KI, Visualisierung und Content Strategie mit Sandra Steffan - Content Strategy Rocks Staffel 3 Episode 06

Shownotes

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Steffi: Willkommen zu 1 neuen Folge von Content Strategy Rocks. Ich bin Steffi, eure Podcast-Hosterin und heute vermutlich irgendwo zwischen KI-neugierig, Datenschutz-respektvoll und Bildmetaphern bewundernd unterwegs. Heute freue ich mich sehr, Sandra Steffan bei mir begrüßen zu dürfen. Sandra kommt ursprünglich aus der IT und arbeitet heute als visuelle Strategin. Und genau diese Kombination macht unser Gespräch so spannend. Denn wir sprechen darüber, wie KI dabei helfen kann, Gedanken zu sortieren, komplexe Inhalte sichtbar zu machen und kreative Prozesse zu unterstützen, ohne dabei den Menschen aus dem Denkprozess zu kicken. Wir schauen uns an, warum KI ein ziemlich guter Assistent und Bearings-Partner sein kann, aber eben kein Ersatz für Erfahrung, Kontext und kritisches Denken. Sandra gibt Einblicke in ihr KI-Kreativlabor, in Agententeams visuelle Fluxflows, Datenschutzfragen und die große Frage, wie verändern KI und Visualisierung in Zukunft unsere Meetings, Strategien und vielleicht sogar die gute alte Powerpoint-Schlacht.

Steffi: Also, setzt den kreativen Hut auf, macht den Realitätscheck bereit und denkt dran, KI kann vielleicht ein Gerüst bauen, aber die Geschichte erzählen immer noch wir. Los geht's! Content Strategy Rocks!

Steffi: Worauf kann KI deiner Meinung nach heute schon konkret dabei helfen, Klarheit durch Visualisierung zu schaffen, ohne den menschlichen Denkprozess zu ersetzen?

Sandra Steffan: Also ehrlich gesagt entwickle ich mir dafür gerade Workflows, in denen KI zum Beispiel als Vorsatire arbeitet für das Datenchaos, was oft entsteht, wenn man am Anfang 1 Visualisierung für ein Strategiebild oder eine Infografik steht. Es gibt immer einen riesigen Berg an Input, sei das in Form von Dokumenten, ersten Ideen, die entstehen, Gesprächsprotokollen. Und in diesem Moment nutze ich KI ganz gerne beim ersten Analysieren, Filtern und Sortieren der Daten. Das geht relativ schnell, das liefert in Sekunden eigentlich eine grobe Struktur, so was wie ein Skelett. Aber, und das ist ganz entscheidend, Die KI kann ja nur Muster erkennen, aber sie versteht keine Bedeutung. Das heißt, die KI weiß nicht, was ich mit dem Kunden besprochen habe, was für die Strategie des Kunden am Ende wirklich wichtig ist. Und ab und zu fantasiert sie halt auch mal. Und deshalb muss ich halt immer das Ganze nochmal überprüfen und einen Realitätscheck machen.

Sandra Steffan: Also die KI baut für mich das Gerüst, aber am Ende entscheide ich mit dem Kunden, welche Geschichte wir tatsächlich erzählen wollen mit der Visualisierung. Es gibt auch so einen schönen Begriff, das nennt sich Überprüfungsmüdigkeit im Zusammenhang mit KI. Und das bringt es eigentlich ganz gut auf den Punkt. Dadurch, dass KI so schnelle Antworten liefert und auch immer oberflächlich das alles sich ganz toll anhört, dass wir dazu neigen, das einfach so hinzunehmen. Das sollten wir aber nicht tun. Wir sollten halt immer noch mal einen Blick drauf werfen, ob das nur eine schöne Hülle ist oder ob die Fakten dann halt vielleicht auch mal so ein bisschen, naja, fantasiert sind.

Steffi: Das heißt, der Mensch hat den Hut auf und die KI ist so ein wenig der Assistent, finde ich, was man so zugespitzt zusammenfasst.

Sandra Steffan: Genau, genau das.

Steffi: Du kommst ja aus der IT und bist heute als visuelle Strategin tätig. Wo hilft dir KI im Prozess? Eher beim Denken, Strukturieren oder Umsetzen?

Sandra Steffan: Dass ich aus der IT komme, das hilft mir enorm, weil ich halt die KI nicht nur als einfaches Chatfenster sehe, Frage rein, Antwort raus oder prompt rein, Bild raus, sondern ich denke da halt mehr konzeptionell in der Datenbasis, worauf basieren die Ergebnisse in Prozessen und in Architekturen. Und ich baue meine Struktur auf, meine Arbeit mit der KI vom reinen Experimentieren, so wie es im letzten Jahr noch war, in einen professionellen Arbeitsprozess und professionelle Arbeitsumgebungen zu überführen. Das führt zum Beispiel dazu, dass ich jetzt in den letzten Wochen an 1 isolierten Umgebung gearbeitet habe, hardwareseitig, Agententeams aufzubauen, die ich mit spezialisierten Aufgaben beauftrage. Das heißt, diese Agenten können sich untereinander abstimmen. Da gibt es einen, der macht die Datenanalyse, 1, der kümmert sich das Design-Regelwerk, zum Beispiel Corporate Design Vorgaben. 1, dem habe ich beigebracht, wie aus meiner Sicht Animationen aussehen sollen, wenn es Loop-Animationen sind, was er dabei zu beachten hat. Denn auch da hat jeder seinen eigenen Stil. Und ich habe immer die Möglichkeit, auf diesen gesamten Prozess transparent draufzuschauen und auch jederzeit einzugreifen.

