagen wir immer erstmal mit der Qualität anfangen, um dann zu sehen, hinterher wird es eine Beschleunigung geben. Es werden Dinge automatisierbarer sein, auch in dem Team hinterher automatisierbarer sein, weil man GPTs und so weiter, man das ja bauen kann, wo wir Workflows haben mit Prompts im Prinzip, die das Team schneller machen. Aber momentan sind wir eigentlich noch in der Lernphase und in Experimentierphase. Da sind die Erwartungshaltungen ein bisschen zu hoch, muss man sagen.
Carsten Bolk: Aber wenn man es dann gemacht hat für alle Mitarbeitenden und so weiter, dann müssen wir sagen, sind die Leute total begeistert. Und es gibt eine interessante Beobachtung, die wir machen. Und zwar, wir haben gemischte Teams, jüngere natürlich und wir haben in Anführungsstrichen seniorigere, also Menschen, die vielleicht schon 20 Jahre im Job sind. Was ist am Ende? Wir machen gerne so zwei Tages Workshops, manchmal auch vier Tage, aber so zwei Tage ist immer gerne. Da macht man einmal das ganze Multimodal, all das, was gerade funktioniert, was gerade geht. Und am Anfang denkt man immer, ja, die Jungen, die kennen das ja, die müssen das ja kennen, die haben mal mit dem ChatGPT und so gearbeitet, ich weiß ja alles so und die Seniorigen sagen, Gott, ich muss das jetzt alles hier noch machen, ich weiß nicht, was soll das alles. Und nach zwei Tagen ist es genau umgedreht. Die Jungen sind überrascht, dass sie gar nichts verstanden haben von der Maschine und die Senioren sagen, boah, hätte ich das früher gewusst.
Carsten Bolk: Mit meinem Wissen bin ich viel schneller auf einmal. Das ist ja vollkommen irre. Die sind vollkommen begeistert. Am Anfang sitzen die manchmal ein, zwei Stunden da mit einem Gesichtsausdruck, wo der Andreas schon hingegangen ist, hat gesagt, was ist denn los mit ihm? Kann man ihnen helfen? Ja, ich weiß nicht, ich bin mir irgendwie, ich weiß auch nicht, designt der Technologie, das ist alles, ich verstehe es, ich will das gar nicht und so. Und dann zwei Tage später, wow, warum hätte es mir keiner früher erzählt nach dem Motto. Also das ist ein kompletter Unterschied. Wir sagen eigentlich, es ist eine seniorenzentrierte Technologie. Wer Expertise in seinem Bereich hat, kann mit der Maschine wirklich schneller werden.
Andreas Berens: Das hat wieder was damit zu tun, dass die Maschine im Endeffekt natürlich eines nicht hat, was wir Menschen und das auch mit zunehmendem Alter mit an den Start bringen, Das ist das Weltverständnis. Die Maschine hat nur das Weltwissen. Aber das, was das bedeutet, was zwischen den Zeilen ist, was gut, was schlecht ist, was moralisch unmoralisch ist, da hält die Maschine sich ja komplett raus. Das kann sie nicht. Die rechnet ja tatsächlich nur den Durchschnitt aus dem, was sie irgendwo überall mal gelesen hat, aber sie versteht es nicht. Und das macht die Maschine wirklich zu einem Sparringspartner. Und je mehr ich mit an den Start bringe in meinem Feld als Content Stratege, in meinem Feld als kreative Direktorin eines Teams, als Anwalt, als Mediziner, wie auch immer, je mehr Wissen ich als Mensch anzapfen kann, umso besser ist das. Ja.
Andreas Berens: Aber ich muss es interpretieren, ich muss es verstehen, ich muss es einordnen. Und deshalb ist es so spannend, dass diese Technologie im Endeffekt uns noch mehr ermöglicht, tiefer in die Materie einzudringen, Dinge für uns auch strategisch weiterzudenken, auszudenken mit anderen Dingen vielleicht auch mal zu kombinieren, die die Maschine gar nicht sieht. Also dass ich sage, wenn der Aspekt mit dem Aspekt zusammenkommt, gewinnen wir vielleicht plötzlich was ganz Neues. Also die klassische Kreativitätstechnik anwenden, das wird die Maschine alleine nicht tun. Aber wenn ich ihr das sage, dass sie das vielleicht für mich mal übernimm, die Dinge miteinander in Kontext zu setzen, auf einmal kommen da ganz neue Wege, ganz neue Erkenntnisse dabei raus, die ich vorher nie gedacht habe, die ich vorher so nie visualisieren konnte. Und das macht dann auf einmal auch, ich sag mal, das löst dann auch so ein bisschen dieses Missverständnis aus, dass die Maschine mich komplett ersetzen kann. Aber es macht auch klar, sie ist umso wertvoller für mich, je mehr Erfahrung ich mit an den Start bringe. Und das ist das, was Carsten gerade auch erklärt hat.
Andreas Berens: Es ist nicht der Turbo Button. Also wer KI nur als diesen Turbo Button versteht, jetzt noch mehr Content zu produzieren, der hat nicht verstanden, wofür die KI wirklich da ist.
Steffi: Aber ist das dann vielleicht nicht auch ein schöner Hebel, um sozusagen die eigene kreative Handschrift auch Authentizität zu bewahren, aber gleichzeitig KI so kreativ einzusetzen, um da vielleicht noch ein bisschen mehr kreatives eigenes Schaffen sozusagen in die Welt zu setzen? Oder seht ihr das Ganze eher so, dass es jetzt schwieriger wird, so die eigene Handschrift und Authentizität zu bewahren, Wenn jetzt überall KI ist, man KI selber einsetzt, wandert man da zu schnell selber dann einfach zu ach naja, bisschen hin und her, der Text passt so, das klingt schon nach mir, ich veröffentliche es und das passt schon.
Carsten Bolk: Dieser AI-Slop, wie man da so schön sagt, dieser AI Schrott. Ja, man kann es ja auf Plattformen gut beobachten, wie auf LinkedIn und so. Also man kann es schon gut erkennen, ob jemand mit einer KI arbeitet. Es muss inhaltlich gar nicht unbedingt schlecht sein, aber man merkt ja diese Struktur, also dieser Daueraufbau. Man sieht Newsletter, wollen wir uns auch nichts vormachen. Wie mache ich einen Newsletter heutzutage? Früher war das wirklich anstrengend. Heute warte ich darauf, was in Amerika ein bisschen zeitlich früher kommt, dann nehme ich mir zwei, drei Stück, die schmeiße ich in die Maschine, mach meine Tonalität, wie ich das aufgebaut habe und dann macht die Maschine mit dem Newsletter in fünf Minuten, wollen wir uns nichts vormachen. Das erkennt man schon dann.
Carsten Bolk: Also auch muss man sagen, es gibt aber gerade einen schönen Begriff, den du da genannt hast, mit der Handschrift, da wollen wir jetzt auch einen Vortrag machen. Ja, nämlich das gar nicht so einfach ist, eine eigene Handschrift zu haben oder die sogar zu entwickeln, die mir gehört. Das ist jetzt nicht einfach nur ein Texteinstieg, sondern überhaupt meine Habitus, den ich mache. Man kann das bei Social Media ja immer sehr, sehr gut sehen, wie Leute eigene Formate entwickeln und sie dann auch kontinuierlich durchhalten. Irgendwie und dadurch auch erkennbar sind, wie sie das machen. Und das ist ja meistens dann auch mehr als Text, sondern auch mit Bild Signature Moves machen oder Signature Dishes, sagt man ja bei Food Leuten irgendwie im Prinzip. Und da wird mit Sicherheit eine große Herausforderung sein, die zu entwickeln. Also wer die hat, ist es gut und wer nicht, der muss sie entwickeln, sonst kommt er in dem KI Einheitsbrei.
Carsten Bolk: Und das gilt auch genauso für Marken früher oder später. Also wenn man jetzt große Brands sprechen, haben wir auch viele Teilnehmer, Teilnehmerinnen, die dann Marken erzählen müssen. Die müssen auch gucken, dass sie mehr eigene Marke werden und nicht in dem generischen Müll untergehen und darauf reinfallen über diesen, weil dann werden sie auch abgestraft. Und sie werden, jetzt kommt doch der Witz an der Sache, sie werden sogar von den Maschinen abgestraft, nämlich von ChatGPT, dass sie dann gar nicht mehr erscheinen, weil sie so generisch sind. Also ganz interessant, wo wir gerade hinkommen. Der unique, einmalige Content wird wahrscheinlich immer wichtiger, jetzt gerade in 26.
Andreas Berens: Und wir sagen meistens auch, wenn wir so Erfahrungen zurückgespielt bekommen, wenn jemand zum ersten Mal mit so einer Maschine textet und das berühmte Graubrot kommt raus, dann sagen wir auch, was fehlt dir denn jetzt da drin? Da fehlt dann meistens so ein bisschen so diese persönliche Erfahrung, die ich mit irgendwas gemacht habe, dass da auch mal ein Zitat drin ist von jemandem, den ich kenne, meinem Vorstand, meinen Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich zusammenarbeite, aus meiner Community heraus. Das wird die KI ja niemals finden. Und allein das schon zu ergänzen, das zeigt dann schon, klar, die KI hilft mir zu recherchieren, die liefert mir Rohmaterial, die kann mir das auch super strukturieren. Aber so die Seele in diesem Text rein, dieses Herzblut, was ich für ein Thema ja empfinde. Wir hatten im Vorgespräch ja kurz, ich muss für ein Thema brennen, bevor ich in die Tasten greife. Wenn ich das nicht habe, dann wird es mir auch schwierig sein, mit der KI dann irgendwas hinzukriegen, was meine Community abholt. Und wir sagen gerne auch, wir arbeiten mehr im Sinne Content für die Community als für die Zielgruppe, weil dann habe ich eine gemeinsame Leidenschaft und die muss ich reinbringen. Da weiß ich, was die Leute bewegt, da weiß ich, wo die Emotionen stecken.
Andreas Berens: Aber den Input natürlich, das Wissen und was gerade abgeht draußen, das kann ich mir schön zusammensuchen lassen, um mein eigenes Wissen zu ergänzen und dann selber in die Tasten zu greifen, es noch mal revidieren zu lassen. Und je nachdem, wohin ich möchte mit der KI im Sparring, dann auch durchaus den Text zu verfeinern, sodass er gut lesbar ist, dass er leicht lesbar ist, dass er Spaß macht, dass er den richtigen Einstieg hat und so weiter. Da kann ich mir natürlich fantastisch helfen lassen. Das macht uns dann auch selber immer wieder sehr viel Spaß, diese Erkenntnis auch
Carsten Bolk: zu vermitteln in der KI kann mir natürlich helfen, meine Geschichten zu finden irgendwie, das ist klar. Aber ich habe zum Beispiel jetzt bei LinkedIn, das nur ganz aktuell war jetzt im Januar, ich habe meinen alten iPod, ich habe also aufgeräumt, einen alten iPod von mir gefunden von 2003. Und zu meiner großen Überraschung ging der tatsächlich noch so. Und da habe ich aus Spaß gedacht, okay, was mache ich jetzt damit Habe ich ein Foto gemacht und das ist ja meine Geschichte, weil mich irgendwie so ein bisschen, wir sind in einem Retro, alles wird immer schneller und habe ich gesagt, ich poste das einfach aus Spaß, ich schreibe dann auch über KI und so weiter. Aber der ist so durch die Decke gegangen. Der erfolgreichste Post, den ich jemals gemacht habe. Ich bin jetzt gar nicht groß dahinter her, aber da hat mir keine KI helfen können. Das ist lustige, weil das ist die Geschichte, ich weiß ein bisschen, das ist das Weltverständnis, wir stehen alle gerade drin, es haben ganz viele Leute darunter geschrieben, Ich habe auch Geräte, die gehen noch, Nintendo und wie alle heißen, ganz begeistert.