Sandra Steffan: Dieser Ansatz, gerade im Bereich Visualisierung, entstand zum Beispiel durch dieses Papier von Google, das nennt sich Paper Banana. Das soll dabei unterstützen, dass wissenschaftliche Arbeiten auch mit einem KI-Tool visualisiert werden können. Das heißt, dass auch im wissenschaftlichen Bereich diese textlastigen Paper auch unterstützen und mit Visualisierungen angereichert werden können. Und da kam das zum ersten Mal auf, dass Agententeams zusammenarbeiten, sich abstimmen, dass es halt kürtisch hinterfragt wird. Und Am Ende geht es dabei auch viel mehr als nur Technik, denn es gibt ja auch rechtliche Rahmenbedingungen. Das heißt, wenn ich anfange, in Kundenprojekten zu arbeiten mit KI, dann muss ich mich darum kümmern, dass es DSGVO-konform, GDPR-konform ist, dass Datenschutz abgeklärt wird. Und am Ende ist es ja das Ziel, dass ich meinen Kunden nicht nur visuelle, tolle Lösungen anbiete, sondern dass sie auch ethisch und rechtlich sicher sind. Man muss sich AGBs kümmern, man muss Verträge abschließen.

Sandra Steffan: Und da reicht es halt häufig nicht aus, dass man einfach sagt, ich habe ein Konsumer-Abu bei Clod oder an Profic oder bei Google, sondern dann muss man halt eher in den Enterprise-Bereich gehen. Und man muss sich halt auch diese ganzen Verträge mit zum Beispiel Google kümmern, dass beispielsweise Server benutzt werden, die in der EU stehen, dass die Daten dort verarbeitet werden und das muss man halt auch alles schriftlich fixieren. Also eigentlich schon, wie wir das kennen, auch bei den Website-Bestimmungen, dass halt alles irgendwie mit Cookies setzen und DSGVO-konform arbeiten, schon einmal durchgespielt wurde. Anders ist das bei KI auch nicht. Also auch da sollten wir uns auch diesen Themen widmen, auch wenn es halt ein buntes Bild geht. Man

Steffi: kann es ja nicht auf genug lassen, weil es ja im Grunde immer die Zweilager gibt. Entweder die sagen, die PI verteufeln und dementsprechend sie auch nicht nutzen und die anderen, die dann sagen, oh Gott, Das ist mit der DSGVO so komplex. Ich traue mich ja da gar nicht an die Tools ran. Das gleicht auch zur nächsten Frage ganz gut, weil die Angst ist ja sozusagen auch weiter umgreifend. Viele im kreativen Bereich vor allem, finde ich, Auch was Graphic Recorder, Design und so weiter angeht, haben ja die Sorge, dass die KI ihre kreative Arbeit sozusagen ersetzt. Wie erlebst du das auf deiner Seite?

Sandra Steffan: Also ich baue mir dazu halt ja mein Kreativlabor auf. Das hatte ich ja schon mal erwähnt. Und da spielt die KI eigentlich 2 Rollen. Einmal ist es halt ein hochspezialisierter Assistent und es ist aber auch ein Sparringspartner, der auch gerne recht Dinge hinterfragt und auch mir die Möglichkeit gibt, Dinge zu hinterfragen, aufgrund dieses Dialogs mit der KI. Als Assistent ist sie sehr wertvoll, weil ich mein Wissen der letzten Jahre, also meine eigenen Methoden, wie erstelle ich Bildmetaphern oder wie setze ich Storytelling gieße ich in Skills oder in Gems oder wie man das auch immer nennen möchte, in Systemprompts. Es gibt da unterschiedliche Möglichkeiten. Bei Cloth heißt das Skills, bei Google Gemini heißt das Gems und bei Google AI Studio sind das Systemprompts, die man hinterlegt. So kann man sein eigenes Wissen und seine eigene Erfahrung und Arbeitsweise der KI sozusagen als Regelwerk mitgeben.

Sandra Steffan: Denn jeder geht da ja anders dran. Und man grenzt auch dieses Thema Halluzinieren ein, indem man sagt, hier, das ist dein Rahmen, darauf beziehst du dich und so arbeitest du. So kann ich halt wirklich auf eine Assistenz bauen, die genau weiß, wie ich bisher gearbeitet habe und wie ich auch weiterarbeiten möchte. Der zweite Part ist das Thema Sparringspartner. Und da schützt mich die KI teilweise halt vor meiner eigenen Betriebsblindheit. Man hat immer so seine eigenen Bildvokabeln, seine eigene Sichtweise auf Themen. Und wenn zum Beispiel ich nach einem Bild für einen Eisberg suche, dann ist sofort im Kopf, ja, oben ist so ein klein und unten ist das große Unsichtbare unter der Wasseroberfläche. Die KI wirft mir dann Impulse zu, an die ich zum Beispiel in dem Zusammenhang nicht gedacht hätte.