Carsten Bolk: Man merkt, das ist der Zeitgeist irgendwie, der da gerade ist. Den habe ich auch gespürt selber irgendwie, deswegen habe ich es überhaupt gemacht. Kann mir keine KI helfen. Die könnte mir vielleicht den Text ein bisschen verbessern oder sagen, der Text ist besser, besser oder schlechter schreiben, wie auch immer. Aber der Inhalt, den muss ich finden, den muss ich vorgeben. Da kann mir die KI vielleicht ein bisschen helfen, das zu sortieren, wofür stehe ich als Marke, was könnte ich noch machen und so. Also wie ein Ping Pong. Ich muss es selber machen.
Carsten Bolk: Das ist lustig, dass das funktioniert.
Steffi: Wenn ich das so zusammenfasse, würde ich sagen, Sauerbrot geht immer, Aber wenn man so richtig schönes Sauerteigbrot haben möchte, dann muss man da einfach noch mal den Teig ordentlich noch mal durchgehen, da gewisses Herzblut einfach reingeben und dann wird das aber auch was richtig Schönes.
Andreas Berens: Genau, Thermomix versus Sternekoch. Ich würde mir niemals eine Sendung angucken am Sonntagabend, wo ein Koch mir zeigt, wie der Thermomix zu benutzen ist, aber ich gucke mir fünf Stunden Tim Mälzer an, der mit irgendeinem anderen Sternekoch ihr ganzes Herzblut auf den Tisch legen, eine ganze Heldenreise durchlaufen sozusagen, weil es einfach konzeptionell wunderbar erklärt ist und da so viel Leidenschaft und Herzblut und wirklich auch Leiden drinsteckt. Das holt mich ab, der Thermomix nicht. Und da ist vielleicht dann auch so ein bisschen eine schöne Analogie, die man da mitnehmen kann. Das eine ist kochen, das andere ist Mahlen nach Zahlen sozusagen.
Steffi: Das geht jetzt vielleicht auch so ein bisschen in die nächste Frage rein, so von wegen, ist das vielleicht auch alles jetzt auch ein bisschen schmerzhafter oder leidvoller geworden, wenn wir darauf gucken, wie KI so auch den Planungsprozess von Inhalten oder auch den Kreationsprozess von Inhalten beeinflusst. Wie hat das denn zum Beispiel, wenn wir dann Themen recherchieren oder auch ein bisschen in die Redaktionsplanung gehen, wenn man sich da mit Inhalten auseinandersetzt und ist das eine gute Idee, ist das eine schlechte Idee? Inwiefern hat das KI Vern auch diesen ganzen Prozess der Inhaltserstellung oder auch Inhaltsplanung verändert? Könnt ihr da etwas beobachten? Macht das den Leuten jetzt mehr Spaß, weil sie da auch KI an die Hand haben und nicht mehr selbst alles recherchieren müssen? Oder sagt ihr, das ist manchmal auch so ein richtiger Kraftakt, weil man jetzt so eine Hülle und Fülle an Informationen hat und man weiß ja eigentlich gar nicht mehr, wo man anfangen soll.
Carsten Bolk: Man muss natürlich seine eigene Systematik finden. Ja, sagen wir mal, die Herausforderung, die wir beobachten, ist, wenn man nicht ein Einzelkämpfer, Einzelkämpferin ist, was auch viele sind Content Creator. Wenn ich aber im Team arbeite, dass erstens, wenn jemand geht, dass die nicht ersetzt werden. Das heißt, das ist natürlich eine Belastung nach dem Motto, die KI kann das dann ja, da kann die KI ja helfen. Naja, so einfach ist es dann am Ende auch. Doch nicht jeder hat seine Rolle und man braucht auch die Zeit, also man kriegt nicht die freie Zeit, die immer versprochen worden ist. Dann kann man ja mal kreativer werden. Du sparst dir eine Stunde.
Carsten Bolk: Die Frage ist, wo spare ich mir überhaupt eine Stunde? Das nicht, aber man kann präziser werden und zwar machen wir Personas, Synthetik Personas nennt man das ja. Also im Prinzip, ich kann meine Zielgruppen mehr bauen mit der Maschine, kann also sagen, wer ist man, den ich, mit dem ich gerne sprechen möchte. Und dann kann ich natürlich mit der Person sogar darüber sprechen, was sie machen, wortwörtlich, kann mit ChatGPT reden und ich kann meinen Content beurteilen lassen von dieser Synthetik Persona und nicht nur einer, sondern mehrere. Und das ist überraschend für alle. Das ist ein ganz anderer Workflow, dass ich plötzlich aktiv damit sprechen kann und sagen kann, bewerte mir aus der Perspektive dieser Persona diese drei oder vier Content Pieces, die ich jetzt hier gebaut habe und was ist jetzt der bessere Newsletter, also der Newsletter Beitrag oder ein anderer Content Piece und so und mach mir eine Liste und begründe mir, warum. Das hilft mir natürlich, heißt noch lange nicht, dass ein Erfolg damit unbedingt vorhersagbar ist, aber es hilft mir total gut, mich zu orientieren, zu sagen, stimmt, da habe ich was vergessen oder es fühlt sich gar nicht an wie 2026, das hätte ich auch vor 10 Jahren hinschreiben können. Das ist so generisch, warum soll sich das überhaupt jemanden suchen? Stimmt, ich habe die Fragen gar nicht beantwortet, die vielleicht diese Leute, diese Menschen gerade haben, auch für mich, für mein Produkt oder so weiter. Man muss, also man kann plötzlich eben, wie gesagt, von der Zielgruppe aus mit der Zielgruppe sprechen und muss nicht warten, was draußen passiert, um das dann im Nachhinein zu beurteilen.
Carsten Bolk: Das ist ein ganz, also für was wir so mal mitkriegen, zumindest in unseren Seminaren, ein ganz, ganz großes Aha Erlebnis, dass das geht, weil es kostet normalerweise, wenn man jetzt das klassisch macht, sehr, sehr viel Geld, eine Zielgruppenanalyse zu machen, Menschen zu befragen. Also da reden wir über richtig hohe Beträge, um dann ein halbes Jahr zu warten, bis dann das kommt und man dann selber denkt, naja, ist auch ein bisschen generisch. Ja, warum? Weil man Menschen fragt, dann sagen sie auch noch lange nicht so richtig, wie ihre Befindlichkeiten sind und da sagen sie, ja natürlich würde ich das Produkt kaufen und ich würde das machen und was machen sie hinterher? Machen sie trotzdem nicht. So und das kann man plötzlich ganz anders mit der Maschine sich helfen lassen.