Sandra Steffan: Das könnte beispielsweise eine Plastikflasche sein, die so auf dem Meer schwimmt. Und unter der Oberfläche sieht man halt einen riesigen, gigantischen, zusammengepressten Müllberg, der da noch dran hängt. Das ist halt nicht nur die eine Flasche, es ist halt viel mehr. Es ist das große Ganze mit dem Müll, was halt unten unter der Oberfläche schwimmt. Also das wäre halt ein Beispiel, wie KI unterstützen kann, auch andere Bildideen zu finden.

Steffi: Das heißt, Andere Kreative sollten vielleicht auch, so wie du es auch gerade sehr schön anschaulich beschrieben hast, KI einfach nicht als, ich sage jetzt mal, Mitbewerber sehen, sondern halt eben als Assistenten und Sparings-Partner, der sie halt bei ihrer eigentlichen Arbeit unterstützt und diese Arbeit vielleicht noch ein Stück weit auch weiterentwickelt. Weil es klingt auch so, als ob du KI auch tatsächlich dazu nutzt, auch dich, deine Skills sozusagen, also deine Ideen für Visualisierung und weiter, weiterzuentwickeln. Richtig?

Sandra Steffan: Ja, zum einen also, das weiterzuentwickeln und auch, ich sag mal, Dinge zu verknüpfen. Bisher war es so, du hast ein Strategiebild gezeichnet und hast dem Kunden eigentlich ein statisches Bild übergeben. In dem Moment, wo die Idee aufkam, können wir das nicht lebendig machen, können wir daraus einen Erklärfilm machen, können wir eine lebendige Infografik daraus bauen, dann hat das unheimlich viel Aufwand bedeutet und war auch kostenintensiv. KI kann dazu führen, dass wir sagen, okay, wir machen halt aus diesen statischen Infografiken auf relativ einfache Art und Weise oder auf effiziente Art und Weise auch lebendige Infografiken. Auch das, also es ist wirklich so, dass die KI das, was wir bisher können, erweitern kann. Das heißt, wir können da Dinge, die wir bisher aus Kostengründen vielleicht nicht umgesetzt haben, den Kunden anwägen. Und auch da wieder so, ich setze mir dazu gerade ein System auf, was bei mir lokal und sicher auf meinem Rechner läuft und dass ich zum Beispiel auch nicht mehr ständig in Browser-Tabs hin und her springe. Jeder, der ein bisschen mit KI gearbeitet hat, weiß, dann springt man halt in das eine Tool, in eine Browser-Oberfläche, hat einen Chat-Dialog, lädt Dateien hoch oder Kontext hoch.

Sandra Steffan: Dann braucht man eine andere KI, die zum Beispiel perfekt ist, Bilder und Text irgendwie zu erzeugen. Dann lädt man die Sachen wieder da raus, da wieder rein. Und die nächste ist halt dafür da, irgendwie Videos zu generieren. Es wäre doch viel schöner, wenn wir halt das ganze System so aufbauen, dass wir lokal auf unserem System arbeiten und dass wir keine Daten mehr irgendwie hoch- und runterladen müssen und dafür sorgen müssen, dass am Ende der ganze Prozess auch noch dokumentiert ist. Und das, was du sagst, dass bei der Arbeit von Kreativen oder bei der Sicht von Kreativen auf der Nutzung von KI ist es so, dass sich diese Labellierung von wegen du nutzt KI und somit bist du Feind der echten Kreativen, das kommt ja immer so ein bisschen raus, dass es diese 2 Lager gibt, finde ich eigentlich sehr schade. Denn Ich persönlich arbeite hauptsächlich im Bereich der Gebrauchsgrafiken. Das heißt, die Visualisierungen, die ich erstelle, sind eigentlich dafür da, dass sie Prozesse unterstützen, dass sie dafür sorgen, dass Prozesse in Unternehmen verständlicher werden, dass sie bei der Umsetzung helfen und so weiter. Und in den Sketchnotes-Workshops, die wir früher oder heute noch bei den Kunden geben, da wird immer gesagt, es geht die Idee und nicht Kunst.

Sandra Steffan: Und so sehe ich das bei meinen Infografiken oder Gebrauchsgrafiken auch. Und in dem Moment, wo beim Kunden die Prozesse natürlich schneller werden, müssen wir uns auch mit unserer Arbeit anpassen und müssen ja auch mehr Geschwindigkeit haben, denn niemand wartet mehr darauf, dass irgendwie im Pimkon-System in 5 Wochen dann diese Grafik entsteht. Und hier an dieser Stelle würde ich mir einfach wünschen, dass wir viel mehr in den Austausch gehen und uns gegenseitig dabei helfen oder überlegen, wie wir zukünftig in diesem beschleunigten Prozess auch noch eine Rolle spielen als Visualisierer.

Steffi: Welche Rolle können Visualisierung in Kombination mit KI dabei spielen, Menschen durch Veränderung zu begleiten? Das passt vielleicht auch schon zu dem, was du vorher schon ein bisschen gesagt hast.