Steffi: Irgendwelche anderen Frustrationen mit bei KI und Inhaltserstellung, die dir vielleicht noch einfallen, Andreas, vielleicht auch aus dem eigenen im Arbeitsalltag
Andreas Berens: Frustrationen, dass diese verdammte KI mir das Denken nicht abnimmt, dass ich mit der Erwartungshaltung rangehe, ich delegiere jetzt einfach alles und das Ding macht das dann schon. Das ist nicht mein ausgelagertes Hirn. Das muss ich halt eben immer mitbringen. Und wenn ich dann die Erwartung habe, ich kriege hier alles gelöst, dann bin ich frustriert, weil ich habe das im Endeffekt auch wenn ich eine One Man One Woman Show bin, immer noch das Vier Augen Prinzip, was ich anwenden muss. Alles, was kommt, muss ich reviewen, muss ich ergänzen. Und das wird halt eben massiv unterschätzt oftmals. Die Erwartungshaltung ist dann oftmals, die Maschine macht ja jetzt alles für uns und das ist falsch. Das kann dann schon zum Frust führen.
Steffi: Ihr habt es gehört. Führt den Dialog, erarbeitet mit der KI gemeinsam einen Workflow, der funktioniert und guckt am Ende doch noch mal doppelt und dreifach drauf, damit auch das, was da rauskommt, auch wirklich dann auch durchklingt und
Andreas Berens: iteriert vor allen Dingen. Iteration ist eigentlich der Clou an der ganzen Geschichte. Guck noch mal aus der Sicht drauf, mach mir noch mal eine Variation. Guck noch mal aus der anderen Sicht drauf, machen wir jetzt noch mal eine Variation. Ja, ich finde die Version jetzt besser, aber da gefällt mir der Einstieg nicht. Mach mir das doch noch mal so und so. Das ist mein Auftrag. Wir haben neulich ein ganz schönes Bild gefunden, weil Carsten und ich kommen ja beide aus der Agenturlandschaft.
Andreas Berens: Wir haben ja jahrzehntelang, kann man sagen, in der klassischen Werbung gearbeitet. Dort haben wir uns damals auch schon kennengelernt, Carsten als Creative Supervisor, ich in der strategischen Planung. Und wir haben eigentlich immer eine klare Rolle gehabt in unserem Entwicklungsprozess. Und wir hatten so drüber Carstens Rolle gesprochen. Und die als Creative Supervisor ist ja eigentlich immer, dass man sich auch mal vorschlägt, machen lässt, die Teams an etwas arbeiten lässt, sich das anguckt und dann das ist gut, das ist nicht gut. Gehe dann noch mal in die Tiefe, diese Qualität sichert und die Leute challenged und das beste Kreative rausholt, was geht. Und das ist eigentlich unser Job heute mit der KI, diese KI auch zu challengen, sich verschiedene Alternativen anbieten zu lassen, um dann zu entscheiden, was davon ist jetzt gut, wo steigen wir jetzt tiefer ein und wen brauche ich dazu, was kann ich noch dazu bringen, was kann ich dazu addieren, wo soll die noch mal gucken gehen, was soll die noch mal für einen Aspekt mit da integrieren. Daran hat sich tatsächlich eigentlich gar nichts geändert.
Andreas Berens: Und was aber sich jetzt ändert, ist der Anspruch an viele Kreative ist natürlich in diese Rolle reinzufinden. Das heißt, ich muss jetzt vielleicht gar nicht mehr die letzte Textur im Text herauskitzeln, da kann mir die KI schon helfen, die richtige Satzstellung und ein bisschen geschmeidiger zu texten, aber ich muss den Inhalt, die Seele in den Text reinbringen. Ich muss spüren, wo treffe ich den Zeitgeist, wo habe ich mal was gelesen von jemandem aus der Philosophie, aus der aktuellen Politik oder aus der Nutzung eines Produktes heraus, was hier ein spannender Insight wäre, wo steckt denn das, was die Leute bewegt und bringe das dann da rein. Das ist eigentlich plötzlich mein Job als Stratege. Also so komme ich auf einmal in einen ganz neuen Anspruch, der an mich gestellt wird im Umgang mit Dingen, die die KI mir anbietet. Mehr in die Bewertung delegieren, schicken, Alternativen bewerten, noch tiefer eindringen, noch mal schicken. Und das ist plötzlich, glaube ich, auch was, was uns allen im Endeffekt jetzt in Zukunft noch mehr ins Haus steht. Je agentischer die ganze Geschichte wird, also je mehr ich dann auch Pakete an eine KI delegieren kann und sagen, recherchiere, bewerte und mach mir einen ersten Textvorschlag, go.
Andreas Berens: Und dann kommt die Maschine irgendwann zurück. Das ist genau das, was jetzt letzte Woche passiert ist. Also wir sprechen ja jetzt, ich sag mal, von einer Kategorie Werbung, Kommunikation, machen deshalb dieses Beispiel auch, wo die Maschine dann plötzlich ganze Workflows im hintersten Stübchen ihrer Intelligenz sozusagen abwickelt, mir wieder was anbietet. Das setzt natürlich dann voraus, dass ich das auch alles irgendwie bewerten kann und einschätzen kann. Und das ist dann plötzlich meine Rolle. Und das wird uns natürlich in unserem Job wieder vor neue Herausforderungen setzen. Das heißt, die Leute müssen neu geschult werden im Umgang mit Kreation, mit der Bewertung, mit der Qualität und das alles vor dem Riesenkontext, dass da draußen ganz viel AI Schrott entsteht, aus dem wir irgendwie rauskommen müssen. Und das ist, glaube ich, der einzige Weg, den wir gehen können.