Sandra Steffan: Genau. Das ist so ein bisschen die Brücke dahin. Also Wir verlassen momentan die alte Welt, dass Strategien erst monatelang ausgearbeitet werden, finalisiert werden, manchmal schon im Erstellungsprozess mit Unterstützung 1 Visualisierers. Manchmal kam der Visualisierer dann am Ende dazu und hat die Strategie hübsch und verständlich gezeichnet. Aber heute arbeiten Produktmanager eher agil und testen unterschiedliche Ideen, die sie haben oder Strategieentwürfe mit KI und mit schnellen Prototypen aus. Das heißt, da ist es nicht so, dass erst mal auf dem Papier gedacht wird und entwickelt wird, sondern dass eigentlich sehr früh im Prozess unterschiedlichste Prototypen ausgetestet werden, zu schauen, was funktioniert, was muss geändert werden und da hilft KI ungemein. Und wenn wir in diesem Tempo nicht hinterherhinken wollen, dann sehe ich meine zukünftige Rolle eher darin, diesen dynamischen Prototyping-Prozess visuell zu begleiten. Das heißt, Was ich mir da vorstellen könnte, wäre eine Art modulare Visualisierung, die halt mitten im Prozess passiert.

Sandra Steffan: Das heißt, diese Visualisierungen passen sich an, in jedem Schritt, den dieser Prototyp voranschreitet oder mit jeder Veränderung, die passiert. Und so wird unser Strategiebild von diesem statischen, sagen wir mal, Denkmal zum dynamischen Werkzeug während des gesamten Entwicklungsprozesses. Und das Team kann jederzeit darauf zugreifen und sich eine Übersicht verschaffen und den Entwicklungsprozess anpassen. Also ich glaube, dass da eine sehr große Dynamik sein wird, wie solche Prozesse zukünftig in und in Unternehmen vorangeschrieben werden.

Steffi: Ich stelle mir das auch so ein bisschen, ich meine, wir kennen ja Kanban-Boards, das sind ja auch, sage ich jetzt mal, Darstellungen, die sich ja auch immer ständig ändern, dadurch, dass man ja auch dann immer neue Aufgaben bekommt und vieles hin und her schiebt. Und da kann ich mir dann halt sehr schön Bilder gerade im Kopf vorstellen, wie dann eben auch so ein Strategiebild wächst, sich verändert, Dinge werden hinzugefügt oder auch entfernt. Also das finde ich richtig spannend.

Sandra Steffan: Ja, und wie gesagt, das ist wieder dieses Denken, auch was aus der IT und aus dem agilen Arbeiten kommt, dass du halt nicht mehr so ein Projekt planst von Anfang bis Ende, das irgendwie im Papier gießt und wenn du nach 2 Jahren zurückkommst, dann ist es überhaupt nicht mehr relevant, sondern dass du ja beim agilen Arbeiten auch in kurzen Abschnitten denkst. Das heißt, du hast zum Beispiel einen 14-tägigen Entwicklungsprozess, dann wird dieses Teilprodukt, was du dann erstellt hast, an den Kunden freigegeben, es wird geprüft, ist das das, was wir wirklich brauchen? Stellen wir auf dem Weg fest, dass das halt doch geändert werden muss, weil vielleicht auch äußere Rahmenbedingungen sich ändern, dann passen wir beim agilen Arbeiten immer wieder dieses Ganze an. Und das heißt, wir können halt auf dem Weg entscheiden, ah, hier ist eine Veränderung, das ist jetzt wichtig, das haben wir vorher nicht bedacht oder es haben sich äußere Parameter geändert. Und am Ende erschaffen wir ein Produkt, das wirklich halt auch benutzt werden kann und gebraucht wird. Und genauso ist das auch bei 1 statischen Grafik. Wenn ich im Vorfeld eine Grafik entwickle und im Prozess so viele Veränderungen kommen, dann wäre es doch toll, wenn wir unsere Grafik ständig anpassen, wenn sich Dinge ändern. Also das wäre sowas, was ich mir gut vorstellen könnte, wo KI unheimlich gut helfen könnte.

Steffi: Apropos viel ändern, das Denken in Unternehmen zwecks KI oder mit KI oder durch KI hat sich ja jetzt schon ein bisschen verändert und KI hilft da auch in vielen Bereichen, Dinge weiterzuentwickeln, neu zu denken. Wie kann denn KI dabei helfen, visuelles Denken in Organisationen zu verbreiten?

Sandra Steffan: Also ich denke, dass KI dieses klassische Ich-kann-nicht-zeißen-Trauma auflösen kann. Auch in dem Zusammenhang, wir sind ja oft in Unternehmen unterwegs gewesen und haben Visualisierungsworkshops gegeben Und es ist halt wirklich so, dass man auch beim Thema Visualisierung, das ist so ein bisschen wie, ich lerne ein Instrument. Oder ich lerne halt Zeichnen. Ich muss halt dranbleiben. Ich muss auch irgendwo diese Sprache immer wieder mich damit beschäftigen. Ich muss das üben, dann auch ohne viel Lampenfieber vielleicht vor dem Team am Whiteboard zu stehen und meine Ideen in Bilder zu packen. Die KI kann jetzt wie ein Übersetzer wirken, das Kopfkino in erste Skizzen zu gießen. Wer sich bisher also nicht getraut hat, den Stift in die Hand zu nehmen und unsicher war, der kann jetzt einfach seine Gedanken aussprechen.

Sandra Steffan: Man kann die KI mit Audioeingabe, kann man der KI das Bild beschreiben, was man im Kopf hat und diese Visionen und Ideen, die können dann tatsächlich aufs digitale Papier übersetzt werden mithilfe der KI. Das Ganze demokratisiert das visuelle Denken massiv, weil es nicht mehr darum geht, wer perfekt zeichnen kann, sondern es geht darum, wer seine Ideen ganz klar beschreiben kann. Und das ist natürlich auch wichtig, dass wir erst mal schauen, wie klar ist denn unsere Idee im Kopf, uns darüber erst mal Gedanken zu machen und erst dann, wenn wir halt wirklich ein Bild im Kopf haben, wo wir sagen, ja, das ist jetzt die Idee und die kann ich auch beschreiben, dann wird es auch eine gute Zeichnung werden. Also das sind halt so Dinge, wo ich denke, mich hindert jetzt nicht mehr das Tool in der Hand, sondern ich kann einfach diese Ideen aussprechen, die ich habe.

Steffi: Und wir haben ja auch schon darüber gesprochen, dass die KI jetzt viele neue Möglichkeiten bietet, sei es jetzt uns Kreativen oder, ich sage jetzt mal, Content-Strategen oder einzelne Abteilungen unter einem Unternehmen selbst. Wie siehst du denn die Möglichkeiten von KI beim Thema Visualisierung interaktiv oder lebendig zu gestalten? Was geht denn da schon mittlerweile?

Sandra Steffan: Ja, absolut. Also da ist viel, was sich da bewegt. Ich würde jetzt nicht sagen, dass das alles schon 100 Prozent perfekte Lösungen sind, aber man kann eigentlich so abschätzen, wo die Reise dahin geht. Wir haben eine Auswahl an KI-Modellen, Grafiken tatsächlich lebendig werden zu lassen. Also man kann sich das so vorstellen, wenn wir zukünftig ein Bild erzeugen, dann können wir ein KI-Modell damit beauftragen, die Objekte dieses Bildes in Ebenen zu separieren Und diese Lücken, die entstehen, wenn ich sonst ein Objekt ausschneide und eine extra Ebene lege, die können mit Generative Fill automatisch aufgefüllt werden. Das heißt, wir haben dann kein Loch in der darunterliegenden Ebene, sondern wir haben eine Hintergrundebene, auf der wir ein Objekt beispielsweise bewegen können, ohne dass im Hintergrund eine weiße Lücke entsteht. Anschließend könnten wir ein anderes Modell nehmen, das in der Lage ist, aus diesen 2D-Objekten 3D-Objekte umzurechnen. Der letzte Schritt wäre dann halt, der KI zu sagen, okay, und jetzt bewegt mir dieses Objekt beispielsweise eine Drohne, ein Windrad, so, dass es halt mit den Prinzipien von Animationen über der Szene schwebt.

Sandra Steffan: Das Ganze macht unsere Strategie viel begreifbarer und es bleibt natürlich auch hängen, wenn auf einmal Zeichnungen lebendig werden. Das Ganze ist halt aus meiner Sicht so, dass halt diese neuen Fähigkeiten auch neue Märkte für Kreative schaffen und wir natürlich auch neue Kundenbeziehungen aufbauen können, weil wir neue Angebote haben. Und natürlich auch hier wieder das Ganze mit der Überprüfung. Es muss alles immer überprüft werden, bewertet werden. Aber die KI reduziert Hürden, die vorher in so einem Prozess einfach bei der Umsetzung im Weg standen. Wir hatten unterschiedliche Tools, die wir benutzen mussten, sei es Illustrator, sei es After Effects, sei es Photoshop, Diverse Tools, die in solch einem Prozess integriert wurden, sei es Blender. Wir mussten uns als Kreative diese ganzen Oberflächen anschauen. Wir mussten verstehen, wie die funktionieren.

Sandra Steffan: Wir mussten nach den versteckten Funktionen suchen. Das war ein Riesenaufwand, der eigentlich nichts mit der kreativen Arbeit zu tun hat. Die KI kann uns das abnehmen, auch mühsames Pixelschubsen, was es vorher gab. Und ich kann mich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich diese Idee, wie Inhalte visuell zum Leben erweckt werden können. Vielleicht ein kleines Beispiel, was mich ein bisschen überrascht hat. Ich habe auf meiner lokalen Umgebung beispielsweise Cloud Code laufen und habe Cloud Code über diese neue CLI-Schnittstelle von Google mit Google Drive, mit E-Mail und so weiter verbunden. Und es ist fantastisch, wenn ich nur noch in einem Gespräch mit dieser KI-Assistent sagen kann, okay, wir müssen noch eine E-Mail an XY schreiben. Und dann brauche ich nicht das Tab wechseln, ich brauche nicht das Mailprogramm aufmachen, sondern er schreibt mir die Adresse und sucht mir die raus, er fragt mich, worum es geht in der Mail, wir formulieren den Mailtext und wenn ich das Ganze dann absegne, dann wird halt diese Mail verschickt, ohne dass ich irgendwie hin und her springen muss.