Steffi: Musste da gerade grinsen, als sie so von Vorgesetzten und so weiter gesprochen hat. Da kann ich ja auch aus Agenturerfahrung sprechen und ich als Junior erinnere mich natürlich dann auch daran, wenn ich eine Pressemitteilung geschrieben habe, ich das meinem Vorgesetzten gegeben habe und der mir dann noch mal so drei zusätzliche Runden gegeben hat, damit ich auch mal wirklich lerne, wie man sowas von der Pike auf auch richtig macht und worauf man da alles achten muss. Das habe ich mir auch dick aufgeschrieben, mich mit dem Thema Bewertung auch noch mal näher einfach auseinanderzufassen, weil das ist natürlich auch etwas, was mir auch tatsächlich auch so ein bisschen fehlt. Ich habe jetzt niemanden über mir, der darüber hockt und einfach noch mal auf das guckt, was ich da sozusagen fabriziere, tagein und tagaus und da auch noch mal KI auch so ein bisschen zu nutzen, aber auch selber mit dieser Bewertungsbrille, die früher meine vorgesetzten Kollegen für mich immer auf hatten, die auch noch mal zusätzlich aufzusetzen. Das fände ich einfach noch mal eine sehr schöne Handlungsaufforderung auch an mich.
Carsten Bolk: Das ist wichtig irgendwie zu wissen und verstehen, dass das geht. Aber es gibt etwas, wo man wirklich sehr, sehr gut drauf achten muss. Die Maschine ist ein People's Pleaser, nennt man das. Also das heißt, sie sagt immer ja zu allem erstmal. Sie ist so trainiert worden extra, damit wir möglichst lange mit der Maschine interagieren. Wir werden das jetzt auch sehen bei ChatGPT. Irgendwann kommt auch die Werbung da rein. Warum? Weil es alle gerne kostenlos benutzen.
Carsten Bolk: Das ist wie bei Social Media. Es wiederholt sich im Prinzip all das, die Phänomene. Es ist also deswegen aber immer positiv. Also wenn man sich gerne loben lassen möchte, wenn man den Eindruck hat, man hat einen schlechten Tag, dann spricht man ein bisschen mit der Maschine und hier habe ich noch eine andere Idee, dann wird man gelobt, dann sagt die Maschine super Idee, toll, das ist gold, sagt zum Beispiel Claud gerne manchmal mittlerweile und dann weiß man irgendwie, ah super, dann kann ich das weiterschreiben, will nur sagen, aufpassen. Wenn man also in die Kritikreihe geht, dann muss man immer sagen, sei kritisch, hab einen genauen Blick darauf, lob mich nicht und lob nicht die Arbeit, sondern ich will wissen, was an der Seite schwierig ist an dem Text, was ist problematisch, was ist unlogisch, was ist nicht richtig. Also wirklich das Einfordern aus der Sichtweise eines gelangweilten, kritischen, uninteressierten Lesers, dann wird es erst richtig interessant. Man muss also immer dieses Negative in dem Sinne reinsetzen und wirklich aktiv herausfordern, weil die Maschine sagt immer sonst, ah, kann man jetzt veröffentlichen, Supertext, toll, toll, toll gemacht, so ein bisschen fast. Deswegen sagen wir auch Spaß ist vielleicht auch ein bisschen gemein, wie so ein Praktikant im Prinzip, der keine Lust mehr hat und sagt, ich bin jetzt fertig und jetzt lass mal gut sein, ich will jetzt auch nicht mehr weiterarbeiten.
Carsten Bolk: Also auch die Maschine ist in dem Sinne faul, sagt immer, jetzt ist gut, mach mal, kannst jetzt, wir sind doch fertig, ne, du bist noch nicht fertig, sagen wir mal, du musst noch mal eine Runde arbeiten.
Andreas Berens: Aber sie hat auch eine wunderbare Art mit einem umzugehen, muss man sagen. Also gerade wenn man lernt, so ein bisschen in den Dialog zu gehen und man fordert das Kritische ein, die Maschine lobt erstmal was, das ist gut und das ist schlecht und das musst du besser machen. Und man bekommt auf einmal, man verliert ein bisschen die Scheu, die du eben angesprochen hast, jetzt zum dritten Mal zum Vorgesetzten zu gehen, ihm was hinzulegen, weil die Maschine sagt mir auch beim dritten Mal irgendwas und wenn ich sage, ich habe das jetzt nicht verstanden, dann erklärt sie mir das auch noch mal, was sie eigentlich meint und dann kann ich darauf noch mal eingehen. Also man verliert auch so ein bisschen die Scheu, sich kritisieren zu lassen aus der Sicht von dem, für den ich schreibe, aus der Sicht meines Professors, für den ich die Bachelorarbeit schreibe und der mir jetzt wahrscheinlich beim siebten Mal, wenn ich diese Frage stelle, aber was war denn das, noch mal die Augen verdreht und sagt, du hast ja gar nichts verstanden an der Stelle kann ich die KI in die Rolle des Professors setzen, erkläre mir das doch bitte noch mal so, dass ich es auch verstehe und ich habe es immer noch nicht verstanden. Und auf einmal ist das auch etwas, was mir eine neue Freiheit gibt, so lange zu fragen, bis ich Dinge durchdrungen habe, so lange in die, in den Dialog zu gehen, bis das Ding, bis der Text, den du eben angesprochen hast, auch sitzt und ihn dann noch mal bewerten zu lassen und dann zu sagen, so jetzt kannst du stolz auf dich sein, jetzt hast du es wirklich von vorne bis hinten durchdacht und man merkt selber, wie man dadurch auch besser wird, weil das ist, glaube ich, auch oftmals, dass man viele Dinge auch gar nicht so genau erklärt bekommt. Das ist in der KI drin, das Weltwissen ist drin, aber das Verständnis bringe ich halt eben mit rein und verarbeite das dann zu einem großen Grund.