Sandra Steffan: Oder ich habe zum Beispiel ein Gespräch mit einem Kunden, dann kann ich sagen, okay, ich schaue mal, was in den letzten 2 Monaten auf dem Projekt passiert ist. Und er geht selbstständig los und sucht in den letzten Mail-Konversationen, er guckt in meinen Projektordner und macht mir sozusagen eine Gesprächsnotiz für das nächste Meeting, wo ich nochmal zusammenfassend alles habe, was auf dem Projekt bisher passiert ist und was die nächsten Schritte sind. Also alles so was, das ist halt eine ganz andere Arbeitsweise, die da kommt. Das sind halt ganz andere Möglichkeiten, dass man halt nicht in Applikationen denkt und in Tabs denkt und in Browserfenstern oder in Applikationsfenstern denkt, sondern dass diese KI in der Lage ist, diese Tools selbstständig zu bedienen. Das ist aus meiner Sicht unheimlich hilfreich bei der Arbeit. Was ich dazu aber sagen muss, ehe irgendwie da jetzt die Panik entsteht, natürlich ist das halt momentan eine Umgebung, die wirklich halt in einem abgesicherten Modus läuft. Das heißt, ich habe dafür einen kleinen Weg Mini laufen. Der hat auch natürlich nicht Zugriff auf mein Google-Konto, sondern der hat ein eigenes.

Sandra Steffan: Ich habe dem eigene Accounts angelegt, ich habe dem ein eigenes Google Drive gegeben, der kriegt eigene E-Mails. Das heißt, alles, was der bearbeiten soll momentan in dieser Testphase, ist das, was ich ihm zur Verfügung stelle. Also ich würde den jetzt auch nicht auf meinen Rechner hier loslassen, sondern das ist eine geschützte Umgebung, einfach diese neuen Möglichkeiten auszutesten. Und ich glaube, das ist sowas, diese Neugierde, diese Tools, wirklich sich anzuschauen, auszutesten, Das ist ganz wichtig, weil dann komme ich auch ein Gespür dafür, was in Zukunft auch auf uns als Kreative zukommt.

Steffi: Und vor allen Dingen, man kann auch erstmal spielen und entdecken, was tatsächlich eigentlich möglich ist. Und wenn man mit dem Möglichen vertraut ist, kann man so wie du dann praktisch anfangen zu gucken, was man eben daraus noch sozusagen, ich sag jetzt mal buchstäblich, erschaffen kann.

Sandra Steffan: Genau, es ist halt auch die Möglichkeit da Fehler zu machen und es ist halt da eine gewisse Fehlerkultur halt auch für sich selber zu finden, zu sagen, ja, kommt, da darf ich spielen und wenn was passiert, dann habe ich daraus gelernt, was ich beim nächsten Mal nicht mache. Und das sind halt alles so Dinge, das ist momentan, glaube ich, ganz wichtig, das so zu betrachten, zu sagen, ich kann das jetzt nicht in 1 Produktivumgebung nutzen, aber ich kann aus meiner Testumgebung oder Spielumgebung lernen und kann die Dinge rausziehen, die ich dann in meine Produktivumgebung überführe. Das heißt, erst wenn ich sicher bin, okay, das funktioniert, da ist auch kein Risiko, dann kann ich sagen, okay, das kann ich jetzt in meinem Arbeitsprozess integrieren. Und das ist, glaube ich, ganz sehr toll.

Steffi: Lass uns da doch noch mal ein bisschen in deiner Arbeitsweise abzauchen. Wie arbeiten, also im Rahmen von deiner Arbeit vielleicht auch, wie arbeitest du mit KI zusammen, wenn eine Visualisierung entstehen soll?

Sandra Steffan: Also das ist eigentlich wie so ein digitales Pingpong-Spiel. Das heißt, ich gebe den strategischen Impuls vor, das Warum und die Hintergründe, das heißt den ganzen Kontext zu dieser Visualisierung. Und die KI stellt dann an, Rückfragen zum Aufbau, zur Positionierung. Wollen wir ein Key Visual haben? Soll das zentriert sein? Was soll drumherum passieren? Wie viele Punkte das Key Visual drumherum wird es geben? Sind es 5, sind es 7? Wie viel Platz brauchen wir? Ist es ein Layout, eher wie ein Zeitstrahl oder ist es eher Popcorn? Dann die einzelnen Elemente zu beschreiben, der KI den Stil zu geben und mir dann Varianten erzeugen zu lassen, wie wir das Ganze umsetzen können. Die Rückfragen, die die KI dann stellt zum Was-wäre-wenn, helfen mir enorm, auch einen anderen Blickwinkel auf die Visualisierung zu kriegen, weil Man hat so seine eingetretenen Pfade und neigt dazu, tatsächlich auch häufig Dinge zu wiederholen, wenn man schon mal eine Art Layout gebaut hat, dass man sich daran erinnert und wieder in diese Richtung geht. Und gerade bei diesen Rückfragen, da kann man halt auch sich sehr gut mit der Thematik auseinandersetzen, auch mal neue Dinge auszuprobieren. Was mir gerade jetzt aufgefallen ist, war bei 1 Visualisierung, die ich aktuell bearbeite. Da habe ich eine Skizze gemacht in 2D-Form.

Sandra Steffan: Das war halt dieses Klassische. Wir gehen halt von 1 Seite, bauen eine Brücke. Das ist der Veränderungsprozess. Und auf der anderen Seite der Brücke ist dann das, wo wir hinwollen, das Ziel, wie es dann in Zukunft aussieht. Und es ist natürlich ganz toll, wenn du dann halt mit 1 KI zusammenarbeiten kannst und sagst, okay, hier, das ist meine Skizze, so stelle ich mir das vor. Können wir mal austesten, wie das Ganze im isometrischen Format aussehen würde. Wenn ich jetzt sage, ich möchte das Ganze isometrisch zeichnen, dann habe ich einen ersten Eindruck. Und das ist natürlich super hilfreich.