Steffi: Aber auch da auch mal so ein bisschen an die Dinge, die wir da auch schon besprochen haben, auch so anknüpfend, ich sag mal, nicht nur die Brille, die Bewertungsbrille ist wichtig, um zu gucken, habe ich jetzt hier schon ein Sauerteigbrot oder ist das noch das Graubrot und was muss ich damit anstellen? Gibt es noch andere Kompetenzen in der Richtung, wo ihr sagt, dass vielleicht nicht nur Einzelkämpfer, sondern vielleicht auch Content Teams auch das eine oder andere noch ein bisschen stärker bei sich selbst auch weiterentwickeln sollten, Wenn auch jetzt KI auch immer ein größerer Bestandteil ihrer, ich sage jetzt mal, Content Produktion wird, seht ihr da noch so ein paar Stellschrauben, die sie vielleicht auch an sich selbst verbessern können, noch mal ein bisschen nachziehen.
Andreas Berens: Neben der Bewertungsbrille, das Denken in Workflows ist, glaube ich, eine ganz wichtige Geschichte, dass ich mir überlege, wen hole ich in welchem Schritt denn eigentlich jetzt mit rein und an welcher Stelle brauche ich KI? Also dass ich keine KI Strategie habe, sondern eine Content Strategie mit KI unterstützt, dass ich mir bei jedem Schritt halt eben einfach überlege, wie könnte mir denn KI jetzt dabei helfen, wenn ich Marktforscher bin, dann überlege ich mir, wie kann ich diese Research Funktion jetzt benutzen, wie kann die mir helfen, einen Markt zu durchdringen, wenn ich in der Kreativitätsphase stecke, Wie kann ich da unterschiedliche Alternativen mir mal ausarbeiten lassen? Ganz viele Facetten, wenn ich Ziele definiere für meine Content Marketing Kampagne, welche Ziele gibt es denn da überhaupt und wie kann ich mir die erklären lassen und was passt denn am besten zu meiner Kampagne? Ich kann mir zu jedem Zeitpunkt von KI in jeder Rolle, die ich in so einem Team habe, kann man sich helfen lassen. Ich glaube, sich das mal zu überlegen, wir brauchen eine KI Strategie, sondern wie kriege ich KI in meine Content Strategie rein? Wo kann sie mir helfen? Dann ist das schon mal ein super erster Schritt. Und dann kommen wir Schritt für Schritt auch natürlich irgendwie in die Phase, wo wir dann überlegen müssen, wie können wir denn nicht nur ein Team aus Menschen orchestrieren, sondern wie orchestriere ich ein Team aus Menschen und Agenten? Weil das wird früher oder später auf uns zukommen. Da wird im Moment noch viel heiße Luft geblasen. Aber wir werden das erleben, dass Teams nicht mehr nur aus Menschen, sondern aus Menschen plus dem Junior, der da auf einmal nicht mehr nur anfängt zu denken, wenn ich ihn anticke, sondern der so lange selber mit sich in den Dialog geht, seine eigenen Wege zur Lösung findet und mir dann einen Vorschlag macht, dass ich mir schon genau überlegen muss, wie steuere ich denn plötzlich dann so ein Team? Also wir werden zunehmend zu orchestrieren und wie gesagt, die Teams werden halt eben synthetische Teams sein, wo Mensch und Maschine immer enger zusammenarbeiten werden und KI wird immer mehr zur Kollegin oder zum Kollegen werden.
Steffi: Fassen Sie das anders?
Carsten Bolk: Nee, ich sehe das nicht anders, ne? Sagen wir mal, diese ganzen Agenten versprechen, klar, muss man mal sehen, was da passiert. Und wenn das dann autonom wird, was natürlich auch alles schiefgehen kann, weil hat ja mit den Daten zu tun und so weiter, was da so alles passieren wird, wo man sich nicht, wo man sich glaube ich, alle im Klaren sein muss. Es wird nicht mehr in dieser eigentlichen Expertise, in der man im Prinzip eigentlich ausgebildet worden ist, die reicht, die wird nicht mehr reichen. Also es ist nicht so, ich bin in einem Team, da ist der Design, die Designerin, da ist derjenige, der textet, da ist derjenige, der Mieter Mediaplan macht, da ist derjenige, der Strategie macht. Alle können alle Rollen einnehmen. Das ist fast nur eine Frage, wie talentiert ich bin und wie schnell ich mit der Maschine das kann. Aber ich kann ein Mediaplan machen, ich kann Design machen als Einzelperson, ich kann texten, ich kann im Prinzip sogar das beurteilen, was der andere gerade macht. Also es gleicht sich extrem an in einem Team, wenn man das richtig nutzt.
Carsten Bolk: Und das wird gehen. Das heißt, ich muss eigentlich mehr Expertise haben, ich muss mich mehr in anderen Feldern plötzlich auskennen. Das kann ich mir mit der Maschine relativ gut alleine beibringen, muss man sagen. Man kann sich super Sachen erklären lassen, Mediaplan, wie funktioniert das, wo muss ich das aufbauen? Mache ich ein Deep Research dabei? Kann ich mich da wahnsinnig schnell einarbeiten? Da wollen wir uns nichts vormachen, wenn da jemand gut ist, da gleichen wir uns tatsächlich extrem an. Es wird auch mit Sicherheit neue Rollen geben. Also das zum Beispiel könnte jetzt sein, eine Art Prompt Engineer, der im Prinzip das, was Andreas natürlich da auch gerade zurecht gesagt hat, der diese Agenten im Prinzip, also in dem Sinne prompted, eigentlich im Prinzip die Wege vorgibt. Wie müssen die funktionieren? Warum ist da gerade Vorurteile drin, sogenannte Bias, wo haben wir das Problem und so. Dann gibt es vielleicht auch Kreative, die natürlich auch einen anderen Aspekt reinbringen, wenn das dann automatisiert ist, dass es dann auch gleich wirkt, sagen wir mal AI Content Creator, aber es wird auch jemanden geben, so eine Art Ethik Manager oder so, der vielleicht noch gar nicht bis heute da drin ist, dass wir im Prinzip diese ganzen Deepfakes und so weiter, sind wir welche, die produzieren gerade tatsächlich die ganzen Sachen schon mit, geben das Ganze schon raus, vielleicht sogar automatisiert raus.
Carsten Bolk: Wo stehen wir da gerade moralisch ethisch? Das wird wahrscheinlich immer wichtiger, denn Deepfakes, das haben wir jetzt auch gelernt über unseren, unseren Juristen, der gerade auch für uns das Buch schreibt, also unser Kapitel, ein Kapitel schreibt, muss man sagen, Deepfakes sind eben auch Sachen, die ich einfach nachmache. Ich stehe jetzt vor dem Supermarkt, der ist bei mir um die Ecke und ich mache das mit KI nach diesen Supermarkt dahinter, dann ist das schon ein Deepfake, den habe ich gar nicht so gemeint. Ich will ja gar keinen täuschen, ich will es mir nur einfacher machen. Und er sagt, das ist ein Deepfake Supermarkt, den gibt es nicht. Du tust aber so, als würde es ihn geben. Und das muss man eben lernen. Und da muss jemand im Unternehmen sein, den gibt es bis heute nicht, der moralisch ethisch überhaupt entscheidet. Dürfen wir das zeigen? Wie zeigen wir das? Ist das richtig? Ist das von der Marke richtig? Also es werden auch neue Rollen kommen, die wir nur erahnen können, gerade die sich so ein bisschen ausarbeiten.
Steffi: Dann ist die nächste und damit auch die Abschlussfrage vielleicht ein bisschen schwierig zu beantworten, aber ich stelle sie trotzdem einfach mal und wir spinnen uns da vielleicht mal eine spannende Zukunft irgendwie zusammen, wenn KI in so drei bis fünf Jahren vollständig in Content Creation integriert ist und man damit gefühlt alles, wirklich alles bis ins kleinste Detail machen könnte. Wie würde dann euer idealer Workflow aussehen?
Carsten Bolk: Das ist gemein Die Frage, wie wird der Workflow aussehen? Es wird immer ein die Workflows, wir wollen uns nichts vormachen. Das ist schon eine KI ist schon eine Demokratisierung von Kreativität. Also das war Social Media, Demokratisierung der Distributionswege. Wir alle können Podcast machen und so weiter. Und jetzt können wir im Prinzip alle kreativ werden, auch wenn wir in dem Sinne nicht ausgebildet sind dahin. So auch das ist und nicht wir können uns das alle angleichen und das wird mit Prompt immer einfacher sein. Wir werden alle zusammen, sagen wir mal, ein Film ist jetzt, weil es so komplex ist. Ein Film wird jeder irgendwo mit zwei, drei Prompts wahrscheinlich in Zukunft in zwei, drei Jahren auf Knopfdruck machen können.
Carsten Bolk: Frage ist, ob jemanden interessiert. Das ist eine andere Frage, weil wir alle das wissen im Prinzip, dass das so geht. Wir haben auch keine Wertschätzung dafür dann mehr Und deswegen wird es einen anderen Weg wahrscheinlich geben, nämlich den des Handgemacht dem im Prinzip da, wo tatsächlich der Prozess auch ein anderer ist. Und ich spüre den Prozess durch. Wir sehen gerade eine Entwicklung, mal gucken, wo die uns hinführen wird. Es gibt ja verschiedene Plattformen. Es gibt einmal Napster, habe ich mir vor kurzem zeigen lassen in einem Seminar, was wir auch gar nicht wussten, war ja früher ein Streaming Dienst, illegal. Dann normale Plattform.
Carsten Bolk: Die sind komplett KI im Prinzip, gehen nur auf KI Generierung. Die haben alles rausgeschmissen, ganze Musikbibliotheken, weil sie es alles nicht bezahlen konnten an die Künstler und Künstlerinnen, weil das alles viel zu teuer ist, war in dem Sinne, weil sie das Geschäftsmodell nicht hatten. Man kann komplett sich einen Text machen lassen für einen Country Song, sagen wir mal, den Text schreiben lassen in der App. Dann wird vorgeschlagen, ich generiere dir zwei Country Songs und du suchst aus A oder B und dann mache ich dir eine Playlist. Das ist eigentlich die Individualisierung komplett. Der Nachteil ist, oder mal wie auch immer, also es gibt natürlich keine Künstler, Künstlerin dahinter mehr. Es gibt auch nichts zu bezahlen, weil das alles KI generiert ist. So die Frage ist, finde ich so eine Plattform gut? Der Nachteil ist, ich kann mich mit keinem unterhalten darüber.
Carsten Bolk: Wir könnten jetzt alle zu dritt nicht sagen, kennst du den Song? Dann gucken mich alle an, welchen Song, keine Ahnung, wo Soll ich den hören? Das ist deins. Kann ja sein, dass du den generiert hast und der hast du nicht immer selber gemacht. Und dann gibt es in der Musik Bandcamp, das ist eine andere Plattform, Die haben gesagt, wir schmeißen alles KI generierte raus. Wir sind nur für Bands, daher kommt es auch nur für Musiker, Musikerin. Das ist genau der andere Weg. Und die Frage ist, mal sehen, wird es Plattformen geben, wo das tatsächlich ist und wo wir vielleicht dann auch alle doch wieder hinpilgern werden, weil wir uns sagen, ich möchte auf den anderen Plattformen nicht mehr sein, wo auch so eine komische hybride Durchmischung ist, wo ich nicht mehr verstehe, ist es echt oder nicht echt? Muss ich die ganze Zeit rumrätseln, Kann ich es teilen, kann ich es nicht teilen? Alle schreiben, es war KI generiert, Bist du reingefallen darauf? Will ich doch gar nicht nicht. Fängt mich halt viel zu sehr an. Da ist die interessante Frage, wo werden wir in 2, 3 Jahren sein? Was ist wahnsinnig spannend, Aber man sieht ein bisschen gerade den Weg, der kommt.
Carsten Bolk: Mal gucken. Also wann verabschiedet man sich aus Plattform, wo man denkt, ich kann Lust mehr drauf, will ich nicht mehr angucken. Ich will eine, da wo Human Inside ist oder so, wie man es auch immer nennt.