Sandra Steffan: Jeder, der schon mal isometrisch gezeichnet hat und versucht, so eine 2D-Skizze isometrisch zu zeichnen, das ist ja keine kreative Arbeit, wenn ich da sitze und versuche zum Beispiel Kreise isometrisch nach rechts oder links zu drehen oder nicht drauf sich zu zeichnen, sondern das ist halt einfach nur viel Arbeit. Und wenn mir eine KI dabei die Arbeit abnehmen kann und sagen kann, hier, so wird es isometrisch aussehen, dann kann ich halt zum Kunden gehen und sagen, schau mal, wie wollen wir das Ganze halt visualisieren? Wollen wir uns eher auf eine 2D-Zeichnung einigen oder soll es isometrisch sein? Was ist der Vorteil, der Nachteil von der einen oder anderen Lösung und da kann KI unheimlich viel helfen. Vielleicht noch etwas ganz Wichtiges, ich benutze KI nicht dafür, für mich zu denken. Also ich benutze KI, mein Denken sichtbar zu machen. Das heißt, wenn ich der KI meine Idee erkläre und nach kritischem Feedback frage, dann kann ich auch Lücken sehen, die in meiner Denkweise sind. Und das ist, glaube ich, ganz wichtig, dass man auch immer Kritik fragt oder andere Positionen oder auch mal nachfragt, okay, komm, ich habe mir das und das Konzept, sag mir mal, wie dieses Konzept tatsächlich nach der Umsetzung Dinge verändern kann. Und einfach nicht nur irgendwie die Theorie zu haben, sondern zu gucken, okay, was passiert denn in der Praxis, wenn ich das so umsetze. Auch dabei kann es ihr halt unheimlich viel helfen.

Sandra Steffan: Und am Ende von einem solchen Visualisierungsprozess, von dem Ping-Pong-Spiel, gehe ich dann in die Kuratierung und in den Feinstilf. Und das natürlich auch wieder lokal auf meinem Rechner. Ich automatisiere die Workflows so, dass die Ergebnisse dann direkt in meinem Dateisystem landen, in den Projektordner oder in einen Google 3 fließen. Und das spart natürlich viel Zeit und schützt auch meine Daten wieder vor dieser Public Cloud, vor dieser Geschichte. Ich arbeite in unterschiedlichen Browsersensoren und lade da meine Daten hoch und runter.

Steffi: Aber ich meine, das ist ja auch das schöne Ziel von Kreativen, schaffen, beim Ursprünglichen sich auch tatsächlich auch weiterzuentwickeln. Und Ich glaube, so wie du das jetzt an diesem schönen Pingpong-Spiel auch gerade gezeigt hast, ist das eben halt auch ein super Ansatz, sich kreativ weiterzuentwickeln, wenn man dann eben in diesen, ich sag mal, Assistenz- und Sparrings-Austausch mit der KI, die dann auch basierend auf dem eigenen Wissen sozusagen auch trainiert wurde, eben zu gehen?

Sandra Steffan: Ja, auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Wie gesagt, ich sehe diese ganzen Gefahren, ich sehe auch die Kritik und ich kann das auch verstehen, aber ich sehe auch die Möglichkeiten, die sie uns als Kreativen bietet. Wir werden es auch nicht wieder zurückdrehen können.

Steffi: Das machen wir natürlich nicht. Deswegen finde ich den Ansatz, den du da fährst, eben nicht nur sehr bewundertswert, sondern ich sage jetzt auch mal zeitgemäß. Ich hätte jetzt beinahe mutig gesagt, aber ich glaube zeitgemäß betrifft es auch einfach eher. Weil, wie du schon gesagt hast, das PI ist jetzt einfach nichts mehr, was jetzt irgendwie weg geht oder verschwindet, wie vielleicht viele andere Trends davor, sondern es wird jetzt halt immer mehr zu einem festen Werkzeug, mit dem wir uns alle auseinandersetzen sollten.

Sandra Steffan: Dazu muss ich aber auch noch eine Sache sagen, was mir ganz wichtig ist. Ich finde auch diesen Part, dass zum Beispiel gerade im Bereich Kunst, Kultur, Musik usw., dass es da ganz wichtig ist, dass wir halt auch immer wieder neuen Input von Kreativen, von Künstlern bekommen, weil die KI, wie gesagt, bei mir in meinem Part Gebrauchskrafiken, da kann sie sehr gut unterstützen. Aber wirklich neue Dinge zu erschaffen, neue Blickwinkel zu kriegen, finde ich das ganz wichtig, dass es Menschen gibt, die mit ihrer Kreativität auch arbeiten und davon auch leben können. Also dass genau dieser Part, sei es jemand, der auf der Bühne steht, der ein Konzert gibt, der Musik macht, dass der halt dafür auch entsprechend entlohnt wird oder der Künstler, der uns einfach mal mit der Nase draufschubst, was halt gerade in der Welt passiert oder uns andere Dinge aufzeigt, die vielleicht so halt auch noch nicht irgendwo publiziert wurden oder gezeigt wurden, dass diese Arbeiten eine viel höhere Wertschätzung auch vom Geldwert her bekommen, weil die unheimlich wichtig sind. Also KI wird das Künstlerische nicht ersetzen. Aber in dem Prozess, wo ich mich bewege, ist es halt diese Visualisierung teilweise wirklich Mittel zum Zweck, einen Prozess zu beschleunigen, zu verbessern. Und da, glaube ich, müssen wir uns einfach damit auseinandersetzen, dass wir uns diesen beschleunigten Prozessen irgendwie anpassen.