Andreas Berens: Und das ist ganz spannend, weil jetzt werfe ich mal, wenn du sagst, fünf Jahre, das ist in der KI Zeitrechnung irgendwie ein Flügelschlag, was wir von heute auf morgen erleben, Was wir in fünf Jahren erleben, mag man sich vielleicht noch gar nicht richtig auszeichnen, aber vielleicht mal ein Beispiel. Ich würde jetzt mal die these hinwerfen, einfach provokativ, der ideale Workflow in fünf Jahren ist agentisch orchestriert. Peng. So einfach mal als Hypothese an die Wand nageln. Also das heißt, KI Agenten übernehmen Recherche, die strukturieren, die machen die ersten Entwürfe und alles im Hintergrund. Ich mache da als Creator erstmal gar nichts mehr. Ich habe am Anfang den Auftrag gegeben und ich habe ihm gesagt, was ich am Ende haben möchte und dann kriege ich die Ergebnisse. Und meine Aufgabe ist es dann noch, diese Ergebnisse zu kuratieren.
Andreas Berens: Das klingt jetzt vielleicht total irgendwie futuristisch, aber es gibt gerade einen Case und da haben wir uns beide, Carsten und ich, wirklich abends noch angepinkt hab. Das kann jetzt nicht wahr sein. Das ist der Influencer oder Creator Khaby Lame, den wird jeder kennen, das ist Der meistgestreamte und meist gefollowte TikToker der Welt, der hat irgendwie ein Format entwickelt, mit dem er diese ganzen Hacks, die man von Creatorn auf Instagram und TikTok bekommt, der hackt die praktisch und zeigt, Mensch, der Hack ist gar kein Hack. Du kannst es auch einfach machen mit ein paar Handstreichen, ein paar Handbewegungen. Kennt jeder. Der hat tatsächlich jetzt seinen Clone und seine ganze Content Produktion verkauft für einen Milliardenbetrag, also völlig irre für die nächsten drei oder fünf Jahre. Macht also jetzt eine agentische Firma eine Content Produktion für ihn mit seinem Klon. Diese ganzen Inhalte, Milliarden Dollar Vereinbarung, Content Kreation bei ihm auch ganz toll, weil er ohne Worte hinkommt, wird dann auch noch sehr schnell skalierbar.
Andreas Berens: Ich brauche da keine Übersetzungen und nichts. Er macht gar nichts mehr, was er macht. Er kuratiert es natürlich noch. Und das zeigt auch so ein bisschen, glaube ich, was auch in vier, fünf Jahren noch für uns wichtig ist. Also so ein paar Dinge, glaube ich. Erstens, dass man so sagt, die strategische Entscheidung, also also welche Botschaft, was ist das, was ich eigentlich rüberbringen will, für wen? Das muss ich entscheiden, das ist das, was er auch in Zukunft machen wird. Und er muss halt eben sagen, was da rauskommen soll und was das Ganze ist. Also dass da kein berühmte Garbage in Garbage out Problem.
Andreas Berens: Er muss Input geben, was möchte ich, wie soll es aussehen, was ist der Hook? Das ist das, was meine Geschichte ist. Und natürlich dann gucken, stimmt das alles noch? Stimmt das mit meiner Tonalität, mit meiner Brand überein, ist das konform mit dem, Also die Qualitätskontrolle? Und natürlich das Vierte ist, das müssen seine Geschichten sein, das müssen auch beim Khaby Lame dann die persönlichen Erfahrungen sein, Das musste alles drin wieder sich wiederfinden. Aber der Rest ist tatsächlich sehr, sehr stark dann automatisiert. Also entkoppelt sich gerade sozusagen die Content Kreation ein bisschen vom Creator. Mal gucken, wo das hinführt. Ich weiß es nicht, Wir waren beide relativ überrascht, dass so was jetzt schon geht, aber die Messlatte verschiebt sich da so ein bisschen. Also kannst du kreieren, sondern kannst du jetzt was kreieren, das nur du kreieren kannst. Das ist so das, was dahinter steckt im Endeffekt das, was ihm keiner mehr nehmen kann, sein Format, seine Art und Weise und so weiter, dass das die Authentizität behält, die in so einem Prozess natürlich nicht verloren werden werden darf.
Andreas Berens: Also nicht polish, polish, polish, sondern bleib unverwechselbar, bleib bei deiner Handschrift. Ich glaube, das wird weiterhin dann auch unbezahlbar sein.
Steffi: Oder auch einfach salopp gesagt, niemand möchte Graubrot. Wir wollen alle individuelles Sauerteigbrot haben, auch in vier bis fünf Jahren.
Andreas Berens: So ist es.
Carsten Bolk: Schön, dass du das Bild übernommen hast. Schon. Sehr gut.
Andreas Berens: Ist einfach lecker.
Steffi: Ich fand das wunderbar. Dann war es das auch. Ich danke für das Gespräch. Vielen Dank, dass ihr auch heute wieder dabei wart und ein ganz herzliches Dankeschön an Carsten und Andreas für dieses inspirierende, kritische und wunderbar bildreiche Gespräch über Content Creation mit KI. Ich hoffe, die Folge hat euch Lust gemacht, KI nicht nur als Turbo Button zu sehen, sondern als Sparringspartner, mit der ihr recherchieren, denken, iterieren, kritisieren und eure Ideen weiterentwickeln können. Und vielleicht nehmt ihr ja auch diesen Gedanken nicht. Die Maschine macht euren Content einzigartig. Eure Erfahrungen, eure Erhaltung eurer Geschichten und eure Handschrift machen ihn einzigartig.
Steffi: Also lasst euch nicht vom ersten KI Graubrot abspeisen. Fragt nach, fordert Kritik ein, baut Workflows, denkt in Rollen, bleibt neugierig und gebt eurem Content die Seele, die keine Maschine einfach so ausspucken. Vergesst nicht, den Podcast zu abonnieren, damit ihr keine Episode verpasst. Und wenn ihr Fragen, Feedback oder eigenes KI Sauerteig Erlebnisse habt, schreibt mir gern oder klickt auf den Link in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal. Bleibt kritisch, bleibt kreativ und rockt eure Content Strategie mit KI. Aber bitte nicht ohne Herzblut.
Neuer Kommentar