Steffi: Dann lass uns doch noch zum Abschluss ein bisschen in die Kristallkugel schauen. Wie wird die Kombination aus KI und Visualisierung in 5 Jahren Unternehmen verändern?

Sandra Steffan: Also ich denke, dass dieses Thema visuelle Kommunikation von einem statischen Dokument wie 1 Strategiebilderstellung zum Echtzeitdialog überführt wird. Das heißt, in 5 Jahren gibt es Hoffentlich keine PowerPoint-Schlachten mehr. Wir werden Live-Dashboards haben in unseren Meetings und die Strategien werden direkt im Meeting visuell mitentwickelt. Das heißt, dieses visuelle Kommunizieren wird durch natürliche Sprache und Spracheingabe entstehen und es wird halt viel klarer und mit deutlich weniger Missverständnissen und Fehlinterpretationen. Denn wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist es ja auch so, dass wenn ich jetzt in einem Meeting sitze und ich habe einen Zeichner mit dabei, der übersetzt ja auch. Das heißt, Also auch der hat ja irgendwo eine gewisse Art Filter. Wir sagen zwar immer, wir versuchen in dem Zusammenhang neutral zu bleiben, aber wenn wir live mitzeichnen, dann müssen wir das gesprochene Wort ja irgendwie bildern, in Strukturen bringen, überlegen, wo passt welche Aussage zu, zu welchem Cluster, den wir zeichnen und das Ganze auch in Bilder übersetzen. Und das ist natürlich so eine Komponente, die auch Missverständnisse erzeugen können oder Fehlinterpretationen.

Sandra Steffan: Und ich glaube, dass wir, wenn diese Visualisierung dann dynamisch passieren in einem Prozess und auch dynamisch mit Sprache korrigiert werden können, weil uns auffällt, das Bild, das da jetzt gerade entsteht, das passt nicht so ganz. Oder da sehen wir jetzt halt ein Problem, weil es gelöst werden muss. Wir müssen da nochmal drüber nachdenken. Dann können wir das halt auch mit Sprache wieder korrigieren. Und ich glaube, das wäre so eine Vision, die ich mir gut vorstellen könnte, wie zukünftig solche Bilder speziell in Meetings entstehen. Was ich dabei eigentlich am besten finde, ist, dass bisher unsere Zielgruppe oder unsere Kunden, das waren schon eher größere Konzerne und das waren eher Unternehmen, die es sich auch leisten konnten, einen Visualisierer zu beauftragen, der einen Prozess begleitet oder eine Strategie im Bilderpack. Diese ganzen kleineren Unternehmen oder auch soziale Projekte und Leute, die es sich nicht leisten konnten, Tagessätze in weit über 1000 Euro zu bezahlen. Die hatten halt die Möglichkeit nicht.

Sandra Steffan: Und durch diese Art, dass das dynamisch entstehen kann in einem Meeting, gibt es vielleicht auch die Chance, dass eigentlich jedes Unternehmen, sei es noch so klein, sich diese Werkzeuge zu Nutz machen kann.

Steffi: Das heißt, mit Hilfe von KI wird mehr oder weniger visuelle Kommunikation in dem Sinne, auch was die grafische Aufbereitung und so weiter angeht, einfach noch für, ich sage immer ein Anführungszeichen, für eine breitere Masse einfach möglich.

Sandra Steffan: Ja, das hast du schön auf den Punkt gebracht.

Steffi: Danke für das Gespräch und die spannenden Insights aus deiner KI-Kreativarbeit.

Sandra Steffan: Ja, ich danke dir für das Interview und ich hoffe, wie gesagt, dass wir dahin kommen, dass wir es nicht nur verteufeln, sondern dass wir schauen, wie wir es für uns nutzen können.

Steffi: Vielen Dank, dass ihr auch heute wieder dabei wart Und ein herzliches Dankeschön an Sandra Streffan für die spannenden Einblicke in ihre Arbeit mit KI, Visualisierung und kreativen Workflows. Ich hoffe, die heutige Folge hat euch gezeigt, dass KI im kreativen Prozess nicht automatisch der böse Roboter mit Zeichenstift ist, sondern auch ein ziemlich nützlicher Assistent, Sparingspartner und manchmal vielleicht sogar Betriebsblindheitsdetektor. Wichtig bleibt, der Mensch hat den Hude auf. Die KI darf sortieren, anregen und beschleunigen. Aber Bedeutung, Haltung und Feinschliff kommen weiterhin von uns. Vergesst nicht, den Podcast zu abonnieren, damit ihr keine Episode verpasst und wenn ihr Fragen, Gedanken oder Feedback habt, schreibt mir gerne oder klickt auf den Link in den Show Notes. Bis zum nächsten Mal, bleibt kritisch, bleibt kreativ und rockt eure Content-Strategie. Vielleicht sogar visuell.

Steffi: Content-Strategy rocks!

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